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BVB wehrt sich gegen Favoritenstatus in der Champions League

„Der Champions-League-Sieger wird gewählt, da geht es nach Leistung“, sagt Neven Subotic. Trotzdem freuen sich seine Mannschaftskollegen nach dem Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse.

„Der Champions-League-Sieger wird gewählt, da geht es nach Leistung“, sagt Neven Subotic. Trotzdem freuen sich seine Mannschaftskollegen nach dem Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse.

Foto: dapd

Dortmund.   Schon vor dem Achtelfinal-Duell mit Schachtjor Donezk war die Zahl derer groß, die dem BVB gute Aussichten auf das Finale attestierten, nach dem überzeugenden 3:0-Sieg dürften es nicht weniger geworden sein. Spieler und Trainer wehren sich noch gegen den Favoritenstatus – nur einer tanzt aus der Reihe.

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Irgendjemand musste vergessen haben, Felipe Santana zu informieren. „Das Ziel ist Wembley“, verkündete er forsch, jene Stadt also, in der am 25. Mai das Finale der Champions League steigt. Und er zeigte sehr deutlich, wie sehr er sich freute über dieses Spiel, diesen Sieg und die eigene Leistung, mit der er – nicht nur durch sein Tor – entscheidend dazu beigetragen hatte.

Damit unterschied er sich deutlich von den übrigen Protagonisten dieses Abends, die sich offenbar verabredet hatten, den Erfolg eher geschäftsmäßig-kühl zu kommentieren und sich vor allem nur ja keinen Favoritenstatus einreden zu lassen. Schon gar nicht von Mircea Lucescu, dem Trainer von Schachtjor Donezk, der vor dem Spiel in großer Gewissheit verkündet hatte, der Sieger dieses Duells werde das Finale erreichen – auch wenn er wohl eher auf die eigene Mannschaft gehofft hatte. „Der Mann ist Fachmann, dem sollte man nicht widersprechen“, witzelte zwar Nuri Sahin, BVB-Trainer Jürgen Klopp wollte sich dem trotz aller fachlichen Wertschätzung für den Kollegen aber nicht anschließen: „Ich würde mich sehr freuen, wenn er als Hellseher ähnliche Qualitäten hätte wie als Trainer“, sagte er. „Aber so richtig dran glauben kann ich nicht.“

„Absolut verfrüht und unangebracht“

Das Zitat sei „absolut verfrüht und unangebracht“ gewesen, ergänzte Sebastian Kehl. Doch nicht nur für den Gäste-Trainer war dieses Achtelfinale das Duell zweier Geheimfavoriten gewesen. Und während Donezk seinen Favoritenstatus vor allem in der ersten Halbzeit tatsächlich sehr geheim hielt, tat der BVB auf dem Platz alles, um diese Rolle zu erfüllen.

Bis auf eine kurze Phase nach der Halbzeitpause hatte man das Geschehen jederzeit im Griff, die Offensivabteilung um die starken Götze und Blaszczykowski versprühte enorme Spielfreude und anders als noch im Pokalduell gegen Bayern entzog man sich fast mühelos den Pressing-Versuchen des Gegners.

BVB denkt nicht über das Finale nach

Die Zahl derer, die den BVB auf den Favoritenschild heben, dürfte also weiter wachsen. „Davon können wir uns nichts kaufen“, entgegnete zwar Innenverteidiger Neven Subotic. „Der Champions-League-Sieger wird gewählt, da geht es nach Leistung.“ Die allerdings stimmt in der bisherigen Champions-League-Saison des BVB, schließlich war Schachtjor Donezk nach Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam der vierte amtierende Landesmeister, gegen den man sich durchsetzte.

Doch diese Bilanz, das wissen sie beim BVB, wird im Viertelfinale nicht mehr viel wert sein. „Alle Mannschaften, die bisher in der Champions League ausgeschieden sind, ob im Viertelfinale, Halbfinale oder Finale, haben bis dahin richtig stark gespielt, anders kommst du da ja nicht hin“, sagte Klopp. „Deswegen denken wir auch an diesem tollen Abend nicht über das Finale nach.

Nur bis zu Felipe Santana war diese Botschaft offenbar nicht durchgedrungen.

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