Kommentar

Glanzlose Bayern beweisen Nervenstärke im Titelkampf

Süle erzielte den Siegtreffer gegen Werder.

Süle erzielte den Siegtreffer gegen Werder.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Essen  Die Münchener haben vorgelegt. Der 1:0-Erfolg gegen Bremen war keine Gala, doch darum geht es in dieser Phase der Saison nicht. Ein Kommentar.

War er das wieder, der Bayern-Dusel? Eine jener Situationen, in denen dem FC Bayern München wieder das Glück hold war, als der Ball durch einen abgefälschten Schuss von Niklas Süle nach 75 Minuten im Bremer Tor landete? Der fast schon mythische Umstand wird den Münchenern zwar immer wieder zugeschrieben, aber am Ende war das 1:0 gegen Werder Bremen nur eines: ein Erfolg der dreckigen Sorte, ein Arbeitssieg. Kein Gala-Auftritt wie noch beim 5:0 gegen Borussia Dortmund, sondern ein Akt der Nervenstärke, den es im Endspurt um die Meisterschaft braucht. Es ist die Phase, in der es längst nicht mehr um Glanz, sondern nur noch um Resultate geht.

Im Westen nichts Neues: Borussia Dortmund steht wieder unter Zugzwang, muss heute in Freiburg nachlegen, um den Meisterschaftskampf offen zu halten. Bayerns Trainer Niko Kovac kann sich dieses Spiel nach dem eigenen Erfolg ein Stück entspannter ansehen. Dennoch ist seine Situation nach wie vor schwierig, die Bayern Bosse sehen seine Zukunft unterschiedlich. Karl-Heinz Rummenigge verweigert ein klares Bekenntnis, während Uli Hoeneß dem Trainer immer wieder den Rücken stärkt. Der 47-jährige Kovac sitzt zwischen den Stühlen, hat in den vergangenen Monaten einiges falsch und einiges richtig gemacht. In den jüngst vergangenen Wochen geht die Tendenz wieder vermehrt Richtung richtig.

Nur das Double zählt

Zum Erfolg ist Kovac ohnehin verdammt: Nach dem frühen Aus in der Champions League zählt für die Bayern nur das Double mit dem Gewinn der Meisterschaft und des Pokals. Bewiesen hat Kovac immerhin: Er ist ein zäher Bursche und noch im Rennen, beide Forderungen zu erfüllen. Dusel hin oder her.

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