Kommentar

Bayern-Trainer Niko Kovac muss einem nicht leidtun

Bayern-Trainer Niko Kovac.

Bayern-Trainer Niko Kovac.

Essen.   Die Stimmung ist gekippt. Niko Kovac steht bei den Bayern schon wieder in der Kritik. Aber er wusste, worauf er sich einlässt. Ein Kommentar.

Es ist schon bemerkenswert, wie schnell sich der Wind dreht. Anfang Oktober zerlegte der FC Bayern in der Champions League Tottenham Hotspur, gewann 7:2. Ein großes Spiel. Ein großer Sieg, der, so schien es, der Durchbruch für Trainer Niko Kovac sein könnte. Nun, nur zwei enttäuschende Bundesligaspiele später, steht der Trainer wieder in Kritik. Es ist von einer Herbst-Krise die Rede. Denn bei den Bayern ist die Stimmung nur gut, wenn jedes Spiel gewonnen wird.

Leicht hat es Kovac nicht.

Die Bayern-Mannschaft steckt im Umbruch

Der Trainer muss eine Mannschaft führen, die noch mitten im Übergang zwischen Alt und Neu steckt, die noch dabei ist, sich neu zu erfinden. Immer noch stehen im Kader Profis wie Jerome Boateng und Thomas Müller. Beide sind Helden vergangener Erfolge. Beide können mit ihrem Stolz nicht vereinbaren, dass andere Kräfte mittlerweile wichtiger geworden sind. Gleichzeitig sind da die jungen Emporkömmlinge. Etwa Joshua Kimmich. Oder Serge Gnabry. Sie deuten an, dass sie in Zukunft große Titel für die Bayern gewinnen können. In der Gegenwart aber müssen sie sich bei all der Klasse noch weiterentwickeln. Und nun hat sich Abwehrchef Niklas Süle das Kreuzband gerissen.

Leicht hat es Kovac nicht.

Denn auch die Führungsriege des FC Bayern befindet sich im Umbruch. Präsident Uli Hoeneß wird sich zurückziehen. Oliver Kahn wird kommen. 2022 soll er die Macht des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge übernehmen. Derzeit aber hallen die Worte von Hoeneß immer noch besonders laut, der es mit seinen Äußerungen nur meistens nicht mehr schafft, den richtigen Ton zu treffen.

Leicht hat es Kovac nicht. Leid muss er einem aber nicht tun.

Bayern-Trainer Kovac bleibt stilvoll

Er wusste, worauf er sich beim FC Bayern einlässt. Er wusste, dass er eigentlich nur dritte Trainerwahl war. Er wusste, dass in München selbst ein Doublegewinn nicht reicht. Die Champions League muss her. Ob der Kader dafür nun gut genug ist oder nicht. Aber Kovac wollte diesen nächsten Schritt gehen.

Eine Sache muss man allerdings festhalten. Bei all den Turbulenzen. Bei all der Kritik. Bislang verhält sich Kovac fast immer korrekt, vergreift sich nie im Ton. Er geht stilvoll mit der Unruhe um.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben