Bundesliga

Pyro-Eklat bei Berliner Derby - Union siegt dank Polter

Sebastian Polter (links) feiert seinen Elfmetertreffer mit Union-Kapitän Christopher Trimmel.

Sebastian Polter (links) feiert seinen Elfmetertreffer mit Union-Kapitän Christopher Trimmel.

Foto: Getty Images

Berlin.  Sebastian Polter hat Union Berlin per Elfmeter zum 1:0-Sieg gegen Hertha BSC geschossen. Leuchtraketen flogen beim Stadtderby auf das Spielfeld.

Das mit großer Spannung erwartete Berliner Derby zwischen Union und Hertha BSC geriet zum Skandalspiel: Nachdem der 1:0 (0:0)-Sieg des Aufsteigers gegen den Erzrivalen feststand, wurden wieder zahlreiche Raketen aus dem Hertha-Block in Richtung Union-Spieler abgefeuert.

Gleichzeitig kletterten vermummte Union-Anhänger über den Zaun und liefen in Richtung Spielfeld. Die Union-Profis drängten diese schließlich zurück und verhinderten eine weitere Eskalation.

Union-Fans skandieren: "Stadtmeister"

Kurz nach der Halbzeitpause musste die Partie für drei Minuten nach dem Abfeuern einer Leuchtrakete unterbrochen werden. Die Emotionen kochten vor allem auf den Rängen hoch, die Union-Fans feierten den Sieg und skandierten „Stadtmeister“.

Mann des Abends war Sebastian Polter, der in der 87. Minute den späten Siegtreffer per Foulelfmeter erzielte. Vorausgegangen war ein Foulspiel des Belgiers Dedryck Boyata an Christian Gentner im Strafraum, nach Videostudium wurde der Strafstoß schließlich gegeben.

Hertha-Trainer Covic: "Das geht über Grenzen hinaus"

„Ich verstehe die Emotionen, aber das geht über die Grenzen hinaus“, sagte Hertha-Coach Ante Covic bei Sky über die Randale: „Es war nicht unser Spiel heute Abend. Es lag enormer Druck auf den Spielern, deshalb waren wir gehemmt.“

Herthas Maximilian Mittelstädt ergänzte: „Wir wissen alle, um was es ging. Wir sind alle sehr enttäuscht und versuchen es beim nächsten Mal besser zu machen. Wir haben nicht den Fußball gespielt, den wir in den letzten Wochen gespielt haben.“ Gentner meinte: „Wir haben uns nicht locken lassen. Wir haben das gut gemacht, wir waren die bessere, dominantere Mannschaft.“

Mit dem Triumph sammelte Union im Kampf um den Klassenerhalt wichtige Punkte und vergrößerte den Vorsprung auf die Abstiegszone. Hertha blieb zum dritten Mal nacheinander sieglos und steckt im Niemandsland der Tabelle fest.

Provokationen beim Berliner Stadtderby

Die Fans hatten die Stimmung schon auf dem Weg ins mit 22.012 Zuschauern ausverkaufte Stadion An der Alten Försterei mit gegenseitigen Schmähgesängen angeheizt. Auf den Rängen folgten weitere Provokationen, auch wenn die Rivalität der Vereine historisch nicht gewachsen ist.

Während im Gäste-Block Chaoten in den ersten Minuten durch mehrfaches Zünden von Pyrotechnik negativ auffielen, agierten die Blau-Weißen auf dem Platz schläfrig. Unions Christopher Lenz kam im Strafraum frei zum Kopfball, traf aber nur den Innenpfosten (3.).

Ein Zufallsprodukt war die Großchance nicht. Union war in der Anfangsphase die dominierende Mannschaft. Die Köpenicker nahmen die Zweikämpfe besser an, Hertha dagegen wirkte im äußerst lauten und engen Stadion verunsichert und fand offensiv zunächst nicht statt.

Union und Hertha wirken angespannt

Dem Team von Trainer Ante Covic gelang es nicht, die schnellen Außen spielerisch in Szene zu setzen. Ein Aktivposten war trotzdem der häufig gesuchte Javairo Dilrosun, der Herthas erste Chance mit einer gelungenen Einzelaktion einleitete. Dodi Lukebakio köpfte Dilrosuns Flanke aber nur in die Arme von Union-Torhüter Rafal Gikiewicz (14.).

Dem ersten Bundesliga-Duell beider Klubs fehlten in der Folge die Höhepunkte. Union und Hertha war die große Anspannung anzumerken, beide Mannschaften spielten viele Sicherheitspässe, immerhin blieb es fair - Schiedsrichter Deniz Aytekin kam in der ersten Halbzeit ohne Gelbe Karte aus.

Union hatte zwar mehr Torabschlüsse, die Offensivaktionen waren aber ebenso harmlos wie Marko Grujics Kopfball (35.). Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel.

Anhänger schießen Raketen aufs Spielfeld

Die Fanblöcke beider Klubs kompensierten das fehlende sportliche Spektakel auf ihre ganz eigene - und unwürdige - Art. Erst wurden im Union-Block Dutzende Bengalos gezündet, dann legten Hertha-Ultras, die auch Raketen aufs Spielfeld schossen, nach. Der Rasen war in dichten Rauch gehüllt. Ein Geschoss schlug neben Unions Trainerbank ein - Aytekin schickte beide Mannschaften drei Minuten in die Kabine.

Dem ohnehin schwachen Spiel tat die Unterbrechung nicht gut. Union und Hertha brachten offensiv kaum gelungene Spielzüge zustande. Der Elfer brachte dann die Entscheidung.

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