Schwebebahn-Unfall

Schwebebahn fällt Wochen aus - Schaden größer als gedacht

Die Wuppertaler Schwebebahn kann nach einem Zwischenfall für mehrere Wochen nicht fahren.

Die Wuppertaler Schwebebahn kann nach einem Zwischenfall für mehrere Wochen nicht fahren.

Foto: dpa

Wuppertal.  Die Wuppertaler Schwebebahn steht für Wochen still. Ein 350 Meter langes Stück Stromschiene ist am Sonntag auf ein Auto gestürzt.

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Nach dem Absturz einer fast 350 Meter langen Stromschiene bleibt die Wuppertaler Schwebebahn für «mehrere Wochen» gesperrt. «Wir beginnen heute mit der Suche nach der Ursache. Das braucht Zeit», sagte der Sprecher der Stadtwerke, Holger Stephan, am Montag.

Die Schiene hatte sich am Sonntagnachmittag aus unbekannten Gründen gelöst und war auf einen Sportwagen gestürzt, der beschädigt wurde. Die Stadtwerke setzten einen Ersatzverkehr mit Bussen an. Im Berufsverkehr am Montagmorgen habe das recht gut geklappt, sagte Stephan. Allerdings seien die Busse in den Spitzenzeiten natürlich sehr voll gewesen

Fahrer blieb unverletzt

Gegen 12.30 Uhr hatte ein Schwebebahn-Fahrer am Sonntag gemeldet, er habe zwischen Varresbeck und Zoo/Stadion eine lockere Stromschiene bemerkt, berichtet Stephan. Acht Minuten danach sei der Schwebebahn-Betrieb eingestellt worden und ein Reparatur-Trupp sei zu dem Streckenteil ausgerückt.

"Aber bereits kurz nach 13 Uhr löste sich ein etwa 350 Meter langer Abschnitt des tonnenschweren Bauteils und stürzte ab", so Stephan. Dabei wurde das Heck eines Autos getroffen, das auf der Brücke der Siegfriedstraße wartete. "Der Fahrer blieb unverletzt", hieß es bei den WSW.

Am Sonntag war von einem 150 Meter langen Stromschienen-Stück die Rede, am Montag korrigierten die Stadtwerke, nachdem die Strecke begangen worden sei: "Der Schaden ist größer als ursprünglich vermutet". Zur Ursache gab es noch keine weiteren Erkenntnisse. Inzwischen hat auch die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Es gehe um den Anfangsverdacht einer fahrlässigen Gefährung des Bahnverkehrs, hieß es.

Schwebebahn ist das wichtigste Verkehrsmittel der Stadt

Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits vor fünf Jahren bei der Schwebebahn gegeben. Damals war die eiserne Stromschiene auf einer Länge von 260 Metern aus der Verankerung gerissen und in die Tiefe gestürzt. Sie demolierte mehrere Autos, zwei Menschen wurden leicht verletzt, 76 Passagiere saßen in zwölf Metern Höhe über der Wupper in dem havarierten Zug fest. Der Schwebebahn bescherte die damalige Havarie sechs Wochen Zwangspause.

Unterdessen waren die Stadtwerke Wuppertal am Montag bemüht, Ersatzhaltestelle aufzubauen. Statt der Schwebebahn werden Busse fahren, insgesamt 26 Busse werden eingesetzt; alle Fahrer der Schwebebahn sind auch als Busfahrer ausgebildet. Im Laufe des Montags sollte auch ein Ersatzfahrplan veröffentlicht werden, hieß es bei den Stadtwerken. Zu einem Verkehrschaos sei es am Montag nicht gekommen, teilten die Stadtwerke mit: "Das Fazit des ersten Morgens nach dem Unfall ist positiv".

Die Wuppertaler Schwebebahn ist mit 13,3 Kilometern Strecke und 20 Bahnhöfen das Rückgrat und wichtigste Verkehrsmittel der Stadt. Im Laufe der letzten 120 Jahre hat sie schon mehr als 1,5 Milliarden Menschen befördert. Täglich nutzen die Bahn nach Angaben der Stadtwerke rund 85.000 Fahrgäste. Im Jahr 1901 wurde die Schwebebahn eröffnet, seit 1997 steht sie unter Denkmalschutz. Im Jahr 2014 wurde die Trasse nach Jahrelanger Modernisierung, die immer wieder zu zum Teil Monate langen Sperrungen führte, wieder eröffnet. (mit dpa)

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