Favre

Tuchel-Nachfolger? Das ist die Wahrheit über Favre und den BVB

Herzliche Begrüßung vor fast zwei Jahren: Lucien Favre (l.) als Gladbacher mit dem Kollegen Thomas Tuchel, der gerade beim BVB angefangen hat.

Herzliche Begrüßung vor fast zwei Jahren: Lucien Favre (l.) als Gladbacher mit dem Kollegen Thomas Tuchel, der gerade beim BVB angefangen hat.

Nizza.   Der Schweizer Trainer gilt als Top-Kandidat auf die Tuchel-Nachfolge. Noch ist nichts entschieden – aber sein Fürsprecher kommt aus der Mannschaft.

Seit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in unserer Zeitung einen Dissens eingeräumt hat, zittert Thomas Tuchel um seinen Trainerjob bei Borussia Dortmund. Noch ist nichts entschieden. Denn noch sind zwei wichtige Saisonspiele zu bestreiten: das letzte Bundesliga-Spiel zu Hause gegen Werder Bremen, um die direkte Qualifikation zur Champions League zu schaffen, und das DFB-Pokalfinale am 27. Mai gegen Eintracht Frankfurt in Berlin.

Tuchel kann es nicht ändern: Öffentlich wird über Nachfolger spekuliert. Der aussichtsreichste Kandidat: angeblich der Schweizer Lucien Favre (59) von OGC Nizza.

Wie wahrscheinlich ist sein Wechsel ins Ruhrgebiet?

Vorige Woche wollte Bayer Leverkusen Favre als Nachfolger für den glücklosen Trainer Korkut haben. Aber Favre sagte mit der Begründung ab, er spekuliere auf einen Wechsel zum AS Monaco. Vom BVB war nicht die Rede.

Favres Vertrag in Nizza läuft 2019 aus

Tatsache ist: Favres Vertrag in Nizza läuft 2019 aus. An der Cote d’Azur fühlt er sich wohl wie seine Frau Chantal, die beim nächsten Wechsel ein Wörtchen mitreden will. Sie kennt Deutschland: Ihr Mann war schon Trainer bei Hertha BSC (2007 bis 2009) und Borussia Mönchengladbach (2011 bis 2015). Es ist kein Geheimnis, dass sie gerne in Südfrankreich bliebe.

Da gefällt ihr die Nachricht aus dem benachbarten Monaco: Sollte dort der Trainer Leonardo Jardim weggehen (er liebäugelt mit Spanien und England), wäre Favre der passende Nachfolger.

Mittlerweile hat Favre sich in der Ligue 1 einen guten Ruf erarbeitet. Er zähmte zum Beispiel den unberechenbaren Stürmerstar Balotelli aus Italien. Zwischenzeitlich war Nizza sogar Tabellenführer.

In Nizza stört Favre aber gewaltig, dass er seine Wunschspieler nicht bekommt. Nizza hat nur einen überschaubaren Etat. Ins Stadion Allianz-Riviera, wo Schalke 04 in der Europa League einen grandiosen Auftritt hatte, kommen im Schnitt nur 22 000 Zuschauer.

In Dortmund ist das alles anders. Über 81 000 Zuschauer bei Heimspielen, große Spiele in der Champions League, eine ambitionierte junge Mannschaft, die er formen könnte wie einst Gladbach, wo er Marco Reus, heute Wortführer beim BVB, den Feinschliff gab.

Reus gehört zu Favres Fürsprechern

Reus gehört zu seinen größten Fürsprechern: Durch ihn weiß das Team, dass Favre jeden Spieler besser macht und taktisch ein Meister ist. Beim Abschied in Gladbach 2012 sagte Reus über Favre: „Erfolg hier bei Borussia hat einen Namen: Lucien Favre. Er ist ein sensationeller Trainer. Ich habe ihm viel zu verdanken und bin froh, dass ich unter ihm trainieren durfte.“

Weitere Kandidaten gehandelt

Aber Favre ist nicht der einzige Kandidat. Gehandelt wird Nico Kovac von Eintracht Frankfurt. Er hat beim BVB im Januar 2016 hospitiert und einen glänzenden Eindruck hinterlassen. Außerdem Paulo Sousa, BVB-Held von 1997 und jetzt in Florenz erfolgreich.

So oder so, Nizza weiß: Favre wird kaum zu halten sein. Der Italiener Claudio Ranieri, 2016 Meister mit Leicester City, gilt als Kandidat wie Ex-Bayer Willy Sagnol.

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