Kommentar

Das BVB-Aus in Paris ist ärgerlich - aber zu verschmerzen

Es hat nicht gereicht: BVB-Abwehrspieler Lukasz Piszczek (l.) im Duell mit Paris-Angreifer Edinson Cavani.

Es hat nicht gereicht: BVB-Abwehrspieler Lukasz Piszczek (l.) im Duell mit Paris-Angreifer Edinson Cavani.

Foto: AFP PHOTO / GETTY / UEFA / ALEXANDRE SIMOES

Der BVB hätte das Champions-League-Aus in Paris vermeiden können, war aber zu passiv. Dennoch ist das Ergebnis zu verschmerzen. Ein Kommentar

Es fühlt sich merkwürdig an, in diesen Tagen sportliche Kommentierungen zu Fußballspielen abzugeben. Es fühlt sich ja schon sehr merkwürdig an, Spiele zu verfolgen, bei denen es leiser ist als auf so mancher Bezirkssportanlage. So richtig es ist, dass man angesichts der Corona-Pandemie darauf verzichtet, Zehntausende in einem Stadion zu versammeln – so sehr zeigt es uns doch, dass der Fußball mehr ist als 22 Menschen, die einem Ball nachjagen.

Aber es hat eben ein Fußballspiel stattgefunden, ein ziemlich wichtiges noch dazu. Eines, in dem Borussia Dortmund im Champions-League-Achtelfinale ausgeschieden ist, trotz des 2:1-Siegs im Hinspiel. Das ist einerseits ziemlich ärgerlich, denn Paris schien alles andere als unschlagbar. Aber der BVB war zu lange zu passiv, zu ängstlich und im letzten Drittel viel zu unpräzise. Er wachte zu spät auf gegen eine Pariser Truppe, der am Ende die Luft auszugehen schien. Ernsthafte Dortmunder Chancen gab es nicht mehr.

Andererseits ist das Aus zu verschmerzen. Gegen die mit millionen aus Katar hochgezüchtete Millionentruppe PSG darf man mal verlieren. Und deswegen besteht auch kein Anlass, wieder eine BVB-Krise auszurufen. Lucien Favre hat seine Mannschaft in den vergangenen Wochen stabilisiert. Sie kassierte kaum noch Gegentore, sie gewann konstant ihre Spiele.

BVB braucht jeden Punkt

Das aber muss sie jetzt auch fortsetzen. Nicht nur, weil das Derby gegen Schalke für die Fans das Spiel des Jahres bleibt, auch wenn sie nicht zuschauen dürfen. Vor allem, weil der BVB im Kampf um den Titel genau wie um die Champions-League-Ränge jeden Punkt braucht.

Und einer, den sie in Dortmund sehr gut kennen, darf erst einmal durchatmen: Für Paris-Trainer Thomas Tuchel hätte das zweite Achtelfinal-Aus in Serie mit ziemlicher Sicherheit das Aus bedeutet. Nun darf er erst einmal weitermachen, weil die Hoffnung der Geldgeber auf den ersehnten Champions-League-Titel weiterlebt. Dafür allerdings wird sich Paris noch einmal deutlich steigern müssen.

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