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BVB-Abwehrchef Hummels erlebt "Traumtag" - und übt Kritik

Freudenschrei: BVB-Abwehrchef Mats Hummels (r.) feiert seinen Treffer zum 3:0 gegen Schalke - es wars ein erstes derby-Tor.

Freudenschrei: BVB-Abwehrchef Mats Hummels (r.) feiert seinen Treffer zum 3:0 gegen Schalke - es wars ein erstes derby-Tor.

Foto: firo

Dortmund.  Dank seines ersten Derbytors erlebt BVB-Abwehrchef Mats Hummels gegen Schalke einen fast perfekten Tag. Eine Sache aber stört ihn noch immer.

Mats Hummels brüllte sein Glück hinaus in die Dortmunder Nacht. Eben hatte der Abwehrchef von Borussia Dortmund das 3:0 gegen den FC Schalke 04 erzielt, und nun stieß er einen Urschrei aus, der gut zu hören war, weil ja nur 300 Zuschauer im Stadion waren. Es lief die 78. Minute, das Spiel war längst entschieden. Zu schwach war Schalke, zu dominant der BVB, als dass man sich ernsthaft hätte vorstellen können, dass diese Partie noch einmal kippen würde.

Dass Hummels sich dennoch so sehr freute, hatte einen anderen Grund: Sein Kopfballtreffer nach scharf getretener Ecke von Raphael Guerreiro war sein erstes Derbytor im 19. Pflichtspiel-Vergleich der beiden Rivalen. Insgesamt kommt Hummels ja sogar auf 24 Pflichtspiele gegen Schalke, wenn man seine Bayern-Zeit mitzählt, getroffen hatte er nie.

„Das Derbytor ist etwas, was mir wirklich gefehlt hat, das stand ganz oben auf meiner Liste“, sagte ein strahlender Hummels nach dem Spiel. „Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat. Dann noch ein Spiel ohne Gegentor – das ist für einen Verteidiger ein absoluter Traumtag.“

Lob für Schalke-Trainer Baum

Dabei sei es trotz des deutlichen Sieges gar nicht so leicht gewesen, dieses Spiel zu gewinnen, meinte Hummels: „Schalke hat es defensiv gut gemacht, sie sind sehr laufstark, sehr aggressiv gewesen, taktisch sehr gut“, sagte der 31-Jährige. „Sie waren mutig, sie haben viel eins gegen eins über den ganzen Platz verteidigt. Das war Manuel-Baum-Style – so hat er auch mit Augsburg schon gegen uns gespielt.“

Aber weil man es selbst gut gemacht hab, den Ball viel habe laufen lassen und ein „herausragendes Gegenpressing“ gespielt habe, weil man zudem aktiv und dominant gewesen sei, sei irgendwann das Führungstor gefallen – und dann wurde es leichter, weitere nachzulegen.

Hummels erklärt Rückkehr zur Viererkette

Hummels erklärte auch, warum der BVB wieder mit Viererkette in der Abwehr gespielt hatte: „Der Trainer hat mit uns gesprochen, ich habe auch ausführlich mit ihm diskutiert“, sagte er. „Es war klar, dass wir mindestens einen Spieler mehr in der Offensive brauchen.“ Und diesen Weg hätte man mit Dreierkette erreichen können, wenn man einen Spieler aus dem zentralen Mittelfeld nach vorne schiebt – oder mit Viererkette.

Einen Bereich, in dem sich der BVB noch verbessern muss, sieht Hummels aber nach wie vor: Ausrutscher wie bei Lazio Rom darf man sich nicht mehr erlauben, wenn man eine echte Spitzenmannschaft sein will. „Wir reden viel darüber, wir arbeiten viel daran“, sagte der Abwehrchef, und fügte dann vielsagend an: „Wir wissen auch teilweise, woran es liegt, aber wenn ich das jetzt anspreche, geht das zu sehr in Richtung Schlagzeile. Wir arbeiten dran und haben in dieser Saison schon einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“ Dennoch gelte: „Das, was Topteams schaffen, in jedem Spiel voll da zu sein – das fehlt uns noch, um eins der absoluten Topteams zu werden.“

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