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Warum die Charme-Offensive des DFB-Teams verlogen ist

Bei der Veranstaltung in Leipzig mit rund 200 Schülern war Timo Werner besonders gefragt.

Bei der Veranstaltung in Leipzig mit rund 200 Schülern war Timo Werner besonders gefragt.

Foto: dpa

Leipzig  Nach dem historischen Debakel bei der WM 2018 bemüht sich das DFB-Team um Fannähe. Das ist nett, aber auch verlogen. Ein Kommentar.

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Natürlich war das eine putzige Veranstaltung mit den Kindern der Leipziger Oberschule. Sie entlockten mit ihren Fragen, dass Manuel Neuer früher ungern französische und italienische Vokabeln büffelte und dass Leroy Sané vielleicht, möglicherweise, eventuell Lehrer geworden wäre, wenn das Talent zum Fußballer nicht gereicht hätte.

Erdung nach dem WM-Debakel

Doch es gibt auch einen betrüblichen Aspekt an diesem Termin. Den nämlich, dass es erst dieses kolossalen Misserfolgs bei der WM bedurfte, um diesen riesigen und scheinbar an keine Regeln mehr gebundenen Apparat mal wieder zu erden. Ihn zu sensibilisieren für die Bedürfnisse der Menschen, die ihr Geld für Trikots und Eintrittskarten ausgeben.

Die Charmeoffensive der deutschen Fußballer und derer, die sie befehligen, ist daher nett, aber auch ein bisschen verlogen. Denn das ist ja nicht mehr als nur dann nett zu jemandem zu sein, wenn man seine Hilfe dringend benötigt.

Viele Fans haben sich bereits abgewendet

Viele Fans haben sich derzeit von dieser Mannschaft oder von Teilen des Fußball-Geschäfts abgewendet. Die Zuschauerzahlen dokumentieren dies. Als Schalke neulich sein erstes Champions-League-Heimspiel der Saison austrug, klafften auch Lücken auf den Rängen. Die Sättigung auf dem Fußball-Markt scheint nicht mehr so weit entfernt zu sein. Umso nachhaltiger und aufrichtiger sollten die Bemühungen um die Fans ausfallen.

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