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Ashton Rome wechselt zu den Iserlohn Roosters

Wechselt zu den Iserlohn Roosters: Ashton Rome.

Wechselt zu den Iserlohn Roosters: Ashton Rome.

Foto: imago

Iserlohn.   Während die Eishockey-Szene über den „Iserlohner Weg“ mit Kanadiern und Deutsch-Kanadiern diskutiert, gehen die Roosters diesen unbeirrt weiter.

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Es ist fast dunkel im Inneren der Eishalle am Seilersee. Während auf den Tribünen die Wunderkerzen brennen, knistern und riechen, folgt auf dem Eis ein Lichtkegel dem Nachwuchs-Rooster, der nach einer Ehrenrunde unter tosendem Jubel die Vereinsfahne zum Mittelkreis bringt. Und aus allen Lautsprechern dröhnt – nicht wie sonst üblich „State of Hockey“, sondern „O Canada“, die emotionale kanadische Nationalhymne.

So wünschen sich viele Fans der Iserlohn Roosters die Einheiz-Phase, bevor im nächsten Heimspiel gegen die Kölner Haie am 6. März ihre Mannschaft auf das Eis gerufen wird. Als Antwort wünschen sie sich dies, als schlagfertige Antwort mit feiner Selbstironie.

Als Antwort worauf?

Auf die harsche Kritik, die Kölns Kapitän Moritz Müller in der zweiten Drittelpause des Spiels der Haie in Iserlohn vor den Kameras von ServusTV an der Kaderplanung der Roosters äußerte. „Es heißt immer, das deutsche Eishockey muss besser werden, aber wir spielen hier gegen eine abgetakelte kanadische Nationalmannschaft – da soll die Liga mal den Arsch in der Hose haben, zu fragen, wie das hier mit den Pässen funktioniert in Iserlohn“, schimpfte er in Richtung der Kanadier, Amerikaner und insgesamt 21 nicht in Deutschland geborenen Spieler im aktuellen Kader der Sauerländer.

Dreifaches Gehalt

6:1 führten die Roosters zu diesem Zeitpunkt. Und auch nach dem dritten Drittel hatte sich daran nichts geändert. Die „abgetakelte kanadische Nationalmannschaft“ hatte die meist das Dreifache und mehr verdienenden Stars der Haie vom Eis gefegt.

„Ich sehe ein, dass der Zeitpunkt gestern nicht der richtige war, um ein solches Thema aufzumachen“, schrieb Müller, seines Zeichens deutscher Nationalspieler am Montag auf seiner Facebook-Seite. Und: „Das waren meine ungefilterten Emotionen, da mir die Situation der Haie sehr nahe geht.“

Die Themen „Einbürgerung“ und „Kanadier in Iserlohn“ allerdings standen wieder auf der Tagesordnung. „Man kann das aus verschiedenen Sichtweisen betrachten“, sagte Roosters-Boss Wolfgang Brück. „Zum einen machen mich solche Äußerungen stolz und zufrieden. Im Erfolg wird man nunmal nicht nur als sexy betrachtet – auch die Neider werden auf den Plan gerufen“, erklärte er. „Zum anderen relativiere ich dies im Zusammenhang mit dem Spiel. Das sind Emotionen eines Spielers, der mit seiner Mannschaft weit hinter den gesteckten Zielen herhinkt.“

Dass sich die Roosters innerhalb aller geltenden Gesetze bewegen, wollte Brück, der als Rechtsanwalt arbeitet, nicht wiederholen. „Das habe ich bereits zigmal erklärt. Das geht ja auch gar nicht anders.“ Im Fachmagazin „EishockeyNews“ bestätigte dies Dr. Imke Gielen, Fachanwältin für Verwaltungsrecht in Berlin, unlängst.

„Iserlohner Weg“

„Mit Ausnahme der stets zu erfolgenden Einbürgerung in den Fällen, in denen ausländische Staatsangehörige seit acht Jahren in Deutschland wohnen, steht die Einbürgerung stets im Ermessen der zuständigen Behörde“, erklärte sie. Und: „Im Fall der Einbürgerung von Personen, die ihren Wohnsitz im Ausland haben, ist stets das Bundesverwaltungsamt in Köln zuständig. Zur Vermeidung einer uneinheitlichen Auslegung der Einbürgerungsvoraussetzungen sind den Behörden Verwaltungsvorschriften an die Hand gegeben.“

Unabhängig davon, dass die Roosters den „Iserlohner Weg“ gehen. Erfunden haben sie diese Variante, mit schmalem Budget zum Erfolg zu kommen nicht. Früher setzten zum Beispiel auch Mannheim oder Düsseldorf auf eingebürgerte Akteure. Allerdings spielen die Sauerländer die Karte „Einbürgerung“ derzeit gerne und effektiv. Eine Äußerung konnte sich Wolfgang Brück in diesem Zusammenhang allerdings – erneut – nicht verkneifen: „Wenn andere Klubs unsere Spieler abwerben, ist der deutsche Pass dann in Ordnung. Diese Doppelmoral ärgert mich.“

Neuer Spieler - aus Kanada

Dass die ob des Erfolges immer wieder hochköchelnde Kritik die Roosters nicht von ihrem Weg abbringt, verdeutlicht die erste Spielerneuverpflichtung für die kommende Saison. Nach Informationen dieser Zeitung wechselt Stürmer Ashton Rome vom Ligarivalen Schwenninger Wild Wings ins Sauerland. Den Vertrag hat der 30-Jährige bereits unterschrieben. DEL-Erfahrung sammelte Rome bereits bei der Düsseldorfer EG, für die er von 2012 bis 2014 auf das Eis ging. Am vergangenen Freitag verletzte sich Rome jedoch am Knie und muss vorerst vier bis sechs Wochen pausieren.

Rome wurde übrigens in Nesbitt geboren – einem kleinen Ort in Kanada.

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