Champions League

BVB-Fans müssen Protestbanner früh wieder abhängen

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Fans von Borussia Dortmund protestieren vor dem Spiel gegen Benfica Lissabon gegen die Champions-League-Reform.

Fans von Borussia Dortmund protestieren vor dem Spiel gegen Benfica Lissabon gegen die Champions-League-Reform.

Foto: AFP

Dortmund.  Vor dem Anpfiff gegen Sporting Lissabon protestierten BVB-Fans gegen die Champions-League-Reform. Das Banner musste aber wieder entfernt werden.

Die Botschaft war klar und eindeutig: „Stop UCL Reforms! Football for millions of fans – not billions of Euros!” Auf Deutsch: Stoppt die Reformen der Champions League! Fußball für Millionen Fans – nicht Milliarden Euro!“ So stand es auf einem Banner, das die Fans von Borussia Dortmund vor die gesamte Südtribüne gespannt hatten, bevor das Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon angepfiffen wurde. Schon rund eine Dreiviertelstunde vor Anpfiff allerdings wurde es auf Geheiß der Europäischen Fußball-Union (Uefa) wieder entfernt – so wurde es aus Fankreisen gegenüber dieser Redaktion dargestellt. Der BVB habe das Banner erlaubt, ist bei Spielen der Königsklasse aber nicht Veranstalter und hat damit nicht die letzte Entscheidungsgewalt.

Die Uefa als Herrin der Königsklasse war auch Adressat des Protests. Deswegen war das Plakat ja auf Englisch verfasst, obwohl man die Botschaft bei der Uefa sicher auch auf Deutsch verstanden hätte. Die Haltung der BVB-Fans ist auch nicht überraschend, sie protestieren seit Monaten vehement gegen jene Reform, die das Uefa-Exekutivkomitee im April beschlossen hatte – nun aber hatten sie erstmals vor einem Champions-League-Heimspiel die Gelegenheit dazu, denn erstmals seit über einem Jahr konnte ein Königsklassen-Spiel in Dortmund wieder vor Zuschauern ausgetragen werden.

BVB-Fans und Südkurve München mit gemeinsamer Erklärung

Die Reform sieht vor, dass alle 36 (statt bislang 32) teilnehmenden Mannschaften in einer Tabelle spielen, Gruppen gibt es nicht mehr. Die Mannschaften tragen nach einer Setzliste jeweils zehn Spiele gegen zehn unterschiedliche Mannschaften aus. Die besten acht Teams erreichen das Achtelfinale, die 16 folgenden Mannschaften müssen eine Playoff-Runde um die anderen acht Plätze im Achtelfinale austragen. Danach geht es bis ins Endspiel weiter wie bisher. Künftig hat also jede Mannschaft anstatt mindestens sechs mindestens zehn Spiele, was unter anderem die TV-Einnahmen erhöhen soll.

Dagegen hatten sich die BVB-Fans schon am Vormittag gewandt – das Bündnis Südtribüne veröffentlichte eine gemeinsame Erklärung mit der Südkurve München. „Die europäischen Wettbewerbe werden unnötig aufgebläht“, hieß es da. „Ganz abgesehen von der Mehrbelastung für die Spieler wird es für uns Fans mehr bedeutungslose Spiele geben. Die spannenden KO-Spiele, denen wir allen entgegenfiebern, nehmen prozentual ab.“ Außerdem raube der neue Modus die Spannung, weil nach zehn Spieltagen nur ein Viertel der Mannschaften ausscheide.

„Schere geht immer weiter auseinander“

Und: „Spielen in der Champions League schon lange nicht mehr nur die Champions der eigentlichen Nationen, soll nun auch für große Vereine mit völlig verkorkster Saison ein Hintertürchen eingebaut werden und zwei Wildcards basierend auf früheren Erfolgen vergeben werden“, monieren die BVB-Fans. „Die gesamte Reform geht zu Kosten des nationalen Wettbewerbs. Mehr sichere Einnahmen für die großen Klubs bedeutet, dass die Schere in den heimischen Ligen immer weiter auseinander geht. Serienmeister und klar segmentierte Ligen sind die Folge.“

Die Erklärung schließt mit einigen deutlichen Forderungen: „Die Zahl der Gruppenspiele darf keinesfalls erhöht werden. Eine Qualifikation zu den europäischen Wettbewerben darf nur auf dem sportlichen Weg über die Vorsaison möglich sein. Die Europapokalteilnehmer müssen mehr Geld an ihre nationalen Mitbewerber abgeben. So kommen wir in Europa und Deutschland langsam zurück zu dem spannenden sportlichen Wettbewerb, den wir alle sehen wollen.“

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