Bundesliga

Relegationsspiele: Das lange Warten der Zweitligisten

Düsseldorfer Fans stürmen nach dem Sieg der Fortuna über Hertha BSC in der Relegation 2012 den Rasen

Düsseldorfer Fans stürmen nach dem Sieg der Fortuna über Hertha BSC in der Relegation 2012 den Rasen

Foto: dpa

Essen.  Union Berlin kann in der Relegation gegen Stuttgart eine Serie gescheiterter Zweitligisten beenden. Zuletzt jubelte Fortuna Düsseldorf.

Maximilian Beister war von seinen Teamkollegen kaum einzufangen an diesem 15. Mai 2012. Damals trug der Fußball-Profi noch das Trikot von Fortuna Düsseldorf. Im Relegations-Rückspiel gegen Hertha BSC erzielte Beister einen Treffer, der letztlich entscheidend zum Aufstieg seiner Mannschaft beitrug.

Dieses 2:2 blieb den Fans vor allem wegen des Platzsturms und der erfolglosen Berliner Klage vor dem DFB-Sportgericht im Gedächtnis. Die Partie war aber noch aus einem anderen Grund besonders: Zum bislang letzten Mal setzte sich damals der Zweitligist in der Relegation durch. In den folgenden sechs Duellen verhinderte jeweils der Bundesligist den Abstieg.

Maximilian Beister: Zweitligist ist psychologisch im Vorteil

Beim VfB Stuttgart hätten sie nichts dagegen, wenn sich diese Serie fortsetzen würde. Der Tabellensechzehnte der abgelaufenen Bundesliga-Saison empfängt heute den Zweitliga-Dritten Union Berlin zum Relegationshinspiel (20.30 Uhr, Eurosport-Player).

Beister findet es ungewöhnlich, dass es so lange kein Klub mehr nach oben geschafft hat. „Der Zweitligist hat den psychologischen Vorteil, weil er eigentlich nur gewinnen kann“, sagt der 28-Jährige im Gespräch mit dieser Redaktion. Seine Düsseldorfer schafften es damals, die Euphorie aus einer guten Saison mit in die Relegation zu retten.

Das gelang danach keinem Zweitligisten mehr. Der 1. FC Kaiserslautern scheiterte 2013 an der TSG Hoffenheim. Die SpVgg Greuther Fürth (2014) und der Karlsruher SC (2015) hatten Pech in den Duellen mit dem Hamburger SV. Der 1. FC Nürnberg konnte Eintracht Frankfurt 2016 nicht besiegen. Und für Eintracht Braunschweig (2017) und Holstein Kiel (2018) war der VfL Wolfsburg jeweils eine Nummer zu groß.

Nun tippt Beister auf den siebten Streich eines Bundesligisten. „Union hatte am letzten Spieltag den direkten Aufstieg vor Augen“, sagt der Angreifer. „Dass die es nicht geschafft haben, könnte den Spielern einen Knacks gegeben haben.“

Übrigens: Der Profi des KFC Uerdingen hätte nichts dagegen, wenn wieder die Regelung greift, nach der der Zweitliga-Dritte direkt aufsteigt: „Ich brauche die Relegation nicht.“

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