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BVB-Star Brandt sucht seine Rolle - Can großer Konkurrent

Julian Brandt muss um seinen Platz im BVB-Team kämpfen.

Julian Brandt muss um seinen Platz im BVB-Team kämpfen.

Foto: Firo

Dortmund.  Julian Brandt hat seinen Platz im BVB-Mittelfeld verloren. Aber der Nationalspieler ist vielseitig. In den kommenden Wochen wird er gebraucht.

Es herrschte eine gewisse Fluktuation am Dienstag auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund: Am Vormittag mischte der monatelang verletzte Thomas Delaney wieder mit, ebenso der zuletzt erkrankte Mario Götze. Am Nachmittag pausierte das Duo wieder. Ob Götze trainiert oder nicht, ist in Dortmund inzwischen nicht mehr als eine Randnotiz. Sportlich spielt er nur noch eine Nebenrolle beim Fußball-Bundesligisten, und vieles deutet darauf hin, dass seine Zeit beim BVB im Sommer zu Ende geht. Dann nämlich läuft der Vertrag des 27-Jährigen aus.

Nach Informationen dieser Redaktion wollen sich die Verantwortlichen zwar bald noch einmal mit dem Eigengewächs zusammensetzen, von einer Verlängerung aber gehen sie derzeit nicht mehr aus. Weil die Gehaltsvorstellungen auseinandergehen, Borussia Dortmund will deutlich unter den aktuellen Jahresverdienst von knapp 10 Millionen Euro kommen. Vor allem aber, weil Götze die Perspektive fehlt.

Julian Brandt hat beim BVB im Mittelfeld große Konkurrenz

Auf seinen bevorzugten Positionen in der Offensive ist die Konkurrenz enorm, erst recht, seit im Sommer Julian Brandt sowie im Winter Erling Haaland kamen. Auch die beiden setzten am Dienstagnachmittag mit dem Training aus, was für die Planung der BVB-Startelf schon von deutlich größerer Bedeutung ist vor den wichtigen Spielen gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag (18.30 Uhr/Sky), im Champions-League-Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain am Mittwoch und wieder in der Liga gegen Schalke 04 am folgenden Samstag. Noch hält sich die Besorgnis in Dortmund allerdings in Grenzen: Haaland kränkelte zuletzt, Brandt hatte kürzlich eine zweiwöchige Pause wegen eines Außenband-Anrisses – da muss die Belastung dosiert werden.

Ohnehin stellt sich bei Brandt die Frage: Wohin mit dem Allrounder? Vor seiner Verletzungspause spielte der 23-Jährige im zentralen Mittelfeld neben Axel Witsel. Dort allerdings hat sich inzwischen Winter-Zugang Emre Can etabliert – und mit resolutem Zweikampfverhalten überzeugt. Der 25 Millionen Euro teure Defensivspieler ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass der zuvor so anfällige BVB zuletzt in vier Pflichtspielen nur ein einziges Gegentor kassierte.

Favre setzt in der Zentrale auf Witsel und Can

Favre will das Mittelfeld-Bollwerk Witsel und Can nicht auseinanderreißen. Er schätzt an Can nicht nur dessen Defensivstärke, sondern auch die Fähigkeit, das Spiel zu beschleunigen, und die Autorität, mit der der 26-Jährige die Vorderleute zur Mitarbeit gegen den Ball animiert. Brandt attestierte der Trainer zwar immer wieder Fortschritte in der Defensivarbeit – seine Stärken aber liegen eher in der Offensive. Er muss also einen anderen Platz finden. Aber wo? Seine Idealposition als Freigeist im Zentrum gibt es in der aktuellen Formation eher nicht. Beim 1:0-Sieg gegen den SC Freiburg am vergangenen Wochenende, als Haaland eine Pause bekam, spielte Brandt als „hereingezogener Flügelspieler oder halber Zehner“, wie er mit einem Grinsen sagt.

Aus jener Halbposition leitete er das Tor des Tages durch Jadon Sancho mit einer technisch anspruchsvollen Ballannahme ein. Auch deswegen lautet die Bilanz des ersten Startelf-Einsatzes: „eigentlich gut“.

BVB spielt am Samstag bei Borussia Mönchengladbach

Der genesene Fuß war „überhaupt kein Problem“, der fehlende Rhythmus schon eher: „Man hat natürlich gemerkt, dass man erst einmal wieder zum gewohnten Niveau finden muss. Ich hatte ein, zwei Ungenauigkeiten, ein paar Bälle sind versprungen.“

Aber es war „wichtig, dass ich mal wieder von Anfang an spiele, dass ich wieder in den Rhythmus komme.“ Denn in den kommenden intensiven Wochen wird Brandt in jedem Fall gebraucht werden. Favre will und muss rotieren in jenen wichtigen Spielen. „Gladbach ist gut drauf, das ist ein direktes Duell gegen einen Tabellennachbarn“, erklärt Brandt. „Die Bedeutung des Paris-Spiels ist selbsterklärend, und gegen Schalke waren es in den letzten Jahren immer sehr hitzige Spiele, bei denen alles abverlangt wurde – auch wenn sie nicht unbedingt in der Favoritenrolle waren.“ Welche Rolle Brandt indes in diesen Spielen des BVB haben wird, wird sich erst in den kommenden Tagen zeigen.

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