Doha. Portugal ist als achte Mannschaft ins WM-Viertelfinale eingezogen. Mit 6:1 besiegte Portugal die Schweiz - und das lange ohne Ronaldo.

Die Kollegen gaben sich größte Mühe, die Aufmerksamkeit auf das sportliche Geschehen zu lenken. Portugal besiegte die Schweiz im Stadion Lusail in Doha, in dem auch das Finale am 18. Dezember stattfinden wird, durch eine beeindruckende Vorstellung 6:1 (2:0). Trotzdem schauten die meisten Fans immer auch auf die Ersatzbank, dort saß nämlich überraschend der große Star Cristiano Ronaldo.

Der Mannschaft schadete dies nicht. Ausgerechnet der herausragende Goncalo Ramos (17./51./67.), der Ronaldo vorgezogen wurde, Pepe (33.), Raphael Guerreiro (56.) und Rafael Leao (90.+1) sorgten für einen nie gefährdeten Sieg. Manuel Akanji erzielte das 1:4 (58.). Portugal trifft jetzt am Samstag im Viertelfinale (16 Uhr deutscher Zeit) auf Marokko. Ob Ronaldo dann beginnen darf?

Kapitän bleibt Kapitän: Kurz vor der Einwechslung erhält Cristiano Ronaldo (l.) von Pepe die Binde.
Kapitän bleibt Kapitän: Kurz vor der Einwechslung erhält Cristiano Ronaldo (l.) von Pepe die Binde. © afp

Trainer Fernando Santos hatte den 37-Jährigen am Tag zuvor öffentlich für sein Verhalten bei der Auswechslung im Spiel gegen Südkorea (1:2) kritisiert, weil dieser schimpfend den Platz verlassen hatte. Am Dienstagabend musste der Kapitän deswegen draußen Platz nehmen, was dafür sorgte, dass sich vor dem Anpfiff die meisten Fotografen vor der Bank versammelten. Als der Star bei der Hymne auf der Anzeigentafel eingeblendet wurde, jubelten die Fans.

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Genauso wie in der 16. Minute, jetzt aus sportlichen Gründen. Denn Ramos hatte den Ball von Joao Felix erhalten und diesen dann aus spitzem Winkel von der linken Seite in die obere Ecke geschossen. Torhüter Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach, der vor dem Anpfiff mit Manchester United in Verbindung gebracht wurde, wirkte etwas ungeschickt. Alle portugiesischen Ersatzspieler rannten zum Torschützen – auch Ronaldo.

So bewertet Schweiz-Legende Ciriaco Sforza die deftige Pleite bei MagentaTV. Zum Video-Clip geht es hier.

Die Schweiz sorgte zum ersten Mal in der 30. Minute für eine erhöhte Lautstärke im Stadion. Xherdan Shaqiri schlenzte einen Freistoß aus rund 30 Metern knapp rechts vorbei. Portugal aber kontrollierte diese Begegnung, vor allem Joao Felix wirbelte in der Offensive. Bernardo Silva dirigierte die Angriffe. Und Bruno Fernandes streichelte einen Eckball in den Sechzehnmeterraum, den der 39-jährige Pepe für das zweite portugiesische Tor nutzte und eine neue Bestmarke aufstellte (33.). Nie war ein Torschütze in der K.o.-Runde der Weltmeisterschaft älter. Wieder rannte Ronaldo zur Gratulation auf den Rasen. Fünf Minuten später klärte Portugals Ruben Dias einen Kopfball von Remo Freuler auf der Linie und verhinderte das Anschlusstor, das diesem Abend mehr Spannung verliehen hätte.

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So schauten weiter viele auf Cristiano Ronaldo, kurz nach der Halbzeit erhob er sich von der Bank, um sich gemeinsam mit den anderen Auswechselspielern aufzuwärmen. Dort sah der Star, wie erneut sein Konkurrent traf. Diogo Dalot setzte sich auf der rechten Seite durch, flankte und Ramos spitzelte den Ball ins Tor (51.). Weitere vier Minuten später ließ Borussia Dortmunds Raphael Guerreiro das vierte Tor nach Vorlage von, genau, Ramos folgen.

Manuel Akanji drückte den Ball nach einer Ecke von Shaqiri zum 1:4 über die Linie (58.). Echte Spannung wollte jedoch nicht mehr aufkommen, die Fans forderten mit „Ronaldo“-Rufen die Einwechslung des Kapitäns. Stattdessen erzielte Ramos seinen dritten Treffer (67.). Am lautesten wurde es allerdings, als Ronaldo für Ramos eingewechselt wurde (73.). Der portugiesische Liebling erzielte in der 84. Minute sogar ein Tor, stand dabei jedoch im Abseits. Das von Rafael Leao zum 6:1-Endstand in der Nachspielzeit zählte.

WM Inside - Der Expertentalk: Analyse mit Harald Stenger

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