London. Raheem Sterling wuchs nur wenige Meter vom Wembley-Stadion entfernt auf. Inzwischen ist er der Hoffnungsträger einer Three Lions.

Es war ein Akt der Verzweiflung, der sich früh im Stadio Olimpico zutrug. Gerade hatte sich Raheem Sterling den Ball kurz hinter der Mittellinie gesichert, als es von der Tribüne so ausschaute, als hätte jemand Sekundenkleber zwischen Schuh und Ball aufgetragen. Nacheinander versuchten zwei Gegenspieler in knallgelben Trikots mit einem wilden Gestochere diese Bindung zu lösen, doch beharrlich behauptete die englische Nummer zehn das Objekt der Begierde. Bis Ilya Zabarnyi hinzueilte: Der hünenhafte Verteidiger der Ukraine versuchte es gar nicht mit dem Fuß, sondern versetzte dem fast einen Kopf kleineren Engländer einen plumpen Stoß in den Rücken. Anders war der Tempodribbler im EM-Viertelfinale zwischen der Ukraine und England (0:4) nicht vom Ball zu trennen.