Supercup

Supercup: Warum der FC Bayern mit Bauchschmerzen in Budapest antritt

Trainer Hansi Flick vom FC Bayern.

Trainer Hansi Flick vom FC Bayern.

München.  Uefa lässt beim Supercup gegen Sevilla trotz Warnungen 20.000 Zuschauer in einem Risikogebiet zu. Löw: „Falsches Signal“

Der sportliche Anreiz ist vorhanden, doch die Vorfreude beim Champions-League-Sieger FC Bayern auf das Spiel um den Uefa-Supercup gegen den Europa-League-Gewinner FC Sevilla hält sich sehr in Grenzen. Das liegt am Spielort Budapest, in dem die Corona-Lage noch deutlich angespannter ist als in München. In Ungarns Hauptstadt lag der Inzidenzwert bei den Neuinfektionen über 100 pro 100.000 Einwohnern. Dennoch soll dort an diesem Donnerstag (21 Uhr/Sky und DAZN) vor Zuschauern gespielt werden. Sogar vor einer Rekordkulisse in Corona-Zeiten.

Für Bayern-Trainer Hansi Flick sind die Umstände „eine Sache, die man nicht ganz versteht“. Auch Bundestrainer Joachim Löw hat kein Verständnis für das Vorhaben der Uefa, in der Puskas-Arena mit ihren 67.000 Plätzen trotz der Infektionslage 20.000 Menschen zuzulassen: „Ich halte es grundsätzlich ein bisschen für das falsche Signal, dass man da in einem Risikogebiet jetzt so viele Zuschauer zulässt“, sagte der 60-Jährige zu RTL/ntv.

Ungarns Präsident Orban und die Uefa pochen auf Zuschauer im Stadion

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor einem „Fußball-Ischgl“, und Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagte im ZDF: „Ich glaube, Bauchschmerzen hat jeder.“ Der FC Bayern hat deshalb seine Delegation auf die nötigsten Teilnehmer beschränkt.

Budapests grün-liberaler Oberbürgermeister Gergely Karacsony sagte: „Hätte ich die rechtlichen Möglichkeiten, das zu entscheiden, würde ich das Match hinter geschlossenen Toren stattfinden lassen.“ Doch Ungarns rechtsnationaler Präsident Viktor Orban und die Uefa wollen es anders.

Zu dem umstrittenen Spiel reisten die Bayern mit allen verfügbaren Spielern, also auch mit dem leicht angeschlagenen Stürmer Robert Lewandowski. Trainer Flick könnte nach dem Triple für ein weiteres Novum sorgen könnte. Vor sieben Jahren, als der FC Bayern erstmals den Dreifach-Triumph in Bundesliga, Pokal und Champions League feierte, holte er anschließend auch erstmals in der Vereinsgeschichte den Uefa-Supercup. Damals, 2013 in Prag, stand Triple-Trainer Jupp Heynckes jedoch nicht mehr an der Seitenlinie, sondern bereits sein Nachfolger Pep Guardiola. Flick könnte also der erste Bayern-Trainer werden, der diese vier Titel in einem Jahr gewinnt. Und ein fünfter steht kurz darauf in Aussicht, im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund am nächsten Mittwoch

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