BVB

Der BVB stößt finanziell in eine neue Dimension vor

Borussia Dortmund spielt weiter in Puma-Fußballschuhen.

Borussia Dortmund spielt weiter in Puma-Fußballschuhen.

Foto: firo

Dortmund.  Der verlängerte Sponsorendeal mit Puma bringt dem BVB 250 Millionen Euro in acht Jahren. Doch die Stimmung hängt am Heimspiel gegen Paderborn.

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Monatelang hatten sie verhandelt, schon im Frühling führte vor allem Borussia Dortmunds Marketing-Geschäftsführer Carsten Cramer immer wieder Gespräche mit Puma. Das Ziel: den noch bis 2022 laufenden Ausrüstervertrag vorzeitig zu verlängern. Am Donnerstag konnten die langjährigen Partner einen Durchbruch melden: Bis 2028 läuft die neue Vereinbarung zwischen den Schwarz-Gelben und dem Sportartikel-Konzern aus Herzogenaurach.

Er freue sich über „die vertrauensvollen und freundschaftlichen Gespräche zwischen beiden Seiten“, teilte Cramer mit. „Puma ist seit langer Zeit nicht bloß Ausrüster und Sponsor des BVB, sondern auch ein bedeutsamer Aktionär unseres Klubs“, meinte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. „Unsere Partnerschaft ist gewachsen und geht weit über eine normale Geschäftsbeziehung hinaus.“ Puma hält nämlich auch fünf Prozent der BVB-Aktien. Zahlen zu dem Vertragsabschluss nannte weder er noch sonst jemand beim BVB – ebenso wenig wie Puma. Nach Informationen dieser Zeitung aber zahlt der Konzern für das Geschäft rund 250 Millionen Euro.

30 Millionen Euro statt zehn Millionen Euro für den BVB

Dortmund stößt damit finanziell in eine neue Dimension vor: Mit rund 30 Millionen Euro pro Jahr kassiert der Klub mehr als dreimal so viel wie bislang. Die Vereinbarung tritt ab dem 1. Juli 2020, also zu Beginn des kommenden Finanzjahres, in Kraft. Schon länger hatte man in Dortmund das Gefühl, unter Wert bezahlt zu werden, eine Einschätzung, die von Branchen-Experten durchaus geteilt wurde – angesichts der Zahlen, die andere Klubs erzielen.

Denn national hat Dortmund die Konkurrenz nun zwar größtenteils abgehängt, Schalke 04 etwa kassiert von Umbro rund sechs Millionen Euro pro Jahr. Europaweit aber gehört der BVB nicht einmal zur Top Ten, die Kluft zur Spitze ist groß: Etwa 60 Millionen Euro pro Jahr soll der FC Bayern München von Adidas kassieren, Manchester City ist mit rund 75 Millionen pro Jahr größter Puma-Partner. Und die spanischen Spitzenklubs Real Madrid (Adidas) und FC Barcelona (Nike) erhalten angeblich knapp 120 Millionen Euro im Jahr.

BVB trifft am Freitag auf den SC Paderborn

Dennoch: Wenn Watzke die Zahlen auf der Mitgliederversammlung am Sonntag und der Hauptversammlung der Aktionäre am Montag präsentiert, dürften sie gut ankommen. Die Stimmung prägen aber auch bei einem börsennotierten Fußballklub andere Dinge – beim BVB wird dies zunächst das Spiel gegen den SC Paderborn an diesem Freitag (20.30 Uhr/Dazn) sein.

Nach der 0:4-Niederlage beim FC Bayern vor der Länderspielpause ist Wiedergutmachung gefordert, der Druck auf Trainer Lucien Favre und seine Mannschaft ist wieder deutlich gewachsen. Sie wissen: Gegen den Tabellenletzten Paderborn können sie eigentlich nur verlieren. Denn erwartet wird im Klub und im Umfeld nicht nur ein Sieg, nein: Es muss ein deutlicher, überzeugend herausgespielter Erfolg sein. Alles andere wäre die nächste Enttäuschung.

Das weiß auch Favre: „Wir müssen Respekt haben, aber wissen, was wir machen müssen“, sagt er. Was denn? „Wir wollen unbedingt gewinnen.“

Das Problem: Vorbereiten konnte Favre seine Spieler kaum, erst Mitte der Woche kehrten die meisten von ihren Nationalmannschaften zurück. „Das ist heutzutage eben das Programm“, meint Favre. „Es gibt immer Freitagsspiele, auch nach Länderspielpausen. Daran sind wir gewöhnt.“ Der Trainer demonstriert maximale Gelassenheit. Aber er weiß: Die kann er sich dauerhaft nur leisten, wenn seine Mannschaft gegen Paderborn überzeugt.

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