Iserlohn Roosters

Iserlohn Roosters ziehen den Haien den Zahn

Brody Sutter trifft zum 2:1 für die Iserlohn Roostersin Köln.

Brody Sutter trifft zum 2:1 für die Iserlohn Roostersin Köln.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohringvia / imago images

Köln.  So kann man eine Saison beginnen! Zum Start der DEL warteten die Iserlohn Roosters am Freitag gleich mal mit einer kleinen Sensation auf.

Dieter Orendorz ist ein erfahrener Verteidiger. Als er vor dem Auftaktspiel gegen die Haie aus Köln im Podcast „Overtime – der Eishockey-Podcast rund um die Iserlohn Roosters“ über die spielerische Qualität der neuen Mannschaft aus dem Sauerland sprach, sagte der Ur-Iserlohner: „Wir haben im Vergleich mit den anderen Klubs vielleicht nicht das meiste Talent, aber wir sind mit dem Herzen dabei.“

Und weil Orendorz mittlerweile seit zehn Jahren für die Roosters in der DEL spielt, wusste er, dass seine Aussage bereits im West-Derby auf den Prüfstand kommen wird. Iserlohn – trauen nur wenige zu, unter die besten Zehn der Liga zu kommen. Köln – trauen viele zu, um den Titel mitzuspielen.

Iserlohn wehrt sich

Die Überprüfung der Orendorzschen Aussagen und die erste Prüfung für die fast komplett neu zusammengestellte Mannschaft begann wie erwartet mit der ersten Spielminute. Die Gastgeber präsentierten sich präsenter auf dem Eis, zielstrebiger in den Zweikämpfen – ohne allerdings die Sauerländer in ernsthafte Gefahr bringen zu können. Weil diese sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten erfolgreich wehrten.

Sie überstanden den Kölner Ansturm der ersten Minuten, die erste Unterzahl und waren nach außen hin unbeeindruckt von der Kulisse mit ihren 17.456 Zuschauern in der Arena. Dass der Auftritt sowohl für Roosters-Trainer Jason O’Leary als auch viele Spieler die Premiere in der DEL war, merkte man nur in wenigen Situationen.

Allmählich zeigten sich die Roosters sogar auch das eine oder andere Mal vor dem Haie-Tor. Pech hatten sie – und besonders ihr Torwart Anthony Peters – als der Puck nach einem Schuss von Kölns Jason Akeson in der 15. Minute den Weg zum 1:0 ins Netz fand, während Jens Baxmann eine Zeitstrafe absaß. Orendorz hatte seinem Goalie gemeinsam mit dem Kölner Benjamin Hanowski die Sicht versperrt und die Scheibe leicht abgefälscht.

Iserlohn Roosters- Das erwartet der Trainer in Köln

Doch die Sauerländer hatten die Prüfung von Beginn an angenommen – und jetzt erst recht. Sie ließen sich einfach nicht aus dem Konzept bringen. Hinten sicher, nach vorne nicht im Expresstempo, aber zielgerichtet. Nur 57 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels belohnte Brody Sutter seine Mannschaft mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1.

Beharrlichkeit wird belohnt

Dass Beharrlichkeit und Minimierung der Fehler belohnt wird, erlebten die Sauerländer sowie ihre mitgereisten gut 1000 enthusiastischen Fans in der 34. Minute, als die Roosters plötzlich schnell nach vorne spielten. Und erneut Sutter vollendete perfekt zur 2:1-Führung des Außenseiters in Köln.

Julian Lautenschlager hatte anschließend sogar die Chance, den Vorsprung zu erhöhen, doch er nutzte eine gute Gelegenheit nicht. Auf der Gegenseite bedankte sich Roosters-Goalie Anthony Peters mit der einen oder anderen Parade für das Vertrauen seines Trainers, der dem Zugang aus Nordamerika den Vorzug vor dem DEL-erfahrenen Andreas Jenike gegeben hatte.

Die Fans der Roosters feierten, die der Kölner staunten. Denn O’Leary setzte konsequent seine vier Reihen ein. Die Youngster Erik Buschmann, Lautenschlager, Tim Fleischer oder Neal Samanski erhielten wie im Vorfeld der Saison angekündigt Eiszeit. Und sie stemmten sich gegen die Kölner Klasse. Mit Herz. Mit Leidenschaft. In einer leise werdenden Arena, in welcher oft nur die Gesänge der Roosters-Fans zu hören waren.

„Sauerland, mein Herz schlägt für das Sauerland“, intonierten sie zehn Minuten vor Schluss, als die Sensation zum Greifen nahe war. Doch die Gastgeber kamen zurück. In der 54. Minute glich Jason Kason aus – besonders ärgerlich, da Anthony Peters vor dem 2:2 patzte.

Also ging es in die Overtime. Noch 3:39 Minuten waren auf der Uhr, da jubelten wieder die Gäste. Alex Petan machte die Sensation perfekt – die Überzahl in der Verlängerung half dabei. Das Fazit aus Sicht des IEC: Die erste Prüfung wurde in beeindruckender Manier bestanden, zwei Punkte sind schon auf dem Konto. Die nächste Prüfung kann jetzt gerne kommen: Am Sonntag, ab 16.30 geht’s am Seilersee gegen Straubing Tigers.

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