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BVB-Profis Bürki und Philipp: Zwei verschiedene Rückkehrer

Kamen vom SC Freiburg zum BVB: Maximilian Philipp und Roman Bürki (v.l.).

Kamen vom SC Freiburg zum BVB: Maximilian Philipp und Roman Bürki (v.l.).

Foto: imago

Dortmund/Freiburg.  Für die BVB-Profis Bürki und Philipp bedeutet das Spiel in Freiburg eine Rückkehr – unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen.

Es waren recht gegensätzliche Auftritte: Roman Bürki war der gefeierte Mann nach dem 2:1-Sieg von Borussia Dortmund gegen Mainz 05, er hatte seiner Mannschaft mit starken Paraden die drei Punkte gerettet – und profilierte sich danach als pointierter Kritiker am Auftritt der eigenen Mannschaft. Maximilian Philipp dagegen hatte zwar auch mitgewirkt, 18 Minuten immerhin. Doch es war ein unauffälliger Auftritt, keine seiner Szenen blieb über das Spiel hinaus im Gedächtnis haften. Und so verschwand der Offensivspieler aus dem Stadion, ohne dass ihn irgendjemand aufgehalten hätte, um mit ihm über die zurückliegende Partie zu sprechen.

Am Ostersonntag (15.30 Uhr/Sky) steht für Philipp ebenso wie für Bürki eine Rückkehr an, beim SC Freiburg schafften beide den Durchbruch zum Bundesligaspieler. Doch nicht nur die Partie gegen Mainz zeigte, dass ansonsten wenig die beiden BVB-Profis verbindet. Während Bürki in seiner vierten Saison in Dortmund zum großen Rückhalt und Leistungsträger gereift ist, sucht Philipp aktuell noch immer nach seiner Rolle im schwarz-gelben Star-Ensemble.

BVB: Philipp kämpft sich aus einer Verletzungspause zurück

Aktuell kämpft er sich mal wieder aus einer Verletzungspause zurück, ein Außenband-Anriss im Knie hatte den Angreifer mehrere Wochen lahmgelegt, nachdem ihn zu Beginn der Hinrunde bereits muskuläre Probleme geplagt hatten. Mit Rückschlägen durch Verletzungen kennt sich Philipp aus: In der vergangenen Saison, als er nach seinem Wechsel aus Freiburg immer besser in Schwung kam und auch als Torjäger glänzte, erlitt er eine Patellasehnen-Luxation und fiel drei Monate aus.

Seitdem tut er sich schwer, seinen Platz zu finden, meist ist dieser auf der Ersatzbank. In der aktuellen Saison kommt er auf 21 Pflichtspieleinsätze, was nach einer ordentlichen Bilanz klingt. Insgesamt kamen dabei aber nur 1046 Einsatzminuten zusammen, in denen ihm zwei Tore und drei Vorlagen gelangen – für einen Offensivspieler keine sonderlich beeindruckende Zahl. Trainer Lucien Favre sieht in Philipp vor allem einen Backup für Kapitän Marco Reus als Spielmacher. Das ist erstens schlecht, weil Reus fast immer spielt. Und zweitens, weil inzwischen auch Mario Götze immer nachdrücklicher Ansprüche anmeldet. Und auf den Flügeln, wo Philipp ebenfalls spielen könnte, konkurriert er mit Jadon Sancho, Raphael Guerreiro, Jacob Bruun Larsen und Christian Pulisic – auch hier ist es alles andere als einfach, auf Spielminuten zu kommen.

Kein Wunder also, dass Philipps Name immer wieder fällt, wenn über mögliche Abgänge im Sommer gesprochen wird. Im Winter zeigte der VfB Stuttgart Interesse. Weil aber der BVB Philipp nur verkaufen wollte und dabei nicht weniger erlösen wollte als jene 20 Millionen Euro, die man im Sommer 2017 an den SC Freiburg gezahlt hatte, wurde nichts aus dem Wechsel. Doch im Somemr dürften die Diskussionen von neuem beginnen.

Ganz anders bei Roman Bürki: Der Schweizer Torhüter ist inzwischen unantastbar in Dortmund. Nicht erst nach dem 2:1-Sieg gegen Mainz 05 etwas ändern feierten ihn die BVB-Fans mit „Roman Bürki“-Sprechchören. Denn es war ja größtenteils dem 28-Jährigen zu verdanken, dass es beim knappen Sieg geblieben war: Nach einem souveränen Auftritt in der ersten Halbzeit und einer hochverdienten 2:0-Führung waren die Dortmunder mächtig ins Schwimmen geraten, hätten den Sieg in einem äußerst schwachen zweiten Durchgang fast noch aus der Hand gegeben.

Bürki zeigt konstant starke Leistungen im BVB-Tor

Einzig Bürki stemmte sich mit aller Macht gegen den Punktverlust: Er gestikulierte, er schrie, er tat alles, um seine immer lethargischer wirkenden Vorderleute aufzuwecken. Und er hielt, was zu halten war, besonders spektakulär kurz vor Schluss, als er in einer Szene gleich dreimal gegen Anthony Ujah rettete. „Heute hat Roman uns gerettet“, lobte Mittelfeldspieler Axel Witsel. „Er hat verrückte Paraden gezeigt. Und natürlich sind wir alle froh, dass er das Gegentor verhindert und uns den Sieg gerettet hat.“

Der Torhüter konnte sich über das Lob nicht mächtig freuen, denn klar ist: Wenn er gegen eine Mittelklassemannschaft wie Mainz zum Matchwinner werden muss, ist einiges schiefgelaufen. Oder, wie es Kapitän Reus formulierte: „Das war nicht der Plan, dass wir heute auf Roman zurückgreifen müssen.“ Doch Bürki hielt den Sieg fest – und fand anschließend deutliche Worte: „“Es hat sich angefühlt, als hätte Mainz zwei Mann mehr auf dem Platz, weil sie immer wieder an den Ball gekommen sind, und wir gefühlt versucht haben, jeden Ball nach vorne zu schlagen“, schimpfte er. „Es kam einfach keine Reaktion, wir haben das über uns ergehen lassen und gehofft, dass es schon irgendwie gut geht.“

Es war in den vergangenen Wochen immer wieder der Torhüter, der deutliche Kritik nach schwachen Auftritten übte und der auch nach Erfolgen mahnte und vor Selbstzufriedenheit warnte. Das Recht zum deutlichen Wort hat sich Bürki durch konstant starke Leistungen in der laufenden Saison erarbeitet. Dabei hat auch er schwierige Zeiten erlebt, als er vom SC Freiburg zum BVB kam. Das Torwartspiel bei einer Spitzenmannschaft unterscheidet sich erheblich von dem bei einer schwächeren Mannschaft. „Ich habe lernen müssen, damit umzugehen, dass eine ganze Weile nichts auf dich zukommt und plötzlich musst du da sein“, sagt er dazu. Immer konzentriert zu bleiben, obwohl man nicht konstant gefordert wird – es dauerte, bis Bürki diese Herausforderung gemeistert hatte.

Immer wieder patzte er entscheidend und als Roman Weidenfeller im Sommer die Karriere beendete, gab es zwischenzeitlich durchaus Überlegungen, eine potenzielle Nummer 1 zu verpflichten und ein offenes Rennen um die Position im Tor auszurufen. Letztlich entschieden die BVB-Verantwortlichen aber, in Marwin Hitz einen erfahrenen Mann für die Ersatzbank zu holen und auf Bürki zu vertrauen. Der dankt es seitdem mit konstant starken Leistungen – und will diese nun auch in der alten Heimat Freiburg zeigen.

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