Prozess

Tod eines Babys in Mülheim – Urteil in Duisburg erwartet

Am Landgericht in Duisburg wird das Urteil wegen des gewaltsames Todes eines Babys gesprochen.

Am Landgericht in Duisburg wird das Urteil wegen des gewaltsames Todes eines Babys gesprochen.

Foto: Eickershoff

Duisburg.   Ein 23-Jähriger soll seine acht Monate alte Tochter brutal getötet haben. Am Landgericht in Duisburg wird heute das Urteil gesprochen.

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Am Landgericht Duisburg soll am Mittwoch (10.30 Uhr) das Urteil im Prozess um den gewaltsamen Tod eines acht Monate alten Babys gesprochen werden. Angeklagt ist der Vater des Kindes.

Der 23-jährige Mann aus Mülheim hat gestanden, den Säugling im April 2018 brutal geschlagen zu haben. Nach eigenen Angaben hatte er die „Kontrolle“ über sich verloren, nachdem er seine weinende Tochter nicht beruhigen konnte.

Baby erlitt Schädelfraktur und Hirnblutungen

Die Anklageschrift stützte sich wesentlich auf die Erkenntnisse der Untersuchungen der Gerichtsmediziner. Danach soll der Angeklagte den Hinterkopf des Babys mit großer Gewalt gegen einen harten Gegenstand geschlagen haben.

Das Kind erlitt eine Schädelfraktur und schwere Hirnblutungen. Es starb wenige Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus.

2013 übersiedelte der Angeklagte von Rumänien nach Deutschland, arbeitete hier zunächst in einer Fleischfabrik. Zwei Jahre später lernte er seine Lebensgefährtin kennen, hat mit ihr zwei Kinder. Vor zwei Jahren ließ sich das Paar in Mülheim nieder. Bei der Geburt der Tochter saß der 23-Jährige wegen Diebstahls eine einjährige Gefängnisstrafe ab.

Staatsanwaltschaft fordert fast zehn Jahre Haft

Kurz nach seiner Entlassung im Dezember 2017 habe er wieder mit dem täglichen Konsum von Cannabis begonnen, berichtete er im Prozess. Regelmäßig, etwa zwei oder dreimal in der Woche, sei dann auch Ecstasy hinzugekommen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte neun Jahre und neun Monate Haft wegen Totschlags.

Nach der Tat gab es auch Diskussionen über die Rolle des Jugendamtes: Die Familie war erst kurz zuvor von Gelsenkirchen nach Mülheim gezogen. Die Mutter war zuvor in einer Mutter-Kind-Einrichtung in Gelsenkirchen untergebracht und wurde dort vom hiesigen Jugendamt betreut.

Zunächst hieß es seitens der Staatsanwaltschaft, dass die Rolle des Gelsenkirchener Jugendamtes noch näher zu untersuchen sei. Es gab Vorwürfe, die Übergabe sei schlecht zwischen den Behörden abgestimmt worden. Staatsanwalt Mende: „Es gab eine vernünftig ausgestattete Wohnung, der Vater hatte eine Arbeit, es gab unangemeldete Hausbesuche seitens des Jugendamts und keinerlei Anhaltspunkte für Kindeswohlgefährdung.“

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