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1. FC Köln: Das sind die Hoffnungsträger von Trainer Gisdol

Freuten sich über das Tor zum 1:1 und waren die besten Kölner auf dem Platz: Sebastian Andersson (2.v.l.) und Ondrej Duda (2.v.r.), hier mit Jonas Hector (l.) und Elvis Rexhbecaj.

Freuten sich über das Tor zum 1:1 und waren die besten Kölner auf dem Platz: Sebastian Andersson (2.v.l.) und Ondrej Duda (2.v.r.), hier mit Jonas Hector (l.) und Elvis Rexhbecaj.

Foto: dpa

Köln.  Nach dem 2:3 gegen die TSG Hoffenheim ärgert sich Kölns Trainer Markus Gisdol. Doch es gibt auch positive Aspekte.

Wenn es sein muss, kann Sebastian Hoeneß von einer Sekunde auf die nächste zur Sphinx werden. Nach dem 3:2 seiner Hoffenheimer in Köln gab es so einen Moment der Blitz-Metamorphose. FC-Coach Markus Gisdol hatte sich gerade über die diffusen Umstände beim Elfmeter zum 2:1 für die TSG ausgelassen. Referee Daniel Siebert pfiff in der fraglichen Szene unmittelbar vor der Pause zunächst gar nicht – und rang sich dann erst auf Geheiß des Videoschiedsrichters und nach ausgiebigstem Studium der TV-Bilder zur Strafstoßentscheidung durch. Woraus Gisdol nun grantig schlussfolgerte: „Ich glaube, von Hoffenheim hätte sich keiner beschwert, wenn der Elfmeter nicht gepfiffen worden wäre.“

Genau in diesem Augenblick wurde der Kollege von der TSG, Sohn des früheren Stuttgart- und Bayern-Stürmers Dieter Hoeneß und Neffe des langjährigen Bayern-Zampanos Uli Hoeneß, zwei Stühle rechts von ihm zur Sphinx. Nicht mit dem kleinsten Zwinkern ließ Sebastian Hoeneß (38) nach seinem geglückten Debüt als Bundesligacoach erkennen, was er von Gisdols Statement hielt. Während sein Kölner Pendant nicht nur mit der Unentschlossenheit des Schiedsrichters haderte.

Hoffenheims Andrej Kramaric schießt drei Tore

„Das wäre heute ein hochverdientes Unentschieden gewesen, das zeigen auch die Statistiken. Deshalb fühlt sich das komisch an“, murrte Gisdol nach der Heimpleite beim Start in eine für den FC mutmaßlich komplizierte Saison. Die Bürde von nun elf sieglosen Ligapartien in Serie lastete speziell in der ersten Halbzeit schwer auf den Hausherren. Selbst Jonas Hector war davor nicht gefeit, seinen missratenen Rückpass auf Keeper Timo Horn nutzte Angreifer Andrej Kramaric, schon beim Saisonfinale Ende Juni in Dortmund (4:0) vierfacher Torschütze der TSG, bereits nach drei Minuten zum ersten seiner drei Treffer.

Allein Horns Paraden war es zu verdanken, dass die überaus passiven, ängstlichen Kölner zur Pause nicht schon hoffnungslos, sondern nur 1:2 zurücklagen. In ihrer deutlich besseren zweiten Halbzeit kamen sie kurz vor Schluss zum Ausgleich, gestatteten dem Kroaten Kramaric in der Nachspielzeit aber noch seinen finalen Torerfolg an diesem Nachmittag.

Nun spielt der 1. FC Köln gegen Arminia Bielefeld

Am nächsten Samstag steht für den Geißbockklub das wichtige West-Duell bei Aufsteiger Arminia Bielefeld an. Eine recht entspannte Dienstreise über knapp 200 Kilometer, auf die Übungsleiter Gisdol vor allem zwei Hoffnungsschimmer mitnimmt: Mittelstürmer Sebastian Andersson (köpfte das 1:1) und der neue Spielmacher Ondrej Duda waren beim ersten Auftritt im FC-Trikot gleich die Besten ihres Teams. Obwohl beide erst unter der Woche verpflichtet worden waren.

Es war schon erstaunlich, wie sie uns nach nur zwei Trainingseinheiten geholfen haben“, freute sich Markus Gisdol, den beim Blick auf die Offensivmöglichkeiten des Gegners aus dem Kraichgau trotzdem die Tristesse befiel. „Ich habe zwischendurch mal auf Hoffenheims Kader geschaut. Da standen sechs Angreifer – bei uns ist das nicht ganz so“, seufzte der 51-Jährige. Ehe er anschließend noch eine Prise Zuversicht versprühte und sagte: „Aber Besserung ist in den nächsten Tagen ja in Sicht.“

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