Bundesliga

Paderborn-Profi Kai Pröger: Über RWE in die Bundesliga

Der Ex-Essener Kai Pröger jubelt nun für Paderborn in der Bundesliga.

Der Ex-Essener Kai Pröger jubelt nun für Paderborn in der Bundesliga.

Foto: dpa

Paderborn.  Vor einem Jahr jubelte Kai Pröger noch für Viertligist Rot-Weiss Essen. Nun gehört er in Paderborn zu den Leistungsträgern. Heute gegen Gladbach.

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Das Jahr 2019 neigt sich dem Ende entgegen. Es war bislang ein erfolgreiches für Kai Pröger, vermutlich das beste seiner Karriere. „Wenn ich manchmal in den Spiegel schaue, dann erwische ich mich, wie ich grinsen muss und auch ab und an einfach nur den Kopf schüttele“, sagt der 27 Jahre alte Fußball-Profi des SC Paderborn im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der Angreifer schoss wie eine Rakete in die Höhe. Im Eiltempo ging es für Pröger von der viertklassigen Regionalliga West über die 2. Bundesliga in die Bundesliga. Wenn Paderborn heute (20.30 Uhr, Sky) bei Borussia Mönchengladbach antritt, wird es auch auf Pröger ankommen.

Rückblende: Im Sommer 2017 holte die damalige Essener Sportliche Leitung um Manager Jürgen Lucas und Trainer Karsten Neitzel Pröger vom BFC Dynamo zu Rot-Weiss Essen. In der Regionalliga West brachte er dann mit seinem unglaublichen Tempo und seiner Torgefahr die Abwehrspieler von Klubs wie Westfalia Rhynern, TV Herkenrath oder dem 1. FC Kaan-Marienborn zur Verzweiflung. Die RWE-Fans ahnten schnell, dass dieser Pröger nicht lange an der Essener Hafenstraße spielen wird.

Und so kam es auch: Nach 60 Pflichtspielen und 18 Toren verließ Kai Pröger Essen im Januar 2019 in Richtung Paderborn. Beim damaligen Zweitligisten hatte er keine Anpassungsprobleme. Der Flügelflitzer avancierte zum Leistungsträger im Team von Trainer Steffen Baumgart.

Mit vier Treffern in 16 Spielen hatte Pröger seinen Anteil am Bundesliga-Aufstieg. „Ich habe mich in der 2. Bundesliga schnell zurecht gefunden. Ich bin nach Paderborn gewechselt, weil ich wusste, welchen Stil der Trainer favorisiert und wie die Mannschaft agiert. Der Tempo-Fußball mit dem hohen Pressing – das passt perfekt zu meiner Spielweise. Ich musste mich nicht umstellen. Es war eben alles nur zwei Ligen höher als bei RWE“, erklärt Kai Pröger.

Seit dieser Saison zeigt er nun in der Bundesliga, was er drauf hat. Die Gegner heißen mittlerweile Bayern München, Schalke 04 und Borussia Dortmund. Die großen Namen scheinen Kai Pröger aber nicht zu verunsichern. Im Gegenteil: Er traf in dieser Saison schon bei der 2:3-Heimniederlage gegen Bayern München. Als Paderborn bei Borussia Dortmund ein 3:3 holte, führte er Nationalspieler Nico Schulz in Zweikämpfen zeitweise vor.

Paderborn-Stürmer Kai Pröger trifft gegen Manuel Neuer

„Das waren zwei außergewöhnliche Spiele. Gegen die Bayern ist mir ein Tor gegen Nationaltorwart Manuel Neuer gelungen. Einfach fantastisch!“, sagt Pröger und erzählt: „Was wir in Dortmund erlebt haben, war atemberaubend. Wir führen 3:0 zur Halbzeit, dann endet das Spiel 3:3. Diese Stimmungsschwankungen im Stadion, dieser Hexenkessel, das war der helle Wahnsinn. So etwas hatte ich noch nie in meinem Fußballer-Leben erlebt.“

Kai Pröger bereichert die Bundesliga auch durch seinen Torjubel. Als er am Samstag beim 1:1 gegen Union Berlin traf, zeigte er einen Salto – mit perfekten Haltungsnoten.

Der gebürtige Wilhelmshavener genießt die Auftritte in der Bundesliga. Es ist noch gar nicht lange her, dass Kai Pröger von der Atmosphäre an der Essener Hafenstraße schwärmte, heute darf er in den großen Arenen Deutschlands wirbeln. Trotzdem vergisst der Offensivspieler nicht, welcher Klub ihm ein Sprungbrett geboten hat. „Die Zeit bei Rot-Weiss Essen werde ich nie vergessen. Der Verein wird immer einen Platz in meinem Herzen einnehmen. Ich weiß, dass ich das alles auch dank meiner harten Arbeit und guten Leistungen erreicht habe und nun da bin, wo ich aktuell spiele. Aber RWE hat mir die Bühne gegeben“, betont Pröger, der mit Essen immer noch eng verbunden ist und sich über die RWE-Spiele informiert.

Zum Abschluss kommt Eintracht Frankfurt

Nun gilt es für ihn aber, dass tolle Fußballjahr zu veredeln. Paderborn ist trotz guter Leistungen Tabellenletzter. In Gladbach und am Sonntag daheim gegen Eintracht Frankfurt (18 Uhr/Sky) will Paderborn noch Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Kai Pröger geht die Aufgaben optimistisch an: „Wir sind gut drauf, haben zuletzt vier Punkte aus zwei Partien geholt und werden in diesen beiden Spielen noch mal Vollgas geben, um uns eine noch bessere Ausgangslage für das neue Jahr zu erspielen. Es wird verdammt schwer, aber wir glauben fest an den Ligaverbleib.“ Seine sportlichen Wünsche für das Jahr nach seinem Traumjahr benennt Pröger klar: „Ich hoffe, dass wir mit Paderborn die Liga halten“, sagt er – und denkt auch an seinen alten Verein: „Wenn Rot-Weiss Essen dann auch noch aufsteigt, wäre es überragend. Dann wäre ich rundherum zufrieden“.

Und dann wäre da noch etwas. Im Sommer wird er seine Freundin heiraten. 2020 kann für Kai Pröger also kommen – er ist vorbereitet.

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