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Ex-BVB-Spieler Koray Günter startet nun in Italien durch

Zweikampf auf höchstem Niveau: Der frühere BVB-Spieler Koray Günter (links) verteidigt für Hellas Verona gegen Juventus Turins Aaron Ramsey.

Zweikampf auf höchstem Niveau: Der frühere BVB-Spieler Koray Günter (links) verteidigt für Hellas Verona gegen Juventus Turins Aaron Ramsey.

Foto: Getty Images

Dortmund.  Für Borussia Dortmund spielte der Innenverteidiger nur zwei Minuten. Nun ist er Stammspieler bei Hellas Verona – und träumt von der Bundesliga.

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Wenn Koray Günter durch Verona schlendert, läuft er regelmäßig am Wahrzeichen der italienischen Stadt vorbei. Die Arena am Piazza Bra lockt Besucher aus aller Welt an. Im Amphitheater genießen die Touristen Opern wie Aida oder Nabucco. Aktuell gibt es in Verona aber noch spannendes Schauspiel zu bewundern. Es trägt sich vor den Toren der Stadt zu, im Stadio Marcantonio Bentegodi. Sein Name: Koray Günters Durchbruch. Wahrlich ein Glanzstück des früheren Spielers von Borussia Dortmund.

Der deutsche Fußballprofi hat es geschafft. Nach Jahren voller Rückschläge ist er nun Stammspieler in einer europäischen Topliga – beim Serie-A-Klub Hellas Verona. Günters Platz ist die Mitte der Dreier-Abwehrkette. Der 25-Jährige ist mit dafür verantwortlich, dass Hellas als Aufsteiger im Tabellen-Mittelfeld rangiert – vor großen Klubs wie dem AC Mailand, SSC Neapel und AC Florenz. „Ich genieße hier absolutes Vertrauen und kann regelmäßig bis an meine Leistungsgrenzen gehen“, sagt Günter im Gespräch mit diesem Portal. „Dass ich das Potenzial für so eine Liga habe, war mir schon immer bewusst.“

Als Jürgen Klopp Koray Günter beim BVB zum Bundesligaspieler machte

Auch Jürgen Klopp erkannte das Talent des Innenverteidigers früh. Als der Erfolgstrainer noch für Borussia Dortmund arbeitete, holte er Günter in den Bundesligakader. Der Abwehrspieler war damals gerade einmal 18 Jahre jung. Zwei Monate nach seinem 19. Geburtstag war es dann soweit: Der BVB spielte bei Borussia Mönchengladbach. Klopp holte Günter in der Schlussphase zu sich, wechselte den Jungprofi für Nuri Sahin ein. „Das war ein unbeschreibliches Gefühl“, erzählt der Hellas-Spieler. „Auf diesen Moment hatte ich die Jahre zuvor hingearbeitet.“ Das Spiel verloren die Dortmunder allerdings mit 0:2. Doch Günter traf am Ergebnis keine Schuld: Er stand nur zwei Minuten auf dem Platz.

Zu mehr Einsatzzeit in der Bundesliga reichte es nicht. Die Konkurrenz auf seiner Position war zu stark. „Wir hatten damals drei Weltklasse-Innenverteidiger im Kader“, sagt Günter und erinnert an Mats Hummels, Neven Subotic und Sokratis. Er fasste deshalb den Entschluss, seinen Stammklub zu verlassen.

Koray Günter holte Titel mit Galatasaray Istanbul und verletzte sich schwer

Im Januar 2014 wechselte Günter in die Türkei. Bei Serienmeister Galatasaray erhielt er einen Vertrag mit einer Laufzeit über viereinhalb Jahre. Sein Glück fand Günter in Istanbul jedoch nicht. „Natürlich gab es dort auch schöne Momente“, sagt er. Günter holte mit Galatasaray zwei Meistertitel, gewann dreimal den türkischen Pokal. Er bestritt Stadtderbys im ausverkauften Stadion. „Aber ich habe auch viele Schattenseiten des Fußballgeschäfts erlebt“, betont Günter. Im Sommer 2016 riss ein Kreuzband. Mehr als acht Monate fiel er aus. Als Günter dann wieder fit war, gab es im Team keinen Platz mehr für ihn. Er wollte den Klub verlassen, erhielt jedoch keine Freigabe. „Das war eine schwierige Zeit für mich“, gesteht Günter.

Im Sommer 2018 kam die Erlösung. Der Vertrag war ausgelaufen. Günter durfte wechseln. Ihn zog es nach Italien zum FC Genua. Dort war er allerdings auch nur Ergänzungsspieler. Also ließ sich Günter nach einer Saison nach Verona ausleihen. Ein Glücksfall. „Hier passt einfach alles“, sagt der Spieler. „Wir haben so eine junge, hungrige Mannschaft, in der jeder Spieler Woche für Woche an sein Limit geht.“

Günter ein Kandidat für Joachim Löw und die Nationalmannschaft?

Zuletzt musste sich Günter in der Kabine Sprüche gefallen lassen. Die Teamkollegen hatten von Artikeln aus Deutschland erfahren. In diesen stand geschrieben, Günter sei aufgrund der Verletzungen von Niklas Süle und Antonio Rüdiger ein Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft. „Es ist natürlich nett, wenn man so etwas liest“ sagt der Ex-Dortmunder. „Aber ich sehe das realistisch: Aktuell bin ich beim DFB kein Thema.“

Was Günter für wahrscheinlicher hält, ist eine Rückkehr in der Bundesliga. Über den Zeitpunkt will er nicht spekulieren. Hellas Verona besitzt zunächst eine Kaufoption. „Wir werden uns demnächst zusammensetzen und über meine Zukunft sprechen“, sagt er. Dass Günter irgendwann wieder in Deutschland leben und Fußball spielen will, daraus macht er keinen Hehl. Gar nicht mal unbedingt beim BVB. Aber mit nur zwei Bundesliga-Minuten möchte er seine Karriere nicht beenden.

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