Iserlohn Roosters

Hommel will eine neue Roosters-DNA kreieren

Roosters-Manager Christian Hommel im Rahmen einer Pressekonferenz in der Iserlohner Geschäftsstelle.

Roosters-Manager Christian Hommel im Rahmen einer Pressekonferenz in der Iserlohner Geschäftsstelle.

Foto: Elmar Redemann

Iserlohn.   Christian Hommel setzt als neuer Sportlicher Leiter der Iserlohner auf Emotionen, Fannähe, die Förderung des Nachwuchses – und auf klare Kante.

In der Fußball-Bundesliga gibt es keine Playoffs. Und wenn es sie gäbe, wäre die Frage, ob der SC Freiburg diese erreicht, wohl Jahr für Jahr eine äußerst spannende. Dass Christian Hommel die Iserlohn Roosters zu einer Art SC Freiburg der Deutschen Eishockey Liga umbauen will, sagte der Ex-Profi am Donnerstag nicht explizit.

Bei seiner Präsentation als neuer Sportlicher Leiter der Sauerländer kokettierte der frühere Co-Trainer Hommel aber durchaus mit der Rolle des sympathischen Underdogs, welche die Badener kultiviert haben – und zitierte auch SC-Kulttrainer Christian Streich. „Ich möchte, dass jeder Spieler weiß, welcher Organisation und welcher Tradition er sich hier verpflichtet hat“, habe Streich gesagt – und so sieht es auch der Nachfolger des erkrankten Managers Karsten Mende im Falle der Iserlohn Roosters.

Ein mutiger Schritt nach vorn

„Das Logo vorn auf dem Trikot ist wichtiger als der Name hinten drauf.“ Ein weiterer zentraler Satz Hommels. Für den 38-Jährigen war der Auftritt im Rahmen einer Pressekonferenz ein großer Schritt nach vorn. Emotional, als er den Bogen zu Vorgänger Mende spannte und berichtete, wie dieser ihm Mut zugesprochen habe: „Du schaffst das schon!“ Und so offen, dass Wolfgang Brück, geschäftsführender Gesellschafter der Iserlohn Roosters, bisweilen Mühe hatte, Hommel wieder einzufangen.

Als dieser beispielsweise davon sprach, dass die Bedenkzeit für Jon Matsumoto bis nächsten Mittwoch läuft, hätte Brück eine etwas ausweichendere Antwort bestimmt auch gefallen. Als Hommel jedoch die Charakterfrage stellte, die Bedeutung des Nachwuchses unterstrich oder eine neue Außendarstellung ankündigte, glänzten auch bei Brück die Augen.

Nur Jason O’Leary als neuen Roosters-Trainer vorstellen – das wollten weder der IEC-Boss noch Hommel. „Wir sind in ein paar Formalien – aber ich denke, dass wir den neuen Trainer nächste Woche verkünden können“, sagte Brück, während Hommel das Anforderungsprofil umriss: „Wichtig ist, dass er deutsch spricht, eine guter Kommunikator ist und Emotionen zeigt. Und der Trainer wird dafür bezahlt, dass er auf dem Eis steht und coacht – egal, ob einen 18 Jahre alten Nachwuchsspieler oder einen 35-jährigen Routinier.“ Über die Qualität des Kaders zu nörgeln – das soll es nicht mehr geben.

Hommel will mit Iserlohn Roosters Druck machen
Hommel will mit Iserlohn Roosters Druck machen

Zentrales Thema ist für Hommel jedoch die Einstellung der Spieler. „Der Charakter war nicht immer gegeben, aber es gab zu selten Konsequenzen“, unterstrich der Hemeraner. Das Scouting soll deutlich intensiver auf die Persönlichkeit der Profis ausgerichtet werden – und wer nicht mitzieht, kann auch mal rausfliegen. So oft wie bisher will man die schützende Hand nicht mehr über die Spieler halten.

Kooperationen mit anderen Klubs

Für nationale Talente soll Iserlohn allerdings deutlich attraktiver werden. „Unser Image gegenüber jüngeren deutschen Spielern ist eine Katastrophe“, betonte Hommel. Abhilfe sollen Kooperationen schaffen – mit Vereinen aus der DEL2 und der Oberliga würden „gute Gespräche laufen“. In der Vergangenheit habe es der Klub zu oft verpasst, junge deutsche Spieler in Iserlohn zu halten.

Nicht zuletzt will Hommel am internen Umgang arbeiten. „Oberste Priorität“ haben für ihn die Stichworte Wertschätzung und Dankbarkeit – gegenüber verdienten Spielern und erst recht den Ehrenamtlichen, die sich für die Roosters ins Zeug legen. Auch den unzufriedenen Fans will der im Anhang ohnehin beliebte Hommel die Hand reichen – und alle Zweifler in der nächsten Zeit davon überzeugen, dass er es kann: einen DEL-Verein erfolgreich zu managen.

Dabei genießt er das Vertrauen von Wolfgang Brück – der sich nun auch etwas in den Hintergrund zurückziehen will: „Mich wird man so gut wie nicht mehr sehen.“

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