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Zenit-Hooligans im Stadion – BVB stellt Anfrage an Uefa

Foto: Getty

Dortmund.  Beim Champions-League-Spiel des BVB gegen Zenit St. Petersburg waren russische Hooligans im Stadion. Nun sucht Dortmund Antworten bei der Uefa.

Zuschauer waren nicht zugelassen, als Borussia Dortmund am Mittwochabend Zenit St. Petersburg in der Champions League empfing und in einem mühsamen Spiel 2:0 (0:0) besiegte. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie hatte das NRW-Gesundheitsministerium verfügt, dass die Partie als Geisterspiel auszutragen sei. Die Klub-Delegationen, Journalisten, Sicherheitspersonal und weitere Menschen, die für den Betrieb eines Stadions und die Organisation eines Fußballspiels verantwortlich sind – das sollten die einzigen Menschen sein, die Zutritt zum Signal-Iduna-Park hatten.

BVB erfuhr von Bildern am Morgen nach dem Spiel

Tatsächlich aber zeigen Fotos, die im Internet kursieren, dass auch Menschen im Stadion waren, die dort definitiv nicht hingehörten – nämlich russische Hooligans. Ein Bild zeigt einen Mann in einem T-Shirt mit der Aufschrift „Music Hall St. Petersburg on tour“, der auf der Pressetribüne steht. Music Hall ist eine besonders berüchtigte Hooligan-Gruppe im Umfeld von Zenit St. Petersburg, die sich immer wieder wilde Schlägereien mit anderen Gruppen liefert – und sich später mit Fotos und Videos davon brüsten. Ein anderes Foto zeigt vier vermummte Menschen, die eine Flagge mit russischer Aufschrift präsentieren.

Der BVB bestätigte dieser Redaktion auf Anfrage, dass die Bilder von Mittwochabend stammen, der Klub erfuhr davon am Donnerstagmorgen. Nun lautet die Frage, wie diese Menschen ins Stadion kommen konnten. Ziemlich sicher ist: Sie kamen nicht heimlich über irgendeinen Zaun ins Stadion, sondern hatten offenbar eine Eintrittskarte - entweder als Journalisten oder als Teil der Delegation beziehungsweise als Mitarbeiter von Zenit St. Petersburg.

Antwort aus Russland steht noch aus

Beim BVB müht man sich nun um Aufklärung: Die Videoaufzeichnungen sind bereits überprüft und die betreffenden Menschen erkannt - aber noch nicht identifiziert. Denn anders als bei Bundesligaspielen hat der Heimverein die Vergabe von Tickets nicht selbst in der Hand. Die Mitglieder der Gäste-Delegation und die Journalisten, die den Klub begleiten, werden über die Europäische Fußball-Union Uefa akkreditiert. Der Heimverein hat darauf keinen Einfluss – und er hat auch keine Liste vorliegen, wer überhaupt in seinem Stadion war.

Beim BVB hat man daher am Donnerstag bereits reagiert und eine Anfrage an die Uefa gestellt, um herauszufinden, wer diese Menschen sind und wie sie an eine Eintrittskarte kamen. Die Uefa wiederum hat sich an Zenit gewandt, um diese Fragen zu klären - eine Antwort aber steht noch aus.

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