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Bayern-Rundumschlag: Die Liga staunt und hält sich zurück

Uli Hoeneß (r) und Karl-Heinz Rummenigge hatten zum verbalen Rundumschlag ausgeholt.

Uli Hoeneß (r) und Karl-Heinz Rummenigge hatten zum verbalen Rundumschlag ausgeholt.

Foto: dpa

Frankfurt/Main  Was hat Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge geritten? Und: Wo ist die Souveränität beim Meister geblieben? Die Bundesliga diskutiert den Rundumschlag der Bayern-Bosse. Den Mund will sich dabei freilich niemand verbrennen.

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Die Solidaritätsbekundungen aus der Liga blieben aus. Eher verwundert, belustigt oder befremdet hat der deutsche Profifußball am Wochenende auf die jetzt schon legendäre Pressekonferenz von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge reagiert.

Wenn auch meist nur hinter vorgehaltener Hand. Mit dem missglückten Rundumschlag gegen alle Kritiker hat sich der FC Bayern - zusätzlich zu seinen sportlichen Problemen - angreifbarer gemacht. Verheerend fiel das Medienecho nach dem Auftritt der Münchner Bosse aus.

Die anderen Clubs sind natürlich zuerst einmal mit sich selbst beschäftigt. "Wir schauen, dass wir unsere Pressekonferenzen im Griff haben und dass wir die gut machen. Alles andere ist jetzt nicht unser Thema", sagte Leipzigs Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick nicht ohne Unterton im ZDF-"Sportstudio". Es gab auch einige wenige Manager, die sich öffentlich zum Auftreten von Hoeneß und Rummenigge beim langjährigen Branchenführer am Freitag äußerten.

"Ich finde, dass ein paar Dinge punktuell zu diskutieren sind. Und ein paar Dinge sind überzeichnet, die hätte man sich auch sparen können", sagte Jörg Schmadtke als Geschäftsführer des VfL Wolfsburg nach der 1:3-Niederlage gegen die Münchner. Der frühere Bayern-Profi Stefan Reuter vom FC Augsburg sagte in einem ZDF-Interview: "Ich fand es schade, dass man ehemalige Spieler so attackiert im Nachgang. Ich finde, das war nicht gut."

Hoeneß und Rummenigge hatten bei ihrem Auftritt unter anderem Olaf Thon als TV-Experten abgewatscht und grundsätzlich mitgeteilt: "Heute ist ein wichtiger Tag für den FC Bayern, weil wir Ihnen mitteilen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen. Wir werden mit dem heutigen Tag diese herabwürdigende, hämische, faktische Berichterstattung uns nicht mehr bieten lassen." Dabei hatte Rummenigge sogar Artikel 1 des Grundgesetzes bemüht: "Die Würde des Menschen ist unantastbar, aber die Polemik scheint keine Grenzen mehr zu kennen."

Da Hoeneß quasi im selben Atemzug den Ex-Bayern-Spieler Juan Bernat niedermachte und zuvor schon bei seiner Kritik an Nationalspieler Mesut Özil und Leverkusens Karim Bellarabi aus der Rolle gefallen war, fielen die Reaktionen entsprechend aus. "Ein bizarrer Auftritt", titelte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Tag danach. Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb von "einer Art Trumpisierung des großen FC Bayern" und: "Die Würde des Vereins ist an diesem Tag antastbar geworden."

"Souverän geht anders", so lautete der Kommentar des Fachmagazins "Kicker". Die "Bild am Sonntag" bezeichnete die Pressekonferenz des deutschen Meisters als eine "Mischung aus PR-Slapstick und Weltfremdheit". "Elf Freunde" veröffentlichten die Pressekonferenz in voller Länge, "weil das Teilen des Videos bisher noch nicht durch Unterlassungsklage verboten wurde".

"Man hat mit mir darüber gesprochen. Ich habe dazu keinen Kommentar", sagte Juan Bernat. Sein Berater José Tarraga sagte der "Bild": "Wir haben stets gedacht und denken immer noch, dass Bayern ein großer Klub ist, in dem alle handelnden Personen professionell agieren."

Der frühere Bayern-Sportdirektor, jetzige Eurosport-Experte und externe Borussia-Dortmund-Berater Matthias Sammer bemühte sich in der Debatte um Neutralität. "Was sich ändern muss, ist die grundsätzliche Tatsache, dass es zu schnell um einzelne Personen geht, im Speziellen um die Trainer. Die werden in einer Geschwindigkeit nicht mehr fachlich bewertet, sondern es wird nur noch die Frage gestellt: Wann ist der Kopf ab?", erklärte der 51 Jahre alte ehemalige Nationalspieler. "Und das ist eine Tendenz, die ich in aller Deutlichkeit kritisiere." Sammer sagte aber auch: "Der Journalismus macht vieles richtig, auch in der kritischen Bewertung."

So wurde die Bayern-Diskussion öffentlich vornehmlich von Fernseh-Experten geführt. Für den Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder ist der FC Bayern in einer sportlich schwierigen Situation zum Gegenangriff übergegangen. "Aber was dann kam, war teilweise Slapstick, mit völligen Widersprüchen", urteilte er. "Da ist ein gegenteiliger Effekt entstanden. Das Erscheinungsbild nach außen hat Schaden genommen."

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