Bundesliga

Der BVB gibt das Spiel gegen RB Leipzig aus der Hand

Damit hätte in der Halbzeit wohl niemand gerechnet: RB Leipzig bejubelt den Ausgleich beim BVB.

Damit hätte in der Halbzeit wohl niemand gerechnet: RB Leipzig bejubelt den Ausgleich beim BVB.

Foto: Reuters

Dortmund.  Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen dem BVB und RB Leipzig hielt, was es versprach. Mit dem 3:3 (2:0) kann Dortmund aber nicht zufrieden sein.

Julian Nagelsmann sprang wie ein Irrwisch durch die Coaching Zone, jubelte enthemmt – und Lucien Favre sank fassungslos auf seine Trainerbank. Eben hatten die Trainer das dritte Tor von RB Leipzig bei Borussia Dortmund erlebt, begünstigt durch den dritten dicken Dortmunder Patzer. Und deswegen endete dieses Spitzenspiel vor 80.200 Zuschauern im BVB-Stadion schließlich mit 3:3 (2:0), worüber sich die über weite Strecken überlegenen Dortmunder gehörig ärgern mussten.

Zwar waren es zu Beginn die Leipziger, die den BVB erstmal an dessen Strafraum einschnürten. Doch die Dortmunder fanden nach und nach in die Partie, umspielten das aggressive Leipziger Pressing immer besser – dank dreier ballsicherer Innenverteidiger, den beiden technisch starken Mittelfeldspielern Julian Brandt und Julian Weigl und der sehr breit stehenden Außenspieler. So fiel es den Leipzigern schwer, Zugriff auf ihre Gegenspieler zu bekommen.

Und der BVB wurde gefährlicher – fand aber zunächst seinen Meister in RB-Torhüter Peter Gulacsi, der gegen Hummels zweiten Kopfball (15.) und Hakimis Schuss aus spitzem Winkel gut reagierte und auch Jadon Sanchos unplatzierten Schuss aus bester Position hielt (23.). Doch unmittelbar danach geschah, womit wohl keiner gerechnet hatte, am wenigsten Gulacsi: Julian Weigl zog vom Strafraumeck ab, der Ball setzte auf und sprang über den ungarischen Nationaltorhüter ins Tor – sein klarer Fehler bedeutete die verdiente Dortmunder Führung.

Klassetor von Julian Brandt zum 2:0 für den BVB

Bis dahin war es eine Demonstration der Stärke durch die Hausherren: 6:0 Torschüsse, 63 Prozent Spielanteile lautete die Bilanz nach einer halben Stunde. Yussuf Poulsens zu hoher Schlenzer von der Strafraumgrenze bedeutete erstmals Leipziger Torgefahr (31.). Stattdessen die Dortmunder: Sancho bediente Brandt, der wand sich mit der Ballannahme um Upamecano und schob zum 2:0 ein (34.) – ein Klassetor.

Die Leipziger Offensive, bislang die torgefährlichste der Liga, fand überhaupt nicht statt. Nationalstürmer Timo Werner kam im ersten Durchgang auf null gewonnene Zweikämpfe, 15 Ballkontakte und 5 Fehlpässe. Erst in der Nachspielzeit wurden die Gäste gefährlich, doch Roman Bürki lenkte die Kopfbälle von Poulsen und Werner reaktionsschnell über die Latte.

Zur Halbzeit sah alles nach einer klaren Angelegenheit aus – doch zwei Dortmunder Fehler stellten die Partie auf den Kopf: Zunächst war es Bürki, der vollkommen unnötig aus dem Tor eilte und den Ball genau zu Werner köpfte. Das Tor war eine seiner leichteren Übungen (47.). Wenig später bediente Brandt den Stürmer mit einem katastrophalen Fehlpass, der umkurvte Bürki und traf zum 2:2 (53.). Die Partie schien dem BVB komplett zu entgleiten.

Schien. Denn wenig später war Reus auf der rechten Seite durch, bediente Sancho – und der umspielte Lukas Klostermann und schoss zur erneuten Führung ein (55.). Die eben noch komplett verflogene Sicherheit war wieder da beim BVB, der Ball rollte erst einmal wieder vornehmlich Richtung Leipziger Strafraum.

BVB-Star Sancho muss verletzt ausgewechselt werden

Doch in der 71. Minute humpelte der bärenstarke Sancho verletzt vom Platz, es kam Lukasz Piszczek. Und das sollte nicht der letzte Dortmunder Rückschlag bleiben: Raphael Guerreiro stand bei einem langen Ball völlig falsch, Nordi Mukieles Schuss konnte Bürki noch halten – doch Patrik Schicks Nachschuss aus zehn Metern brachte das 3:3 (78.).

Durch das Unentschieden verpasste es der BVB, näher an die Tabellenspitze heranzurücken, der Rückstand auf Leipzig beträgt nach wie vor vier Punkte – und mit einem Sieg könnte am Mittwoch ausgerechnet Revierrivale Schalke 04 noch vorbeiziehen.

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