DFB-Pokal

Pokal-Held Batz: "Viel kann man in Saarbrücken nicht machen"

Der Mann des Abends: Saarbrücken-Torwart Daniel Batz.

Der Mann des Abends: Saarbrücken-Torwart Daniel Batz.

Foto: Getty

Essen  Daniel Batz hat mit dem 1. FC Saarbrücken Pokal-Geschichte geschrieben. Im Interview spricht er über die Party danach und das Elfmeterschießen.

Der 1. FC Saarbrücken steht nach dem Erfolg im Elfmeterschießen gegen Fortuna Düsseldorf als erster Viertligist der DFB-Pokal-Geschichte im Halbfinale. Held des Abends auf Saarbrücker Seite, dem Tabellenführer der Regionalliga Südwest, war Daniel Batz.

Wir haben am Tag danach mit dem 29-jährigen Torwart des 1. FC Saarbrücken, der gegen die Fortuna gleich fünf Elfmeter parierte, gesprochen.

Daniel Batz, wie viele Stunden haben Sie heute Nacht geschlafen?

Daniel Batz: (lacht) Dafür, dass es nur drei Stunden waren, bin ich relativ fit.

Wie war denn die Nacht?

Batz: Am Dienstagabend kann man in Saarbrücken ja auch nicht so viel machen. Wir haben schon ordentlich gefeiert, aber auch nicht übertrieben. Es war eine feucht-fröhliche Nacht, wie es sich nach so einem Coup gehört - nicht mehr, nicht weniger.

Der 1. FC Saarbrücken steht im DFB-Pokal-Halbfinale. Haben sie diese Tatsache eigentlich schon realisiert?

Batz: Nein, noch nicht. Es ist aktuell ziemlich viel, was auf uns einprasselt. Das wird noch einige Zeit dauern, bis wir das alles einordnen können. Vielleicht Tage, vielleicht Wochen. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, eigentlich gar nicht real.

Wie ist dieser Tag für Sie einzuordnen?

Batz: Es ist sportlich gesehen der schönste Tag meines Lebens gewesen. Da kann es natürlich keine zwei Meinungen geben. Das ist etwas für die Geschichtsbücher.

Wie haben Sie dieses unglaubliche Elfmeterschießen erlebt?

Batz: Ich habe mir keinen unserer Schüsse angeschaut. Mein Blick ging immer nur zu den Fans. Dann wusste ich natürlich, wenn der Ball drin war oder auch nicht. Ich habe einfach versucht, immer den nächsten Düsseldorfer Schützen aufzuhalten.

Wie sind Sie die Elfmeter angegangen?

Batz: Ein paar Schützen hatten wir in unserer Datenbank. Es waren zwar nicht alle dabei, aber einige. Bei einem hat die Datenbank dann auch geholfen. Der Rest war dann einfach auch viel Psychologie und natürlich auch das nötige Glück. Ich glaube, dass ich zwei- oder gar dreimal den Ball an den Pfosten gelenkt habe. Das gehört dann auch dazu.

Sind Sie denn als Elfmeter-Killer bekannt?

Batz: (lacht) Eigentlich überhaupt nicht - weder im Spielbetrieb noch im Training. Vielleicht werde ich es ja ab sofort sein.

In der Liga steht Saarbrücken auf Platz eins, im DFB-Pokal im Halbfinale. Falls Sie sich einen Titel aussuchen dürften, welchen würden sie dann nehmen?

Batz: Wenn man mir jetzt garantiert, dass wir im Pokalfinale in Berlin das Ding holen, dann würde ich mich für den DFB-Pokal entscheiden.

Am besten dann gegen die Bayern, oder?

Batz: Genau. Das wäre natürlich ein Traum: 1. FC Saarbrücken gegen Bayern München im Berliner Olympiastadion.

Wer soll es denn im Halbfinale sein?

Batz: Das ist mir scheißegal - Hauptsache nicht die Bayern (lacht).

Ist dieser Pokalerfolg für den Liga-Alltag in der Regionalliga Südwest jetzt eine Gefahr?

Batz: Das denke ich nicht: Wir haben vom ersten Spieltag immer betont, dass für uns in dieser Saison nur der Aufstieg in die 3. Liga zählt. Wir müssen uns jetzt wieder voll auf das Wochenende konzentrieren, wenn es gegen Astoria Walldorf geht. Wenn wir am Ende nicht aufsteigen, dann wäre die ganze Pokal-Saison auch nicht viel wert. Der 1. FC Saarbrücken gehört in den Profifußball und wir wollen dieses Ziel mit dem Verein realisieren.

Sie waren auch schon im Profifußball aktiv. Erinnern Sie sich noch an den 5. Mai 2012?

Batz: Ja, da stand ich für den SC Freiburg im Spiel bei Borussia Dortmund im Kasten.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Partie?

Batz: Gemischte (lacht). Ich habe mich natürlich über das Bundesligadebüt gefreut. Da wurde mein Kindheitstraum wahr. Nach den 90 Minuten war die Freude nicht mehr groß. Wir haben 0:4 verloren und ich habe einige Patzer begangen.

Warum hat es für Sie bislang nicht ganz nach oben geklappt?

Batz: Ich hatte in Freiburg mit Leuten wie Oliver Baumann, Alexander Schwolow oder Roman Bürki klasse Keeper vor mir. Da muss ich mich auch nicht für schämen, dass die Jungs besser sind als ich. Am Ende hat bes für mich aus diversen Gründen nicht geklappt. Jetzt hoffe ich, dass es mit dem 1. FC Saarbrücken klappt in den Profifußball zurückzukehren.

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