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Warum BVB-Trainer Favre und Gladbach-Trainer Rose sauer waren

Gladbach-Trainer Marco Rose (l.) sieht die Gelbe Karte, BVB-Trainer Lucien Favre brüllt.

Gladbach-Trainer Marco Rose (l.) sieht die Gelbe Karte, BVB-Trainer Lucien Favre brüllt.

Foto: imago

Dortmund.  Borussia gegen Borussia - da war einiges los. Dortmund gewann 1:0 gegen Mönchengladbach, doch beide Trainer beklagten sich nach dem Spiel.

Lucien Favre lächelte. Es gibt Menschen, die behaupten, das ginge bei ihm schon als Gefühlsausbruch durch. Jedenfalls war Borussia Dortmunds Trainer an diesem Samstagabend anzusehen, dass er am Ende doch glücklich war. “Es gefällt mir total, mit 1:0 zu gewinnen”, sagte er.

1:0 gegen Borussia Mönchengladbach. 1:0 gegen seinen ehemaligen Verein. 1:0 gegen den Tabellenführer. 1:0 gegen seine Kritiker. Und 1:0 gegen die Sorge, dass ihm der Verzicht auf den disziplinlosen Jungstar Jadon Sancho bei einer Heimniederlage hätte angekreidet werden können.

BVB-Trainer Favre über Sancho: "Morgen ist ein anderer Tag"

So blieb der Fall Sancho zwar ein Ärgernis, aber keines, das ihm das Wochenende verderben konnte. Ob sich der 19-jährige Engländer, der mit einem Tag Verspätung von seiner Nationalmannschaft zurückgekehrt war, nach seiner Suspendierung einsichtig zeigte oder nicht, wollte der BVB-Trainer nicht verraten: “Ich kommentiere das nicht. Das war eine disziplinarische Sache, das bleibt intern. Morgen ist ein anderer Tag.”

Favre bewertete den Erfolg als “Arbeitssieg”, er attestierte der Borussia vom Niederrhein, dass sie vor allem gegen Ende “viel Druck gemacht” habe. Aber am Schluss sah er den Sieg der westfälischen Borussia als verdient an: “Wir hatten mehr Chancen als Gladbach.”

Der Schweizer haderte damit, dass zwei Treffer nicht anerkannt worden waren. Nach dem durch Thorgan Hazard hatte sich der Videoassistent gemeldet, weil Marco Reus einige Szenen vorher im Abseits gestanden hatte. Mit der Hacke, also höchstens um Zentimeter. “Schade”, sagte Favre dazu leicht zerknirscht. “Aber wenn es Abseits ist, müssen wir es wohl akzeptieren.” Weniger Verständnis hatte er dafür, dass dem vermeintlichen 2:0 durch Julian Brandt die Anerkennung verwehrt blieb. Der Nationalspieler hatte den Ball perfekt ins Eck geschossen, doch Marco Reus hatte dabei Torwart Yann Sommer die Sicht versperrt. Favre kommentierte das so: “Der Torwart kann da doch sowieso nichts machen. Der Schuss von Julian ist unmöglich zu packen.”

Doch nicht nur die Dortmunder, sondern auch die Gladbacher hatten Grund zur Klage. Denn auch sie wurden um ein mögliches Tor gebracht - und das wäre der 1:1-Ausgleich gewesen. Der eingewechselte Patrick Herrmann wurde von Mats Hummels elfmeterreif gefoult, mit dem getroffenen Bein steuerte der Gladbacher den Ball ganz knapp am Pfosten vorbei.

Gladbach hätte mit 2:0 in Führung gehen können

“Ein klarer Elfmeter!”, urteilte Gladbachs Trainer Marco Rose, der ein anderes Fazit zog als sein Dortmunder Kollege: “Wir hätten in der ersten Halbzeit schon zwei Tore schießen müssen, wir sind trotz des 0:1 noch einmal zurückgekommen, wir hatten noch die Chance auf ein Unentschieden. Und das wäre auch verdient gewesen.”

Bei der Betrachtung und Beschreibung der beiden Szenen, mit denen Gladbach schon in der ersten Hälfte mit 2:0 in Führung hätte gehen können, kam Rose beim TV-Sender Sky nicht umhin zu erwähnen, dass Stürmer Breel Embolo dabei einiges hätte besser machen können: “Mit einem Tick mehr Überzeugung am Torhüter vorbeizuziehen, und das mit seinem Tempo - das wäre die Lösung gewesen.”

Am Ende zeigte sich Marco Rose aber als fairer Verlierer. Denn er gratulierte besonders dem in den vergangenen Wochen viel kritisierten Torschützen des Tages Marco Reus. “Wenn es schon bei uns nicht geklappt hat, freue ich mich für den Jungen”, sagte Rose. “Er ist mit unser bester Fußballer in Deutschland.”

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