Essen. Der FC Liverpool attackiert, Real Madrid aber entscheidet das Champions-League-Finale. Weil die Routiniers geduldig bleiben. Ein Kommentar.

Als das bei Fußballfans ohnehin wenig beliebte Showprogramm wie geplant durchgezogen wurde und sich die Mannschaften ein zweites Mal aufwärmen mussten, war die Vorfreude von Millionen Fernsehzuschauern bereits in Ungeduld und Verärgerung umgeschlagen. Um 21.37 Uhr, mit satten 37 Minuten Verspätung, wurde das Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid endlich angepfiffen. Zur geplanten Anstoßzeit hatten sich Tumulte vor den Stadiontoren im Pariser Vorort Saint-Denis abgespielt, wo die Zugangsströme und Einlasskontrollen schlecht geregelt waren, einige Fans über die Zäune ins Stade de France kletterten und die Polizei mit Pfefferspray das Chaos verschärfte.