RB Leipzig

Hoffnungen bei RB Leipzig liegen auf Tormaschine Timo Werner

Timo Werner.

Timo Werner.

Foto: dpa

Leipzig.  RB Leipzigs Timo Werner hat in den vergangenen fünf Ligaspielen neun Tore erzielt. Ziel gegen Lyon ist nun Gruppensieg in der Champions League.

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Die Blicke waren auf Timo Werner gerichtet, Montag beim Abschlusstraining von RB Leipzig im Groupama Stadium von Olympique Lyon, dem letzten Gruppengegner der Sachsen in der Champions League an diesem Dienstag (21 Uhr/Sky). Drei Tage zuvor beim Warmschießen für die Ligapartie gegen Hoffenheim hatte sich Werner die große Zehe malträtiert. Kurz stand sein Einsatz infrage.

Er hat die Einheit im „Parc OL“ ohne Malheur überstanden, obgleich die Gefahr noch nicht gebannt ist, denn es gibt ja noch die Aufwärmrunde unmittelbar vor dem Anpfiff. Vielleicht aber unterbindet der Trainer ja Schüsse seines Topstürmers und packt ihn in Watte, denn Julian Nagelsmann hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass er so gut wie jeden Ausfall in seinem Kader kompensieren kann, einen zweiten Spieler wie Werner aber hat er nicht.

Leipzigs Werner mit neuen Facetten

Dem Nationalspieler explodieren nämlich gerade förmlich die Talente, seit ihn sein 32 Jahre alter Coach im Sommer mit dem Versprechen zum Bleiben überredet hat, dass er seinem Spiel neue Facetten hinzufügen kann. Nachdem er gegen Hoffenheim vor Anpfiff mit schmerzverzerrtem Gesicht in die Kabine geeilt war, unklar, ob er wieder herauskommen würde, hat er beim späteren 3:1 zweimal getroffen, zum wichtigen 1:0 (11.) und vorentscheidenden 2:0 (52.). Damit hat er in den vergangenen fünf Ligapartien neun Tore erzielt, weitere fünf aufgelegt und steht nach 14 Spielen bei 15 Treffern. Noch einer mehr und er hat Robert Lewandowski (FC Bayern) in der Liste der besten Bundesligaschützen eingeholt.

Ob er seine bis dato beste Quote aus dem ersten Bundesligajahr mit RB knacken wird, ist deshalb nur noch eine Frage der Zeit. Sieben Tore fehlen zu einer neuen persönlichen Bestmarke. 19 Partien hat er dafür Zeit. Dazwischen kann er sich noch im Pokal austoben, wo er bereits zwei Tore erzielt hat, und in der Champions League (ebenfalls zwei Treffer), für deren Achtelfinale sich RB bereits qualifiziert hat (zehn Punkte). In Lyon geht es aber noch um den Gruppensieg.

Meister des Konterspiels

Olympique Lyon (sieben Punkte) muss gewinnen und braucht Schützenhilfe von Benfica Lissabon (vier Punkte) in der Partie gegen Zenit St. Petersburg (sieben Punkte), um sich für die K.o.-Runde zu qualifizieren. Die Konstellation ist deshalb wie gemalt für den deutschen Klub, der vor allem das Konterspiel beherrscht wie nur wenige Teams in Europa. Seit Nagelsmann das Personal unterrichtet, können seine Spieler aber auch Ballbesitz und Kombinationsfußball, zwei Aspekte, die vor allem dem vormaligen Sprinterschützen Werner zugutekommen. „Früher hat Timo oft auf dem linken Flügel geparkt und Umschaltmomente kreiert“, erklärte Nagelsmann unlängst, was er mit seinem Stürmer angestellt hat. „Jetzt bewegt er sich zwischen den Räumen, weshalb er noch unberechenbarer ist.“

Das allein reicht seinem Coach allerdings nicht. Werner soll nicht nur sein Offensiv-Repertoire mit neuen Fähigkeiten füllen, er soll auch im Spiel gegen den Ball dazulernen. Zum Beispiel, wie man Bälle stiehlt. Nagelsmann ließ ihn deshalb nach dem Sieg gegen Hoffenheim nicht so ohne weiteres davonkommen, denn es gab „vier, fünf Situationen, wenn er da ein bisschen besser Anschluss hat, dann kann er sehr viel mehr Bälle klauen.“ Also werde er an ihm seine „Sandwich-Methode“ anwenden, erklärte der Trainer mit einem Lächeln. „Erst sage ich: ‚Super, zwei Tore!‘ Dann gibt’s noch ein paar kritische Wörter.“

„Ein außergewöhnlicher Spieler“

Wohin das alles noch führt, wenn der Trainer seinen Doppel-Torschützen dafür ins Gebet nimmt, dass er nicht genug Umschaltmomente kreiert hat, ist nach oben hin offen. „Timo ist ein außergewöhnlicher Spieler“, beschrieb vergangenen Samstag Markus Krösche den Eindruck der sportlichen Leitung von ihrem Topspieler und fügte hinzu, dass Werner in Leipzig einen ebenso „außergewöhnlichen Lauf“ habe. Dieser Lauf, fügte Nagelsmann hinzu, werde seinen Stürmer in dieser Saison auch an die Spitze der Torjägerliste führen können. Vorausgesetzt natürlich, die große Zehe bleibt intakt.

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