Dauergießen bei Dürre

Separate Wasseruhr: So sparen Sie beim Gießen Geld

Eine Gießkannenfüllung kostet nicht die Welt, aber dabei bleibt es in Dürrezeiten nicht. Je größer der Garten, desto verzweifelter die Gärtner.

Eine Gießkannenfüllung kostet nicht die Welt, aber dabei bleibt es in Dürrezeiten nicht. Je größer der Garten, desto verzweifelter die Gärtner.

Foto: Julian Stratenschulte

Essen.  Gartenbesitzer kommt die Trockenheit teuer zu stehen. Ein Zwischenzähler spart Gebühren, und es gibt noch einen Tipp, den kaum jemand kennt.

Der Regen bleibt aus, der Rasensprenger läuft, die Wasserrechnung steigt. Gartenbesitzer verzweifeln in diesen Tagen. Wasser ist wertvoll! Aber das geliebte Grün verdorren zu lassen ist auch keine Lösung. Geht das nicht billiger? Wir haben für Sie recherchiert.

Jede Stadt regelt es anders, aber überall gelten folgende Grundsätze:

  1. Die Entsorgung von Abwasser ist mindestens so teuer wie der Bezug von Frischwasser.
  2. Für Frischwasser, das nicht über die Kanalisation entsorgt wird (also Gießwasser, das im Boden versickert), fallen im Prinzip keine Abwassergebühren an.
  3. Mit einer separaten Wasseruhr lässt sich die Menge des Gießwassers nachweisen.
  4. Auch bei Niederschlagswasser besteht Sparpotenzial: Die Entsorgung über den Kanal wird nach Dachfläche und befestigtem Boden berechnet – man kann es aber auch als Gießwasser nutzen.

Separate Wasseruhr lohnt sich nicht immer

Eine separate Wasseruhr fürs Gießwasser kann sich lohnen, muss aber nicht. Philip Heldt von der Verbraucherzentrale NRW rät Gartenbesitzern, sich die Anschaffung eines solchen Zwischenzählers zu überlegen. Für eine geeichte Wasseruhr sind 30 bis 70 Euro fällig, für den Einbau schlagen nochmal mindestens 70 Euro zu Buche, es sei denn, man traut sich die fachgerechte Installation selbst zu. In manchen Städten werden zusätzlich Abnahme- oder Verwaltungsgebühren fällig.

"Es kann eine Weile dauern, bis sich die Anschaffung einer Zweituhr rechnet", warnt Heldt. Man müsse auch bedenken, dass der aktuelle Sommer eine Ausnahmeerscheinung bleiben dürfte: "Wenn es viel regnet, wässert man den Garten vielleicht nur ein paar Mal. Dann lohnt es sich kaum."

Jeder könne aber auch ohne Zweituhr herausfinden, wie viel Wasser beim Gießen draufgeht: "Einfach den Stand der inneren Wasseruhr vor und nach dem Bewässern notieren und den Tagesverbrauch aufs Jahr hochrechnen."

Mit Gießwasser aus der Regenrinne doppelt sparen

Philip Heldt rät außerdem, nach Möglichkeit Regenwasser zu sammeln und damit die Pflanzen zu gießen. Wer über Dach und Regenrinne verfügt, kann mit etwas Glück doppelt sparen, erklärt Verbraucherschützer: "Auch für die Entsorgung von Niederschlagswasser wird eine Gebühr fällig. Die ist zwar geringer, aber auch davon kann man sich in vielen Kommunen befreien lassen, wenn man das Wasser zum Gießen nutzt."

Diese Lösung koste nur ein paar Rohrstücke aus dem Baumarkt, um das Wasser aus dem Fallrohr umzuleiten. Wer keine größere Summe für die Tonne ausgeben will, kann auf gebrauchte Fässer aus der Lebensmittelindustrie zurückgreifen, rät Heldt. Diese müssen frei von Schadstoffen sein und eignen sich daher auch für den Einsatz im heimischen Garten. Teichbesitzer sollten in jedem Fall Regenwasser sammeln, denn das regelmäßige Nachfüllen mit Leitungswasser geht schnell ins Geld.

Das Interesse der Bürger ist enorm gestiegen

Wer also einen großen Garten in einer trockenen Region am Leben hält, verschenkt ohne Zwischenzähler am ehesten Geld. Die Dürre ruft im Westen viele Sparfüchse auf den Plan: In Duisburg etwa sind allein im Juli so viele Anfragen eingegangen wie im gesamten Vorjahr, war von den Wirtschaftsbetrieben zu erfahren. Von einer Manipulation des Außenzählers ist abzuraten, betont Ulrich Krüger, Leiter der Entsorgungsbetriebe Siegen: "Wie andere Versorger auch nehmen wir in jedem Fall eine Plausibilitätsprüfung vor. Wenn es Abweichungen von den Richtwerten gibt, fällt das auf."

Ein letzter Tipp von Verbraucherschützer Philip Heldt: nach Möglichkeit morgens gießen. Warum? Dass man nicht in der Mittagssonne wässern sollte, beachten schon viele, weiß er. Sonst verbrennen Wassertropfen die Blätter wie eine Lupe. "Aber an besonders heißen Tagen kommt man nicht darum herum, zwei Mal täglich mit dem Schlauch rauszugehen. Hat man aber die Wahl, sollte man das nur morgens tun, denn abends bleibt die Feuchtigkeit länger an der Oberfläche und lockt Schnecken an."

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