Fußball

Fanszene kündigt Stimmungsboykott in der Bundesliga an

Protest der BVB-Fans beim Spiel gegen Bayern München.

Protest der BVB-Fans beim Spiel gegen Bayern München.

Foto: Bongarts/Getty Images

Essen  Aus Protest gegen Montagsspiele und Kommerzialisierung schweigen viele Fans in Deutschlands Stadien. Am 13. Spieltag wird protestiert.

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Am 13. Bundesliga-Spieltag wird es 45 Minuten lang in Deutschlands Fußballstadien ruhig bleiben. Die Fanszenen Deutschlands haben einen bundesweiten Stimmungsboykott für das Wochenende vom 30. November bis zum 3. Dezember angekündigt. In allen Stadien soll während der ersten Spielhälfte auf organisierten Support verzichtet werden.

Nürnberg empfängt Leverkusen zum Montagsspiel

Der Protest richtet sich in erster Linie gegen die bei den Fans äußerst unbeliebten Montagsspiele sowie gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des Volkssports Fußball. Der 13. Spieltag wurde als Zeitpunkt für den Protest gewählt, weil am 3. Dezember zum ersten Mal in dieser Saison ein Montagsspiel angesetzt wurde. Der 1. FC Nürnberg empfängt um 20.30 Uhr die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen.

In der Ankündigung, die von zahlreichen Ultragruppen veröffentlicht wurde, heißt es: "Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden."

Im September hatten die Fanszenen bereits einen Protestspieltag ausgerufen und in den ersten 20 Minuten geschwiegen. Diese Zeitspanne wird nun noch einmal deutlich ausgeweitet. Da die nächste Ausschreibung der TV-Rechte in naher Zukunft bevorsteht soll somit noch einmal ein Zeichen gesetzt werden. In der Stellungnahme schreiben die Fangruppen: "Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück!"

Unter anderem sind folgende Partien betroffen:

Freitag, 30. November:

Fortuna Düsseldorf - 1. FSV Mainz 05 (20.30 Uhr)

Samstag, 1. Dezember:

Borussia Dortmund - SC Freiburg (15.30 Uhr)

TSG Hoffenheim - FC Schalke 04 (18.30 Uhr)

Sonntag, 2. Dezember:

MSV Duisburg - Holstein Kiel (13.30 Uhr)

1. FC Magdeburg - VfL Bochum (13.30 Uhr)

RB Leipzig - Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr)

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