Zhangjiakou. Den Sensations-Sieg von Victoria Carl und Katharina Hennig konnte auch Jens-Jörg Rieck kaum fassen. Der Kommentator begeisterte die Zuschauer.

Was war das für ein Spektakel, das Katharina Hennig und Victoria Carl am Vormittag deutscher Zeit da in der Loipe von Zhangjiakou absolvierten. Sensationell sprinteten die beiden zur Goldmedaille, mit einem fulminanten Schlussspurt überquerte Carl als erste die Ziellinie. Es war die wohl emotionalste Goldmedaille, die das deutsche Team bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking bislang holte - denn gerechnet hat damit niemand.

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Schon am vergangenen Samstag holte die deutsche Langlauf-Staffel überraschend Silber, doch mit dem Coup von Hennig und Carl war nun wirklich nicht zu rechnen. Die Russinnen, die Schwedinnen, ja eigentlich auch die Finninnen galten als stärker. Und so konnte auch ARD-Kommentator Jens-Jörg Rieck, der das Rennen an diesem Mittwochvormittag begleitete, kaum fassen, was er da in der Kommentatorenkabine zu sehen bekam.

Rieck glaubt zunächst offenbar an Bronze

"Schrei sie nach vorne, Peter. Schrei sie nach vorne", rief der 59-Jährige bereits am letzten Anstieg und meinte damit Peter Schlickenrieder - den deutschen Teamchef, der zudem am Mittwoch seinen 52. Geburtstag feierte. Als die Finnin Krista Pärmäkoski beim Stadioneinlauf mit Russland, Schweden und Deutschland nicht mehr mithalten konnte, realisierte Rieck so langsam, dass es wohl die nächste Medaille für Deutschland geben wird. "Victoria Carl kann das nach Hause laufen. Russland, Schweden, Deutschland", rief der euphorisierte Rieck am Mikrofon - denn auch Bronze wäre ja bereits ein voller Erfolg gewesen.

Allerdings: Carl wollte mehr als Bronze - und setzte plötzlich zum entscheidenden Sprint an. Rieck: "Ich fasse es ja nicht. Komm, schieb das Ding weiter. Es sind noch 50 Meter. Ja, hast Du denn die Pfanne heiß? Hast Du denn die Pfanne heiß?", noch einmal, als Carl als erste ihre Skier über die Ziellinie drückte. Fast so ausgelaugt wie die deutsche Goldmedaillengewinnerin, der im Ziel gleich ihre Kollegin Hennig in die Arme fiel, wirkte auch der Kommentator, der sich offensichtlich erst einmal sammeln musste: "Es ist Gold. Es ist Gold, ich fasse es nicht."