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BVB: Stöger setzt nicht mehr auf Götze - WM-Chancen sinken

Mario Götze.

Foto: firo

Mario Götze. Foto: firo

Gelsenkirchen/Dortmund.  Final-Held Mario Götze muss einen Monat vor Nominierung des vorläufigen WM-Kaders zittern. BVB-Trainer Peter Stöger setzt nicht auf ihn.

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Mario Götze dürfte die Worte von Peter Stöger wie eine weitere verbale Ohrfeige empfunden haben. "Mario ist ein talentierter Spieler, ein guter Spieler", sagte der Trainer von Borussia Dortmund nach dem 0:2 im Revierderby bei Schalke 04. Dass der WM-Held nicht in seiner Startelf gestanden hatte, erklärte Stöger mit dem "Faktor Vertrauen" für elf andere Profis - Vertrauen, das Götze längst eingebüßt hat. Auch bei Bundestrainer Joachim Löw?

Einen Monat vor der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders am 15. Mai ausgerechnet im Dortmunder Fußball-Museum droht Götze mehr denn je das Aus für die Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli). Während sich Spieler aus der zweiten und dritten Reihe in den Vordergrund spielen wie Julian Brandt, Serge Gnabry, Sandro Wagner oder Kevin Volland, ist Götze Löws Sorgenkind Nummer eins. Am Sonntag konnte er "einem nur Leid tun", schrieb die Süddeutsche.

Götze erst in der 86. Minute eingewechselt - eine "Hohn-Einwechslung"

"Ich bin mir sicher, dass ich mit meinen Qualitäten der Mannschaft helfen kann, den Titel erneut zu gewinnen", sagte der 25-Jährige noch am Samstag in der Bild. Doch schon zum Auftakt des WM-Jahrs im März gegen Spanien (1:1) und Brasilien (0:1) hatte Löw auf den Siegtorschützen des WM-Finals 2014 mit Verweis auf dessen Form verzichtet. Nur beim 0:6 in München stand er danach in der BVB-Startelf, auf Schalke brachte Stöger ihn in der 86. Minute beim Stand von 0:2, eine "Hohn-Einwechslung" (Bild).

"Der Bundestrainer kennt mich seit vielen Jahren und weiß, welche Qualitäten ich habe", meint Götze unbeirrt, "diese habe ich ja nicht verloren, im Gegenteil." Er sei "als Persönlichkeit gereift". Der Saisonendspurt sei wichtig, "aber nicht alleine ausschlaggebend" für ein WM-Ticket.

Weil sich Andre Schürrle nach einem Zwischenhoch zuletzt ebenso wenig aufdrängte, könnte das DFB-Team ohne die beiden Autoren des goldenen WM-Tores zur Mission Titelverteidigung aufbrechen. Sogar ein Kader ohne BVB-Profis ist möglich, Marco Reus darf noch am ehesten hoffen. Zittern müssen überdies Emre Can, der Liverpool derzeit wegen einer Rückenverletzung fehlt, und Lars Stindl angesichts der schwachen Gladbacher Phase.

Wen nimmt Löw mit zur WM?

Dafür drängen sich andere auf. Neben Brandt, seit der EM 2016 Dauergast bei Löw, vor allem dessen Leverkusener Klubkollege Volland, Gnabry und Wagner. Volland gelang beim 4:1 gegen Frankfurt sein erster Hattrick, Hoffenheims Gnabry traf in den vergangenen sechs Ligaspielen sechs Mal.

Auch Wagner war bei seinen jüngsten fünf Bundesliga-Einsätzen von Beginn an für den FC Bayern sechs Mal erfolgreich. Es wäre "Wahnsinn", wenn er in Russland nicht dabei wäre, sagte der 30-Jährige, der mit Stuttgarts Mario Gomez konkurriert, er sei in der Form seines Lebens: "Ich habe es verdient und fahre da auch mit, da bin ich mir sicher."

Sicher sein - das dürfen sich 15, 16 Spieler. Auch Kapitän Manuel Neuer gehört dazu, auf dem Weg zurück steht er kurz vor dem Ziel. "Man muss nicht groß rätseln", sagte Direktor Nationalmannschaft Oliver Bierhoff zuletzt über den Kader. Nur in Einzelfällen wisse Löw "selbst noch nicht so genau", wie er sich entscheide. Wie bei Götze. (sid)

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