Kommentar

Aus bei Bayern: Zu viel sprach gegen Trainer Niko Kovac

Niko Kovac (l.) schwächte sich mit einer unglücklichen Äußerung über Thomas Müller (r.).

Niko Kovac (l.) schwächte sich mit einer unglücklichen Äußerung über Thomas Müller (r.).

Foto: firo

Essen.  Rekordmeister Bayern München hat Trainer Niko Kovac nach dem 1:5-Debakel bei Eintracht Frankfurt beurlaubt. Das war abzusehen. Ein Kommentar.

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Für Gonzalo Paciencia scheint der Weg bereitet, eines Tages eine erinnerungswürdige Rolle in der Bundesliga-Geschichte einnehmen zu können. Dafür gibt es zu viele Parallelen zwischen dem portugiesischen Stürmer und einem brasilianischen Kollegen. Die Rede ist von Grafite, der den VfL Wolfsburg zur Meisterschaft geschossen hat und dessen Hackentor 2009 beim 5:1 über die Bayern für eine der größten sportlichen Demütigungen des Rekordmeisters steht.

Zugegeben, dem Frankfurter Paciencia fehlte bei seinem 5:1 am Samstag Grafites einstige Brillanz – die gleiche, nein: sogar noch schnellere Auswirkung wie der Treffer des heute 40 Jahre alten Ex-Wolfsburgers hat er allemal. Gut drei Wochen hielt sich 2009 noch Jürgen Klinsmann als Trainer des FC Bayern – bei Niko Kovac hielten Bayerns Bosse nicht mal mehr zwei Tage still. Die erste Trainerentlassung erst nach knapp einem Drittel der Saison, dann aber in München? Verrückte Bundesliga 2019.

Robert Lewandowskis Tore kaschieren Bayern-Schwächen

Es ist der Vollzug einer erwartbaren Entscheidung. Für die Trennung von Kovac sprach mehr als nur die Abreibung durch die Eintracht: Wenn sich Manuel Neuer nach der Pleite gar nicht verwundert über die Entwicklung des Teams zeigt, ist es längst vorbei mit harmonischem „Mia san mia“. Erkenntnisse wie bei Neuer entstammen der täglichen Arbeit und nicht allein Niederlagen gegen Frankfurt oder wackeligen Siegen wie im DFB-Pokal in Bochum. Würden Robert Lewandowskis Tore nicht spielerische Unzulänglichkeiten kaschieren – Borussia Dortmund müsste sich noch mehr ärgern, nicht wie in der letzten Saison wieder einen komfortablen Vorsprung auf Bayern zu haben.

Niko Kovac bekam kostspielige Neuzugänge

Kovac verwies am Samstag zurecht auf Münchens Herbstkrise 2018, die er letztlich meistern und zwei Titel feiern konnte. Weil am Ende die Schwarz-Gelben aber noch mehr verloren haben als die Münchener gewonnen. Doch die Situation hat sich verschärft. Kovac hat kostspielige Zugänge bekommen, vermeintlich schwierige Charaktere wie Mats Hummels, Arjen Robben und Franck Ribéry haben ihren Spind in der Umkleide geräumt. Die mangelnde Bereitschaft, Fehler bei sich zu suchen, trägt nicht zu einem gelungenen Gesamteindruck bei. Da war es keine Alternative, noch auf zwei Erfolgserlebnisse gegen Piräus und Dortmund zu hoffen, wenn man sich eh bewusst ist, dass ein Auseinandergehen das sinnvollste ist.

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