DFB-Pokal

Cottbus: Wollitz wünscht sich Halbzeit-Führung gegen Bayern

Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz feuert seine Spieler an.

Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz feuert seine Spieler an.

Foto: dpa

Cottbus.  Energie Cottbus hat laut Trainer Claus-Dieter Wollitz im Pokalhit am Montag gegen Bayern München keine Chance. Er hat ein Etappenziel.

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Trotz der schwierigen Ausgangslage hat Claus-Dieter Wollitz seinen Humor nicht verloren. „Das Wunschszenario ist, dass wir zur Halbzeit klar führen und Bayern zwei Rote Karten hat“, scherzte der Trainer von Energie Cottbus vor dem Pokalhit am Montag gegen Bayern München (20.45 Uhr/ARD) im Interview mit dem SID.

„Nein, Spaß beiseite“, schob Wollitz schnell nach und bemühte sich um eine ernsthafte Analyse. „Ich glaube, dass so ein Spiel aus unserer Sicht nicht planbar ist“, meinte der Coach des Regionalligisten. Seine Spieler sollten die Partie der 1. Hauptrunde einfach genießen. „Wir wollen mit Euphorie und Freude ins Spiel gehen“, meinte der 54-Jährige.

Finanziell ist das Spiel ein Segen für die Lausitzer. „Als Viertligist hoffst du auf ein solches Los. Bayern München macht dir das Stadion voll, genauso wie Borussia Dortmund, Schalke 04 oder Hertha BSC“, erklärte der Ex-Profi. Der Klub kann nach sportlich mageren Jahren mit zwei Abstiegen bis in die Regionalliga mittlerweile jeden Euro gut gebrauchen.

Abstieg wegen eines fehlenden Tores

Im DFB-Pokal sorgten die Lausitzer in den letzten beiden Jahren für Aufsehen, scheiterten sowohl gegen den VfB Stuttgart als auch gegen den SC Freiburg erst im Elfmeterschießen. „Die Vorzeichen sind dieses Jahr aber komplett andere“, stellte Wollitz klar. Durch den unglücklichen Abstieg wegen eines fehlenden Tores habe die Mannschaft an Selbstvertrauen verloren, sei mental etwas angeknackst.

Das belegte auch der Start in der neuen Saison der Regionalliga Nordost. Zum Auftakt gab es einen 2:5-Dämpfer bei Hertha BSC II. Im Anschluss folgte zu Hause ein 5:3 gegen RW Erfurt. Auch deshalb sei es „ein Wahnsinn“ und „unrealistisch“, im Vorfeld des Bayern-Spiels über ein Ergebnis zu spekulieren. „Trotzdem haben wir den Ehrgeiz, das Bestmögliche zu erreichen“, versprach Wollitz.

Er glaubt auch nicht, dass die Münchner durch den Wirbel um den möglichen Transfer von Nationalspieler Leroy Sane aus der Ruhe gebracht werden. „Wenn die Bayern eines können, dann mit schwierigen Situationen und Unruhe umgehen“, meinte der Langzeitcoach, der in seiner zweiten Amtszeit seit 2016 bei Energie arbeitet. Sollte Bayern Sane doch verpflichten, „dann ist das eine Aufwertung für die Bundesliga und gut für den deutschen Fußball.“

Piplica glaubt ein Cottbus-Sieg

Für den Cottbuser Kult-Keeper Tomislav Piplica hingegen ist ein Erfolg gegen den Rekordmeister am Montag durchaus möglich. „Wenn die Bayern denken, dass 50 Prozent reichen, dann wird es gegen Energie auf die Fresse geben“, sagte der 50-Jährige der Bild und meinte über die Cottbuser Spieler: „Sie müssen an sich glauben, Spaß haben.“

Zwölfmal traten beide Teams in Pflichtspielen gegeneinander an, zehnmal siegten die Bayern - zweimal die Cottbuser. Bei beiden Siegen gehörte Piplica, der heute beim Cottbuser Liga-Konkurrenten Wacker Nordhausen als Torwarttrainer arbeitet, zum Energie-Kader. Gleich im ersten Bundesliga-Duell im Jahr 2000 siegte Energie 1:0, acht Jahre später gab es ebenfalls im Stadion der Freundschaft ein 2:0. Und vielleicht folgt bald ja eine dritte Überraschung. (sid)

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