Basketball

Herner Basketball-Frauen können Geschichte schreiben

Herne gegen Freiburg: Emina Karic setzt sich durch.

Herne gegen Freiburg: Emina Karic setzt sich durch.

Herne  Noch drei Siege bis zum Double: Die Basketballerinnen des Herner TC brennen vor dem ersten Finalspiel und wollen Großes erreichen.

Es ist noch nicht lange her, da jubelten die Basketballerinnen des Herner TC im goldenen Konfettiregen. „So sehen Sieger aus“ stand auf ihren T-Shirts. Über der Schrift ein Pfeil, der nach oben zeigte, auf die erschöpften, aber glücklichen Gesichter. Gerade hatten die Bundesliga-Spielerinnen in der eigenen Halle den deutschen Pokal gewonnen.

Es war der größte Triumph, den der Verein je gesehen hat. Nun hat die Mannschaft die Chance, noch einen draufzusetzen. An diesem Mittwoch (19 Uhr) startet das Team von Trainer Marek Piotrowski bei den Rutronik Stars Keltern in die Final-Serie der Play-offs um die Deutsche Meisterschaft. Es wäre Hernes erster Meistertitel.

Jetzt stimmt auch das Gefühl

Der Weg dahin war kein leichter. „Das Pokalfinale hatten wir noch ganz schön in den Knochen. Es waren sehr anstrengende Spiele“, sagt Kapitänin Emina Karic, „aber auch emotional fühlte es sich wie das letzte Spiel der Saison an.“

Doch das war es längst nicht. Herne kämpfte sich durch die Play-offs, bezwang Braunschweig und den langjährigen Ligaprimus Wasserburg. „Das war nicht einfach“, sagt Karic. „Wir hatten alle das Gefühl: Wir sind Pokalsieger, wir müssen jetzt auch ins Finale kommen.“ Der eigene Anspruch führte zu einem enormen Druck und knappen Partien. Erst jetzt, sagt Karic, würden auch die richtigen Emotionen aufkommen. Sie formuliert dieses Gefühl etwa so: „Boa, krass, Finale! Jetzt wollen wir unbedingt Deutscher Meister werden.“

Drei Siege brauchen die Hernerinnen dafür. Nach dem Auswärtsspiel heute, geht es zunächst am Freitag (19.30 Uhr) und Sonntag (16 Uhr) mit zwei Heimspielen weiter. Im besten Fall steht der Titelgewinn dann schon fest. Doch Karic will so weit noch nicht denken: „Beide Mannschaften stehen verdient im Finale. Wir fahren nicht mit Angst, aber mit großem Respekt nach Keltern“, sagt sie. Verständlich: Von den lediglich zwei Niederlagen kassierte der Hauptrundenerste eine in Baden-Württemberg – mit 40 Punkten Unterschied.

Doch die Mannschaft fühlt sich gut vorbereitet. „Zum Glück sind alle fit geblieben“, sagt Karic. Das Trainerteam habe die Balance zwischen Belastung und Freizeit gefunden. „Wir konnten auch mal das Wetter genießen, zusammen etwas unternehmen.“ So sei das Team vor dem Finale noch mehr zusammengewachsen. „Das war nochmal eine andere Ebene. Beim Training dreht sich ja immer nur alles um Basketball“, sagt Karic.

Internationaler Mix

Aus sechs Nationen kommen die Spielerinnen, jede hat schon ihre Erfahrungen gemacht. „Wenn unsere US-Mädels von College-Spielen erzählen oder unsere Holländerinnen von ihren Titeln in der niederländischen Liga, dann ist das für alle Motivation“, sagt Karic.

Doch daran mangelt es nicht – vor allem bei Emina Karic. Seit 15 Jahren spielt die 28-Jährige für den HTC, diese Saison, verrät sie, wird ihre letzte sein. Nach ihrem Sport- und Spanisch-Studium beginnt für die angehende Lehrerin das Referendariat. Die Turnhalle bleibt ihr Arbeitsplatz, aber in einer völlig neuen Rolle. „Mit einem Double rauszugehen, noch einmal Vereinsgeschichte zu schreiben, mit diesem Trainer, der mich so lange begleitet hat – das wäre ein sehr, sehr cooles Gefühl und etwas ganz Besonderes“, sagt sie.

Ab heute wird sie alles für ihren perfekten Abschied tun. Einen Abschied im Konfettiregen.

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