DFB-Pokal

Bayer Leverkusen kann das FC-Bayern-Triple verhindern

Bayer Leverkusen jubelt: Kevin Volland (Mitte).

Foto: Getty Images

Bayer Leverkusen jubelt: Kevin Volland (Mitte). Foto: Getty Images

Leverkusen.  Im ersten DFB-Pokal-Halbfinale trifft Bayer Leverkusen auf Bayern München. Zwei 4:1-Siege gegen Leipzig und Frankfurt haben das Team beflügelt.

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Anfang Mai feiert ­Julian Brandt zwar erst seinen 22. Geburtstag, das Bundesliga-Debüt des gebürtigen Bremers liegt aber trotzdem schon über vier ­Jahre zurück. Entsprechend häufig und aufmerksam hat Bayer Leverkusens blonder Offensivspieler die diversen Sololäufe des FC Bayern von einer Meisterschaft zur nächsten verfolgt – und im Anschluss an jede neue Vollzugsmeldung aus dem Freistaat festgestellt: „Die Münchener haben im Pokal und in der Liga immer sehr professionell weitergemacht.“

Soll heißen: Im nationalen Cup-Halbfinale, zu dem die Bayern an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) bei der Werkself antreten, wird das nicht anders sein. Selbst wenn das höchste Glücksgefühl für den Rekordmeister und Rekordpokalsieger auch in dieser Saison wieder der Triumph in der Champions League wäre.

Das weiß auch Julian Brandt – bei dem es immer ein bisschen schnodderig klingt, wenn er über seine Mannschaft, einzelne Mitspieler oder sich selbst spricht. ­Inhaltlich hat der 14-malige Nationalspieler allerdings meist einiges zu bieten. Zum Beispiel nach dem 4:1 am Wochenende gegen Eintracht Frankfurt, als er über seinen drei Jahre jüngeren Mitspieler Kai Havertz äußerte: „Er ist das größte Talent, das wir in Deutschland haben.“

Wenn Havertz im Kopf so geerdet bleibe wie bislang, traue er ihm vom Talent her sogar den Sprung zum Weltstar zu, betonte Brandt, ehe er wieder im eher ­saloppen Zungenschlag über das Verhältnis zu seinem 18-jährigen Kumpel berichtete: „Neben dem Platz hänge ich viel mit ihm herum. Ich war auch sehr jung, als ich hier anfing. Inzwischen hab’ ich schon viel erlebt – und versuche, ein bisschen was davon weiterzugeben.“

Brandt, Olympia-Zweiter von Rio, ist in Leverkusen das Sprachrohr der sehr umfangreichen Fraktion jüngerer Spieler. Und er ist derjenige, um den herum Bayer gerade mit großem Eifer ein Image im Elf-Freunde-Stil spannt. Nicht ohne Grund. Schließlich wurde schon vor zehn Monaten berichtet, Brandt und die Bayern seien sich über einen Wechsel zur Saison 2018/19 einig. Auch der FC Barcelona soll Interesse gezeigt haben – doch Brandt verlängerte seinen Kontrakt bei Bayer vor knapp zwei Wochen um zwei Jahre bis 2021.

Damit folgte er den Kollegen Benjamin Henrichs (21), Jonathan Tah (22) und Kapitän Lars Bender (28), die in den vergangenen elf Monaten alle ihre Verträge verlängert hatten. Tah und Bender seien genau wie er überzeugt, mit dieser Mannschaft etwas erreichen zu können, betont Brandt – und sagt: „Wir wollen Titel gewinnen.“

In der Liga siegten die Bayern

In diesem Jahr lockt der Pokalsieg, auf dem Weg zur ersten Trophäe seit 1993 liegt aber der größte denkbare Brocken im Weg. Doch die jüngsten 4:1-Erfolge gegen die direkte Konkurrenz aus Frankfurt und Leipzig haben den Leverkusenern Flügel wachsen lassen. „Die Tendenz bei uns ist sehr, sehr gut. Und wir strotzen nicht nur vor Selbstvertrauen – auch die Bayern dürften durch unsere letzten Auftritte gewarnt sein“, tönt Torhüter Bernd Leno.

Zweimal unterlagen die Rheinländer den Bayern in dieser Saison schon mit 1:3. „Beide Male hatten wir zu viel Respekt. Aber jetzt haben wir genug Videomaterial, um etwas umzustellen“, sagt Angreifer Kevin Volland, dem gegen die Eintracht sein erster Hattrick in der Bundesliga gelang. Während Schelm Brandt vor dem dritten ­Duell mit den Münchenern erwähnt: „Ich komme aus Bremen. Und dreimal ist Bremer Glück.“

Die Redensart an der Weser lautet zwar „Dreimal ist Bremer Recht.“ Aber bei Julian Brandt gilt eben auch hier: Die Botschaft ist wichtiger als die korrekte Form.

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