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Duell der Ex-BVB-Torjäger: Immobile sticht Lewandowski aus

Ciro Immobile

Ciro Immobile

Foto: Paolo Bruno / Getty Images

Essen.  Ciro Immobile wird wohl Europas Torschützenkönig. Und Robert Lewandowski? Der spekuliert auf einen anderen Preis.

Es gibt eine Statistik, die besonders treffend die Stärken von Ciro Immobile beschreibt. Seit seiner missglückten Saison 2014/2015 bei Borussia Dortmund hat der Angreifer in Diensten von Lazio Rom nur fünf Liga-Tore außerhalb des Strafraums erzielt. Im Sechzehner waren es ganze 107.

Treffer Nummer 112 seit 2014 am Mittwochabend war für den 30-Jährigen ein besonders wichtiger – und typischer: Joaqin Correa steckte den Ball auf den hinter der Abwehr von Brescia Calcio lauernden Immobile durch. Der Ex-Dortmunder musste aus neun Metern nur noch zum 2:0-Endstand einschieben. Der Strafraum ist und bleibt sein Metier.

Wer hätte das schon vor ein paar Jahren gedacht? Immobile wechselte als Torschützenkönig der Serie A zum BVB. Ins System von Jürgen Klopp konnte sich der Italiener nie wirklich integrieren, kam dazu in eine völlig verunsicherte Mannschaft, die zwischenzeitlich sogar auf den letzten Tabellenplatz zurückgefallen war. Immobile flüchtete zunächst nach Sevilla, dann zurück nach Italien: erst zum FC Turin, im Sommer 2016 zu Lazio.

Neue Taktik hilft Ex-BVB-Star Immobile

Mit dem Selbstvertrauen kam sein Torhunger zurück. Das System der Römer ist auf ihn zugeschnitten. Mittelfeldspieler Luis Alberto (16 Vorlagen) perfektionierte den Schnittstellenpass auf Immobile. Das Resultat: 36 Partien, 35 Tore. Immobile – der aktuell beste Angreifer in Europa. Sollte Cristiano Ronaldo (31 Tore) am letzten Spieltag kein Wunder verbringen, wird er das auch bleiben.

Und Robert Lewandowski? Der 31-jährige Pole gewinnt mal wieder nicht den Goldenen Schuh, die Auszeichnung für den Top-Torjäger des Kontinents – 34 Treffer in der Bundesliga, wo jeder Klub allerdings vier Spiele weniger hat als in Italien, Spanien oder England, reichten dafür nicht. Nun die Niederlage im Privatduell mit Immobile. Ausgerechnet gegen seinen beim BVB gescheiterten Nachfolger.

Lewandowski spekuliert nun auf die Weltfußballer-Auszeichnung der Fifa. „Wir prüfen verschiedene Optionen, in welcher Form wir etwas durchführen würden“, sagte ein Sprecher des Weltverbandes. Obwohl Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt einige Lobby-Arbeit betrieben hatte, gelten mal wieder Dauersieger Ronaldo und Lionel Messi als Favoriten. Blieben noch die Preise für Europas und Deutschlands Fußballer des Jahres – beide hat Lewandowski noch nie gewonnen.

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