1. FC Köln

Kölns Krise erinnert an die Horror-Saison vor zwei Jahren

War nach der Heimniederlage gegen Berlin bedient: Marco Höger vom 1. FC Köln.

War nach der Heimniederlage gegen Berlin bedient: Marco Höger vom 1. FC Köln.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Köln.  Nach dem Debakel gegen Berlin steht der 1. FC Köln auf dem 17. Platz. Sowohl Trainer als auch Geschäftsführer glauben weiterhin an die Wende.

Ein Sieg, fünf Niederlagen, sowohl die schlechteste Abwehr als auch der schlechteste Angriff der Liga, Platz 17 in der Tabelle – der 1. FC Köln befindet sich nach sechs Spieltagen in einer handfesten Krise. Nicht wenige FC-Anhänger fühlen sich an die Horror-Saison 17/18 inklusive Abstieg erinnert. Damals konnten die Kölner erst durch ein 0:0 in Hannover am sechsten Spieltag den ersten Punkt der Saison holen. Für den ersten Sieg mussten sie sogar bis zum 17. Spieltag warten.

Nun könnte man sagen, dass die Kölner mit Dortmund, Gladbach und den Bayern zu Saisonbeginn direkt dicke Bretter zu bohren hatten und die Punkteausbeute von drei Zählern zu erklären ist. Dass die Partie gegen die vor Spielbeginn auf dem 15. Platz beheimateten Berliner allerdings mit 0:4 vor heimischer Kulisse verloren wurde, rüttelt das Erinnerungsvermögen der Fans erst richtig wach. Zwar versicherte Geschäftsführer Armin Veh, dass man im Gegensatz zur Abstiegssaison die „Zeichen der Zeit“ erkenne und diesmal „genau aufpassen“ würde und „nicht leichtfertig“ sei. Und auch FC-Trainer Achim Beierlorzer bestätigte nach dem Spiel, „viel Mentalität“ bei seinen Spielern gesehen zu haben.

Eklatante Fehler in der Verteidigung

Der Blick auf die letzten drei Spiele, allen voran auf die Torbilanz in der Zeit (0:9), erschwert jedoch den Glauben an eine Trendwende erheblich. Während die Stürmer um Anthony Modeste und Jhon Córdoba vor dem Tor unglücklich agieren, auch weil sie von ihren Mitspielern bisher noch nicht gut in Szene gesetzt wurden, leisten sich die Verteidiger Fehler, die eiskalt bestraft werden. „Heute haben wir so verteidigt, wie es der Liga nicht würdig ist“, kommentierte Achim Beierlorzer die Leistung seiner Defensive gegen die Hertha. Armin Veh versuchte zu beschwichtigen, der Coach habe das „sicher aus der Emotion heraus gesagt“. Die grundsätzlichen Probleme der Kölner Verteidigung wurden jedoch am Sonntag schonungslos offenbart. Besonders beim Versuch, die Vorstöße der Außenspieler der Berliner, Javairô Dilrosun und Marius Wolf, zu unterbinden, zeigte sich ein erhebliches Tempo-Defizit.

Sowohl Jonas Hector als auch sein Pendant auf der rechten Seite Benno Schmitz waren nur Statisten, liefen hinterher statt nebenher. Trotz der sportlichen Talfahrt ist Armin Veh „ganz weit davon entfernt, irgendwas zu tun“ und versicherte: „Aktionismus ist sowieso das Falscheste, was man tun kann.“ Trainer Achim Beierlorzer darf sich somit wohl fürs Erste seines Jobs sicher sein. Dass aber irgendwas getan werden muss, um nicht am Samstag auf Schalke (18.30 Uhr/Sky) das nächste Debakel zu erleben, wissen die Verantwortlichen in Köln sicherlich auch.

Meré und Drexler fehlen auf Schalke

Beim Gastspiel auf Schalke muss Köln auf zwei Leistungsträger verzichten. Innenverteidiger Jorge Meré, der am Sonntag für sein Foul an Vladimir Darida die Rote Karte gesehen hatte, wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag für zwei Ligaspiele gesperrt. Zudem gab der FC bekannt, dass bei Mittelfeldspieler Dominic Drexler, der nach vier Minuten ausgewechselt werden musste, eine Muskelverletzung im Adduktorenbereich festgestellt wurde.

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