Dortmund. Borussia Dortmund verliert gegen RB Leipzig, Mats Hummels fliegt früh raus - und doch zeigen sich jene ruhig, die sonst austeilen.

Edin Terzic wirkte eher kämpferisch als deprimiert. Obwohl Borussia Dortmund beim 2:3 (1:1) gegen RB Leipzig einen weiteren Rückschlag hinnehmen musste und der Druck auf den Dortmunder Fußball-Lehrer damit weiter wächst, brachten ihn die Fragen nach seiner Gemütslage und Zukunft nicht sonderlich in Wallung. „Es ist gerade ein richtig harter Test. Aber man hat Energie, Mut und Glaube gespürt“, kommentierte der 41-Jährige die unglückliche Niederlage in Unterzahl. Bei allem Frust wertete er den beherzten Auftritt als Indiz für ein intaktes Binnenklima: „Es geht darum, vorwegzugehen, wieder aufzustehen und die Jungs dazu zu bringen, dass sie mir folgen. Das haben sie heute getan.“

Das war auch das mediale Echo. Denn trotz der Niederlage, trotz der frühen Roten Karte für Mats Hummels waren gerade jene auf Schmusekurs, die sonst mächtig gegen den BVB ledern. Sky-Experte Lothar Matthäus sagte beispielsweise: „Die Dortmunder haben gefightet, gefightet, gefightet und bis zur letzten Minute alles reingeschmissen. Sie haben ein gutes Spiel gemacht, was die Mentalität betrifft“, sagte der Rekordnationalspieler. „Die Dortmunder Fans können trotz der Niederlage zufrieden nach Hause gehen, stolz sein auf den Einsatz und vor allem auf das Spielerische, wo man Leipzig in Unterzahl eigentlich beherrscht hat.“

Keine Mentalitätsfrage beim BVB

Töne, die man so nicht erwartet hatte. Auch Sky-Kommentator Wolff Fuss zeigte sich erstaunlich unaufgeregt: „Die ewige Diskussion um Einstellung und Hingabe kann ad acta gelegt werden und ist, was das Spiel betrifft, nicht zielführend. Dennoch fragt man sich: Warum kommen sie in einem Spiel wie gegen Leipzig erst in Unterzahl und dann in der zweiten Hälfte zu ihren Möglichkeiten?“

Im Sport1-Doppelpass am Sonntag verwies Stefan Effenberg noch einmal auf die jüngsten Erfolge in der Champions League: „In der sogenannten Todesgruppe war Platz drei und damit die Europa-League-Überwinterung schon das höchste der Gefühle, als Paris St.-Germain, AC Mailand und Newcastle United gezogen wurden. Nun sind die Erster. Egal, wie der Wettbewerb ausgeht, Borussia Dortmund ist ein Gewinner. Auch in der Bundesliga sollte man den BVB noch nicht abschreiben.“