Iserlohn Roosters

Die Roosters sind ein Fall für den Professor

Neu bei den Iserlohn Roosters: Rob Daum.

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Neu bei den Iserlohn Roosters: Rob Daum. Foto: imago

Iserlohn.  Rob Daum ist neuer Trainer des DEL-Schlusslichts. Der Kandier übernimmt bei den Roosters ab Montag. Zuvor will Jamie Bartman für Punkte sorgen.

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Jamie Bartman redet nicht um den heißen Brei herum. Nein, er habe mit den Spielern nicht über die Entlassung von Cheftrainer Jari Pasanen gesprochen. Und ja, er habe nach dessen Aus nochmal Kontakt zu seinem ehemaligen Vorgesetzten gehabt. Aber, darauf legt Bartman Wert: „Jeder muss seine Rolle kennen – jetzt bin ich der Headcoach. Und ich entscheide, wie ich es für richtig halte.“

Exakt für die nächsten zwei Spiele in der Deutschen Eishockey Liga wird der bisherige Co-Trainer der Iserlohn Roosters in die neue Rolle schlüpfen. An diesem Freitag im Gastspiele bei den Adlern in Mannheim (19.30 Uhr) und am Sonntag im Heimspiel gegen die Straubing Tigers (17 Uhr).

Denn am Montag nimmt mit Rob Daum der neue Cheftrainer der Roosters seine Arbeit am Seilersee auf. Manager Karsten Mende bestätigt die Personalie am Donnerstag. Daum , 59-jähriger Kanadier, unterschrieb vorerst einen Vertrag bis zum Saisonende, „und dann schauen wir mal weiter“, sagt Mende, der natürlich hofft, dass Daums erstes Training lediglich der Auftakt einer neuen Ära am Seilersee sein wird.

Wer dieser Rob Daum ist?

Ein Experte, der sich bei seinem sechs Jahre andauernden Engagement bei den Black Wings Linz in Österreich, welches nach dem Viertelfinal-Aus im Frühjahr dieses Jahres endete, auf Grund seiner akribischen Arbeitsweise den Spitznamen „Eishockey-Professor“ verdiente. Auch Daum selbst sieht sich als Lehrer.

Mit Mathias Lange bei Olympia

„Ich bin ein Freund von Details und mag es, vorbereitet zu sein“, wird er in der Pressemitteilung der Roosters zitiert. „Und ich liebe es, aggressiv spielende, hart arbeitende Mannschaften zu trainieren. Aber jetzt gilt es erst einmal, das Team kennen zu lernen, dann wird sich unser gemeinsamer Weg weisen.“ Außerdem ist Daum verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder. Nach Iserlohn wird er zunächst aber alleine kommen.

Mende hatte den Kanadier bereits seit einiger Zeit im Blick. „Als Verantwortlicher eines Eishockey-Klubs wäre es töricht, nicht auf irgendwelche Eventualitäten vorbereitet zu sein“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Ich kannte ihn nicht persönlich, aber seine Arbeit. Wir haben uns natürlich viel unterhalten und das war alles sehr positiv. Er ist sehr ruhig und sachlich“, erklärt Mende.

Außerdem holte er in der Kabine der Roosters die eine oder andere Info über Daum ein. Bei Torhüter Mathias Lange zum Beispiel, der Rob Daum aus dessen Zeit als Assistent der österreichischen Nationalmannschaft kennt. Unter anderem verbindet sie die gemeinsame Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 2014. „Ich habe ihn als sehr netten Typen kennengelernt, der sehr auf Kleinigkeiten achtet und in Sachen Taktik ein absoluter Fachmann ist“, sagt Lange. Sebastian Dahm oder Kevin Schmidt erlebten ihren neuen Coach in Österreich als gegnerischen Trainer, der Linz gleich im ersten Jahr zum Titel führte.

Bartman rückt am Montag wieder auf die Stelle des Co-Trainers. Doch zuvor will er mit den Roosters punkten. Selbst Mannheim sei zu schlagen, erklärt er. „Das ist eine große Herausforderung für die Jungs, aber sie sind jetzt gefordert, jetzt müssen sie richtig Gas geben.“

Nur drei Spieler fallen aus

Kleinigkeiten habe er in dieser Trainingswoche verändert. Die positivste Nachricht: Bis auf die Langzeitverletzten Sebastian Dahm, Chad Costello und Marcel Kahle, die nach der Länderspielpause im November ins Training zurückkehren könnten, stehen ihm gegen Mannheim alle Spieler zur Verfügung.

„Die Mannschaft ist gut drauf, aber sie war immer gut drauf. Es stinkt uns doch allen, dass wir Tabellenletzter sind“, erklärt Bartman. Er möchte das ändern – bevor er wieder in seine Rolle als Co-Trainer zurückkehrt.

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