VfL Bochum

Pokalniederlage macht VfL-Profis Mut für die 2. Bundesliga

Der Vorbereiter des 1:0. Danny Blum (l.) brachte einen Ball hart vor das Bayern-Tor. Das resultierte ein Eigentor.

Der Vorbereiter des 1:0. Danny Blum (l.) brachte einen Ball hart vor das Bayern-Tor. Das resultierte ein Eigentor.

Foto: Ralf Ibing / firo Sportphoto

Bochum.  Vor dem Pokalspiel gegen den FC Bayern setzte kaum einer auf den VfL Bochum. Nach der knappen 1:2-Niederlage gab es viel Lob für das Team.

Am Tag nach dem Pokal-Spiel gegen die Bayern ist alles wieder ruhig am Ruhrstadion. Die Akteure des VfL Bochum, die gegen den amtierenden Pokalsieger nicht ran durften, dürfen sich im Training präsentieren. Sie müssen sich jetzt wieder hinten anstellen. Trotz der 1:2-Niederlage hat Trainer Thomas Reis gesehen, dass er bei seiner Aufstellung richtig lag. Auch und besonders bei Armel Bella-Kotchap.

Er war für Simon Lorenz in die Innenverteidigung gerückt und hatte gegen die Bayern über 85 Minuten für einen 17-Jährigen recht gut und lange souverän verteidigt. Dass er dann gegen Thomas Müller einen entscheidenden Fehler machte, am Ball vorbei trat, die Rote Karte wegen eines Handspiels sah und der VfL das Spiel noch verlor, schmälerte seine Leistung keineswegs.

VfL Bochum: Torwart Riemann ist Spieler des Spiels

Zum „Man of the Match“, zum Spieler des Spiels, aber war ohnehin ein anderer VfL-Spieler gewählt worden: Torwart Manuel Riemann. Der ist bekannt für klare, bisweilen auch harte Worte gegenüber seinen Mitspielern. Diesmal aber fand er harsche Kritik nicht angebracht. „Wir werden jetzt nicht draufhauen“, sagte Riemann zur Roten Karte von Bella-Kotchap. „Das wäre kompletter Schwachsinn. Wir müssen ihn aufbauen, weil wir ihn gegen Nürnberg brauchen.“ Vor allem wird der VfL am kommenden Montag eine mindestens so gute mannschaftliche Leistung zeigen müssen.

Nürnberg, der nächste Gegner in der Liga, schwang daher in jedem Interview der VfL-Akteure nach dem Pokalspiel mit. „Wir haben gezeigt, was wir leisten können und das müssen wir nun jede Woche tun“, sagte Kapitän Anthony Losilla. „Wir mussten das Spiel nutzen, um nach dem Spiel in Kiel ein gutes Gefühl für Nürnberg zu bekommen und ich glaube, heute konnten wir uns kein besseres Gefühl holen.“

Der Funke soll überspringen

Das fand auch Simon Zoller: „Wenn man sieht, wie wir heute marschiert sind, sollte uns das zeigen, dass wir das in der Liga auch können und auch müssen. Aber viel wichtiger ist die Liga. Da hängen wir hinterher und da gilt es, die Tugenden von heute wieder und wieder abzuspulen. Wir haben gesehen, dass das funktionieren kann. Bisher ist es uns nicht immer gelungen. Das gilt es aber, immer an den Tag zu legen. In jedem Training und auch, wenn es mal nicht so gut läuft, trotzdem zu rennen und zu marschieren. Das Spiel heute sollte uns Auftrieb geben. Wenn wir das auf den Platz kriegen, springt der Funke über. Dafür können wir den Fans nur danken ohne sie geht es nicht.“

Das war vielleicht eine ebenso wichtige Erkenntnis des Abends, dass die Fans der Mannschaft weiterhin Kredit geben – wenn sie denn kämpft und rennt und alles gibt. Das stimmte auch VfL-Geschäftsführer Sport Sebastian Schindzielorz optimistisch: „Wir müssen uns bei unseren Fans bedanken, für die Chance, die sie uns gegeben haben. Es ist eine ganz schwere Zeit gerade für den Klub. Doch wie sie heute ab der ersten Minute für uns da waren und wie es letztendlich auch im Spiel zusammengewachsen ist – das muss zeigen, wie es in den nächsten Wochen weitergehen muss. Es wird sicherlich ein anderes Spiel gegen Nürnberg, aber wir müssen die Gemeinschaft wahren und die Symbiose zwischen Stadion und Mannschaft weiter ausbauen.“

Wintzheimer rückt ins Team

Das Stadion wird mit Sicherheit gegen Nürnberg nicht ausverkauft sein. Die Mannschaft aber könnte bis auf eine Position identisch aussehen. Silvere Ganvoula ist nach seiner fünften Gelben Karte aus dem Kiel-Spiel gesperrt. Für ihn könnte Manuel Wintzheimer ins Sturmzentrum rücken. Ansonsten empfahl sich jeder aus der Pokal-Elf für die Liga. Allen voran Robert Tesche, Chung-Yong Lee und Bella-Kotchap. Tesche, im defensiven Mittelfeld neben Losilla aufgeboten, musste lange auf seine Chance warten. Er nutze sie eindrucksvoll, spielte abgeklärt und mit Ideen nach vorne.

Dass Lee der Mannschaft helfen kann und würde, davon war auszugehen. Der Südkoreaner hat viel Ruhe am Ball und immer wieder gute Ideen. Er hat noch nicht die Luft für 90 Minuten, aber ein 60-Minuten-Lee ist auch schon viel wert.

Bella-Kotchap dagegen muss jetzt den nächsten Schritt machen. Dass er talentiert ist, hat er mehrfach bewiesen, nun muss er eine gewisse Konstanz in seine Leistungen bekommen

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