Kommentar

BVB und eng getakteter Terminplan: Es geht um die Gesundheit

BVB-Profis feiern das Tor zum 1:0 gegen Hoffenheim. Der eingewechselte Erling Haaland (r.) schnauft durch.

BVB-Profis feiern das Tor zum 1:0 gegen Hoffenheim. Der eingewechselte Erling Haaland (r.) schnauft durch.

Foto: firo Sportphoto

Essen.  Nach dem 1:0-Sieg wird über Corona-Infizierte und überlastete Nationalspieler diskutiert. Offenbar wird um jeden Preis gespielt: Ein Kommentar.

Zuletzt hatte sich das Thema Corona in der Fußball-Bundesliga auf die Zuschauer fokussiert. In einigen Stadien gab es an diesem Spieltag wenige tausend, in anderen wenige hundert und in anderen überhaupt keine Zuschauer. Doch mittlerweile wirbelt das Virus auch auf dem Rasen die Kräfteverhältnisse durcheinander. Gegen Borussia Dortmund fehlte der TSG Hoffenheim ihr Stürmer Andrej Kramaric. Keiner hatte bis zur Länderspielpause häufiger in dieser Saison getroffen. Kramaric war der prominenteste, aber nicht der einzige Spieler, der wegen einer Corona-Infektion am vierten Bundesliga-Spieltag fehlte.

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Denn jene Länderspielpause hatte tatsächlich die Auswirkungen, die vor den Reisen der Nationalmannschaften befürchtet wurden: Einige Spieler verabschiedeten sich gesund von ihren Bundesligaklubs und sie kehrten mit einer Corona-Infektion zurück. Zuvor hatten mehrere Klubs deutliche Kritik an der Abstellungspflicht für ihre Nationalspieler und Reisen in Corona-Risikogebiete geäußert und ein Umdenken gefordert.

Erling Haaland: Drei Spiele in neun Tagen

Hauptsächlich galten die Bedenken dem Corona-Risiko – aber nicht nur. Die Angst vor Verletzungen des Personals ist ebenso groß. Beispiel Erling Haaland: Dortmunds Wunderjunge hat gerade drei Länderspiele mit Norwegen hinter sich gebracht, um nun innerhalb von neun Tagen drei Spiele mit dem BVB zu absolvieren.

Im Vergleich zu den deutschen Top-Handballteams schien das Lamentieren der Fußballer über eng getaktete Spielpläne früher stets wie ein Jammern auf sehr hohem Niveau. Doch die Pandemie verlangt nun auch den Fußballern durch zusammengedrückte Spielpläne mehr ab, in nationalen Ligen muss der Ball rollen, in der Champions League wird gespielt und im November geht es auch schon wieder zu den Nationalmannschaften.

Auf den Wiederbeginn gepocht

Immer wieder hatten die Klubs in den Anfangsmonaten der Corona-Pandemie auf den Wiederbeginn gepocht, es ging ums wirtschaftliche Überleben. Längst aber zeigt sich wieder die hässliche Seite des Geschäfts. Es wird um jeden Preis gespielt – und damit auch mit der Gesundheit der Spieler.

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