Borussia Dortmund

Warum Hoffenheim dem BVB gefährlich werden kann

Erst im Juni siegte die TSG Hoffenheim mit 4:0 beim BVB. Andrej Kramaric traf dabei vierfach.

Erst im Juni siegte die TSG Hoffenheim mit 4:0 beim BVB. Andrej Kramaric traf dabei vierfach.

Foto: firo

Dortmund.   Andrej Kramaric wird Hoffenheim gegen den BVB fehlen. Ein harter Schlag. Doch die TSG ist für die Dortmunder dennoch gefährlich.

Wie schaltet man Andrej Kramaric aus? Als Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre diese Frage vor dem Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) gestellt bekam, konnte er nur lachen. „Mit viel Intelligenz“, antwortete der 62-jährige Schweizer schließlich, denn er wusste, dass es fast unmöglich ist, den Top-Stürmer der TSG komplett aus dem Spiel zu nehmen.

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Was Favre zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Das Corona-Virus hat die TSG Hoffenheim heimgesucht. Am Freitagnachmittag hat die TSG bekanntgegeben, dass zwei Profis positiv auf Covid-19 getestet worden seien, ein weiterer Spieler befinde sich nach einem Corona-Fall im engen Familienkreis ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich um die Verteidiger Kasim Adams und Pavel Kaderabek sowie Angreifer Andrej Kramaric. Ein Schock für Hoffenheim. Und das aus sportlicher Sicht denkbar schlechteste Szenario.

Andrej Kramaric zerlegte den BVB erst vor vier Monaten mit vier Toren

Denn diese Drei, die in den vergangenen Tagen noch mit ihren Nationalmannschaften auf Reisen waren, werden den Sinsheimern nun auf unbestimmte Zeit fehlen. Speziell der Ausfall des 29-jährigen Kramaric ist für das Team von Trainer Sebastian Hoeneß nicht zu kompensieren. Der kroatische Vize-Weltmeister war zuletzt die zentrale Figur im Spiel der TSG. Sechsmal traf er in der laufenden Bundesligasaison bereits – häufiger als jeder andere Spieler.

Wie gefährlich Kramaric ist, zeigte er dem BVB erst vor rund vier Monaten eindrucksvoll, als er beim 4:0-Sieg in Dortmund gleich alle vier Treffer erzielte. Darunter ein frecher No-Look-Elfmeter.

Ein solch desaströses Ergebnis soll sich aus Sicht des BVB nicht wiederholen. „Gegen sie ist es immer schwer. In der vergangenen Saison haben wir zweimal verloren“, erinnert sich Favre. Er weiß, dass sich die TSG zu einem Angstgegner der Borussen entwickelt hat. Seit fünf Spielen warten die Dortmunder auf einen Sieg gegen Hoffenheim (drei Niederlagen, zwei Unentschieden). Der letzte Erfolg liegt fast drei Jahre zurück. Unter Trainer Peter Stöger gab es im Dezember 2017 ein 2:1.

TSG Hoffenheim will dem BVB das "Leben so schwer wie möglich machen"

„Diese Statistik ist schön, aber sie hilft uns nicht“, stellt TSG-Trainer Sebastian Hoeneß klar. Helfen könnte Hoffenheim stattdessen die dominante und offensive Spielanlage der Dortmunder. „Sie kommen eher über das Spielerische. Das bietet eventuell Räume hinter der Kette“, analysiert Hoeneß. Darauf wird sein Team lauern. Ähnlich wie beim überraschenden 4:1-Sieg gegen den FC Bayern München Ende September. „Wir versuchen, Dortmund wie gegen Bayern das Leben so schwer wie möglich zu machen, sie nicht zur Entfaltung kommen zu lassen“, sagt der 38-jährige Trainer. Obwohl sich Hoffenheim den Ruf eines Favoritenschrecks erarbeitet und der BVB gegen aggressive Gegner regelmäßig Probleme hat, will Hoeneß nichts von einer Favoritenrolle wissen. Dortmund habe eine Mannschaft, „die sehr gut besetzt ist“, betont der Trainer. „Es ist eine große Herausforderung. Wir freuen uns darauf, uns mit den mit besten Spielern Deutschlands, vielleicht sogar europaweit, messen zu können.“

Einer dieser Top-Spieler ist Erling Haaland, der auch in der norwegischen Nationalmannschaft an seine starken Leistungen zum Bundesligastart anknüpfen konnte. In der Nations League gegen Rumänien (4:0) gelangen dem 20-Jährigen drei Treffer. Hauptsächlich auf Haaland wollen sich die Hoffenheimer zwar nicht konzentrieren, „aber wir müssen hellwach sein“, erklärt Hoeneß und lobt den Dortmunder Angreifer. Allerdings nicht, ohne eine Spitze hinterherzuschicken. Auf Nachfrage sagt er, dass sein Torjäger Kramaric ein „noch flexiblerer“ Spieler sei als der junge BVB-Stürmer.

Auf dem Rasen hätten die beiden Ausnahmestürmer das Duell nun austragen können. Eigentlich. Wäre da nicht das Corona-Virus.

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