Bundesliga

BVB unter Zugzwang: Bayern legt vor mit Sieg gegen Werder

Thomas Müller im Duell mit Maxi Eggestein.

Thomas Müller im Duell mit Maxi Eggestein.

Foto: dpa

München.  Im Titel-Endspurt zeigt der FC Bayern keine Nerven: Gegen Werder Bremen siegten die Münchener am Samstag 1:0. Süle schoss das Tor des Tages.

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Bayern München erhöht den Druck auf Borussia Dortmund: Mit einem Arbeitssieg über Werder Bremen (1:0) baut der Bundesliga-Spitzenreiter seinen Vorsprung zum Verfolger vorübergehend auf vier Punkte aus. Der BVB muss am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr / Sky live) beim SC Freiburg einen Sieg nachlegen, um im Titelrennen den knappen Rückstand von nur einem Punkt vier Spieltage vor Saisonschluss wiederherzustellen.

Kovac mahnt: "Noch nichts entschieden"

„Es ist noch nichts entschieden“, mahnte Trainer Niko Kovac, als der neunte Sieg in zehn Spielen feststand und damit die zweitbeste Rückrunde der Vereinsgeschichte. Die Bilanz von 28:3 Torschüssen täuscht über die Mühsal hinweg, die seine Spieler mit dem Gegner hatten. „Das war ein Sieg der Geduld“, so Kovac. „Es war in der ersten Halbzeit kein gutes Fußballspiel, da haben wir den Ball zu langsam laufen lassen. Bei 25 Grad von Null auf Hundert, das war nicht einfach.“

Das Siegtor vor 75.000 Zuschauern in der Allianz-Arena erzielte Abwehrchef Niklas Süle in der 75. Spielminute. Zuvor waren alle Angriffsversuche an der konsequenten Abwehrarbeit von Werder Bremen gescheitert. Erst ein Platzverweis von Innenverteidiger Milos Veljkovic in der zweiten Halbzeit erschütterte das Bollwerk. Werder-Trainer Florian Kohfeldt: „35 Minuten in Unterzahl, das ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Bayern war einfach eine Nummer zu groß für uns.“

Die Süddeutsche Zeitung hatte Serge Gnabry zuvor die Hoffnung entlocken wollen, dass er mit dem zweiten Flügelflitzer Kingsley Coman das neue Erfolgsduo „Cobry“ bildet, das die altgedienten Arjen Robben und Franck Ribery („Robbery“) ersetzen soll. „Euch Journalisten ist langweilig, oder?“, fragte Gnabry im SZ-Interview kess zurück. Zur Pause wollte man ihm antworten: Ja, sehr. Ganze drei Chancen brachte der FC Bayern in der ersten Halbzeit zustande.

Mit allen dreien hatte Gnabry zu tun. 22. Minute: Seine weite Flanke nach Lewandowski-Steilpass entschärfte Thomas Müller mit einem harmlosen Kopfball am langen Pfosten. 25. Minute: Seinen Drehschuss, als Thiago die Abseitsfalle mit einem Lupfer aushebelte, parierte Torwart Jiri Pavlenka mit dem Fuß. 44. Minute: Seinen mutigen Flankenlauf über rechts konnte Gnabry nicht belohnen, sein Schuss zog am Tor vorbei.

In Unterzahl wird Werder überlistet

Eine Erklärung für die zurückhaltende bis schwerfällige Spielweise im Angriff fand sich in der Mannschaftsaufstellung nicht. Zwar hatte Trainer Niko Kovac auf Torwart Manuel Neuer (Wadenverletzung) verzichten müssen und seinen Innenverteidiger Mats Hummels (Zerrung) geschont. Aber die Offensive war mit Torjäger Robert Lewandowski (21 Saisontore) sowie Thomas Müller und „Cobry“ (zusammen 20 Saisontore) komplett vertreten.

„In der Halbzeit habe ich die Spieler darauf hingewiesen, was wir wollten“, sagte Trainer Niko Kovac. „Wir wollten Ballbesitz und das Spiel schnell machen. Überzahl schaffst du nur mit individueller Qualität und Passchärfe.“ Bayern ballerte aus allen Lagen. Lewandowski nach einer KimmichFlanke (49.), Gnabry zweimal halbrechts (52./54.), Coman von halblinks (56.): alles vom besten Bremer Pavlenka pariert oder abgeblockt.

Werder hielt die Verteidigung, bis Milos Veljkovic nach einem Ellenbogencheck gegen Süle Gelb-Rot sah (58.). In Unterzahl konnte Trainer Florian Kohfeldt sein Bollwerk gegen die jetzt wütenden Bayern-Angriffe nicht ewig aufrechterhalten. In der 75. Spielminute brach der Abwehrriegel. „Der Platzverweis hat uns die Sache erleichtert“, gab Bayern-Trainer Kovac zu. Ausgerechnet ein Abwehrspieler tat, wozu seine Stürmer fast das ganze Spiel lange nicht in der Lage waren.

Einen Querpass legte sich Niklas Süle zum Torschuss zurecht, Davy Klaassen fälschte ab. „Ich habe mir die Seele aus dem Leib geschrien, dass Thiago mich sieht und spielte“, „ Süle hinterher. „Gegen Dortmund habe ich zwei Schüsse in das Fangnetz hinter dem Tor geschossen. Darum bin ich froh, dass es heute klappte.“ Mittwoch treffen beide Klubs im DFB-Pokalhalbfinale erneut aufeinander. In Bremen müssen es die Bayern-Stürmer ohne Süle schaffen - er ist rotgesperrt.

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