Einzelkritik

Schalke: Nübel überzeugt - Sané patzt - Uth vergibt

Salif Sané machte gegen Leipzig keine gute Figur.

Salif Sané machte gegen Leipzig keine gute Figur.

Foto: Getty Images

Gelsenkirchen.  Bitteres Comeback für Schalkes Trainer Huub Stevens: Die Königsblauen unterlagen RB Leipzig mit 0:1 und bleiben in Abstiegsnot. Die Einzelkritik.

Auch der Trainerwechsel von Domenico Tedesco zu Huub Stevens hat nicht geholfen: Der FC Schalke 04 bleibt in der Fußball-Bundesliga nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen RB Leipzig in akuter Abstiegsnot. Hier sind die Noten

Alexander Nübel: Er bekam von Stevens wieder den Vorzug vor Kapitän Ralf Fährmann - eine Entscheidung, die mit Spannung erwartet worden wir. Und er rechtfertigte das Vertrauen: Stark in der Strafraumbeherrschung, sicher mit dem Ball am Fuß - und mit einer Weltklasse-Reaktion, als er einen Schuss von Yussuf Poulsen an die Latte (14.) lenkte. Pech für ihn: Timo Werners Nachschuss saß. Note: 2,5

Jeffrey Bruma: Sein Stellungsspiel war ordentlich. Zum Beispiel verhinderte er so einen gefährlichen Leipziger Konter, weil er einen Pass auf Timo Werner noch abfing (27.). Note: 3

Salif Sané: Der Abwehrchef sah vor dem 0:1 sehr schlecht aus, als er die Flanke, die dem Treffer vorausging, mit der Hacke abwehren wollte: Das ging schief, Werner traf im Nachschuss. Wichtig: Bei den Leipziger Ecken und Freistößen stieg er stets am höchsten und rettete per Kopf. Note: 4,5

Matija Nastasic: Nach überstandener Fußprellung kehrte der in Manchester schmerzlich vermisste Innenverteidiger in die Startelf zurück. Er hatte in manchen Duellen mit Yussuf Poulsen viel Mühe. Wenn er sich durchsetzte, schoss er zu oft ins Seitenaus statt nach vorn. Note: 3,5

Weston McKennie: Wie schon beim 0:7 in Manchester ersetzte er den verletzten Daniel Caligiuri auf der rechten Seite - doch das ist nicht seine Lieblingsposition. Er verkörperte das, was Stevens sehen wollte: Leidenschaft, Einsatz, Schalker Tugenden. Doch manchmal wusste er nicht, wie er genau zu stehen hat. Im Spiel nach vorn fehlten ihm zu oft ein paar Zentimeter Genauigkeit. Note: 4

Bastian Oczipka: In Manchester wurden ihm die Grenzen aufgezeigt - er rannte meist nur hinterher und war in Laufduellen chancenlos - egal, wer gerade an ihm vorbeigesprintet war. Auch gegen Leipzig stand er nicht immer richtig, das 0:1 etwa entstand über seine Seite, aber er konnte diesmal Akzente in der Offensive setzen: Stark, wie er sich in er 48. Minute vor Embolos Chance gegen drei Mann durchsetzte. Note: 4

Benjamin Stambouli: Der Kapitän bekam die zentrale Rolle in Schalkes Mittelfeld. Am Anfang sortierte er das Spiel gut, verteilte den Ball im richtigen Moment. Je länger das Spiel dauerte, desto riskanter - und damit anfälliger für Fehlpässe. Note: 4

Suat Serdar (bis 86.): Nach abgesessener Rot-Sperre kehrte er in Schalkes Startelf zurück. Er sollte für die entscheidenden Pässe in die Tiefe sorgen, was ab und an sogar gelang. Er hatte Schalkes beste Chance nach der Pause, schoss aber knapp vorbei (75.). Note: 3

Sebastian Rudy (bis 60.): Der 16-Millionen-Flop, der unter Tedesco zuletzt keine Rolle mehr gespielt hatte, stand in der Anfangsformation. Dieses Spiel war nicht gemacht für ihn - ein filigraner Spielaufbau war nicht gefragt. Er spielte auf Schalke schon schlechter, in seiner Karriere aber oft deutlich besser. Beispielhaft für seine Leistung: In der 43. Minute eroberte er stark im Mittelfeld den Ball, um ihn dann mit einem dummen Fehlpass wieder herzuschenken. Note: 4

Breel Embolo: Schalkes wuchtiger Stürmer und Schiedsrichter Guido Winkmann waren an diesem Tag keine Freunde: Oft entschied Winkmann in Zweikämpfen mit Embolos Beteiligung gegen den Schalker - allerdings verhielt sich Embolo oft ungeschickt. Seine Art kam in der Arena an, zweimal kam er auch zum Abschluss: In der 22. Minute schoss er vorbei, in der 48. Minute in die Arme von Torwart Peter Gulacsi. Am Ende ließen aber seine Kräfte nach. Note: 4

Mark Uth (bis 73.): Zweimal in Folge saß er auf der Tribüne, Stevens holte ihn in die Startelf zurück. Schon nach zwei Minute hätte sich das beinahe ausgezahlt. Er traf ins Tor - stand aber hauchdünn im Abseits. In der 32. Minute lief er erneut allein aufs Tor zu, schob den Ball aber in Gulacsis Arme. Note: 4

Ahmed Kutucu (ab 60.): Der U19-Stürmer fügte sich direkt mit einigen gewonnenen Zweikämpfen ein, gab nie auf und riss in einigen Szenen die Fans mit. In der 79. Minute holte er einen Freistoß am Strafraum heraus, den er selbst schoss - aber in die Leipziger Mauer. Note: 3

Guido Burgstaller (ab 73.): Er kam für Uth und hatte die Ausgleichschance: Nach einem weiten McKennie-Einwurf schoss er aber drüber. Ohne Note

Steven Skrzybski (ab 86.): Er kam für Kutucu. Ohne Note

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