DFB-Pokal

Halbfinale im DFB-Pokal: FC Bayern arbeitet am Double

Bayern-Trainer Niko Kovac beim Training am Mittwoch.

Bayern-Trainer Niko Kovac beim Training am Mittwoch.

Foto: imago

München.  Nach dem 1:0 gegen Bremen bleibt der Rekordmeister Spitzenreiter. Jetzt kommt es erneut zum Duell. Diesmal geht es um den Einzug ins Pokalfinale.

Genüsslich thematisiert das Onlineportal „transfermarkt.de“ jedes Gerücht um einen Spielerwechsel, der sich weltweit anzubahnen droht. Beim FC Bayern, dem größten deutschen Fußballverein, blühen die Spekulationen besonders prächtig. Allein im April wurden neun Profis gehandelt, die ein Preisschild von bis zu 100 Millionen Euro Ablöse tragen.

Sogar nach dem 1:0 (0:0) gegen Werder Bremen, als seine Mannschaft die Tabellenführung der Bundesliga erfolgreich verteidigt hatte, bekam Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic in der Interviewzone Aktuelles aus der Gerüchteküche serviert. Er lehnte dankend ab: „Ich muss manchmal schmunzeln, wie viele Spieler mit uns in Verbindung gebracht werden – das ist zu viel.“

Kein Kommentar zu Nübel

In diesem Fall Alexander Nübel, 22, Torwart des FC Schalke. Seine Leistungen erinnern dort zu sehr an Manuel Neuer, der einst Frank Rost verdrängte und seine Weltkarriere in München fortsetzte, als dass man nicht Gefallen an dem Gedanken finden könnte. Aber aus gutem Grund würgte Salihamidzic jede Debatte ab.

Schon am Mittwoch folgt das zweite Spiel gegen Werder Bremen, diesmal im DFB-Pokal und in Bremen statt München (20.45 Uhr/ ARD). Der Arbeitssieg vom Samstag hat ihm und Trainer Niko Kovac gezeigt: Ein Spaziergang wird das Pokalhalbfinale sicherlich nicht. „Das wird ein anderes Spiel, ein intensiveres, schwierigeres Spiel. Wir müssen gewappnet sein“, warnt Kovac.

Der FC Bayern München hält sich bedeckt

Personaldiskussionen würden, so steht es zu befürchten, die Konzentration in den letzten vier Wochen der Saison unnötig beeinträchtigen. Nur kleckerweise gibt der FC Bayern bekannt, wohin die verordnete Verjüngungskur führt. Nach dem Achtelfinal-Aus in der Champions League will man das verbliebene Minimalziel – das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg – nicht gefährden.

Dass Bundesliga-Rivale Borussia Dortmund durch das 4:0 beim SC Freiburg im Titelrennen Schritt hält, schärft die Sinne: „Wir haben die Möglichkeit, mit vier Siegen in der Bundesliga und zwei Siegen im Pokal das Double zu holen“, so Kovac. „Ich möchte beide Titel holen. Um Ziele zu erreichen, muss man es wollen. Der Wille kann Berge versetzen.“

Die Spieler ahnen eh: Der Umbruch ist in vollem Gange. In der Offensive haben Kingsley Coman und Serge Gnabry inzwischen Franck Ribery und Arjen Robben abgelöst. Leon Goretzka lauert auf den Durchbruch. Irgendwann wird womöglich der Zugang von Timo Werner aus Leipzig öffentlich. Arbeitsplatzgefährdung, wohin man schaut. Wie will man alle bei Laune halten?

Renato Sanches, immerhin Europameister, verlor übers Osterwochenende als erster die Nerven: „Ich möchte mehr spielen. Fünf Minuten Spielzeit sind nicht genug“, ereiferte sich der Portugiese. „Egal wo, ich will einfach nur spielen.“ Trainer Kovac stellte ihn Montag kalt: „Das, was in der neuen Saison passiert, steht jetzt hinten an.“

Torschütze Süle fehlt Mittwoch

Was bekannt ist: Die Innenverteidigung um Abwehrchef Niklas Süle bekommt Zuwachs: Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart und Lucas Hernandez von Atletico Madrid. Die Brisanz: Einer der zwei Weltmeister Mats Hummels und Jerome Boateng muss weichen, womöglich beide. Nur reden will darüber keiner.

Beide werden im Saisonendspurt gebraucht. Niklas Süle, am Samstag Torschütze des einzigen Treffers gegen Bremen, fehlt im DFB-Pokal wegen einer Rot-Sperre. „Wenn wir unsere Form der letzten Wochen finden, dann haben wir eine Chance“, sagte Bayern-Trainer Kovac kleinlaut. Durchhalten muss die Mannschaft.

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