Waldsterben 2.0

Vor NRW-Waldgipfel: Waldbesitzer fordern CO2-Baumprämie

In Sachsen-Anhalt wurden sogar die Bundeswehr eingesetzt, um das vom Borkenkäfer geschädigte Holz aus den Wädern zu holen.

In Sachsen-Anhalt wurden sogar die Bundeswehr eingesetzt, um das vom Borkenkäfer geschädigte Holz aus den Wädern zu holen.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Hagen.  Die privaten Waldbesitzer machen Druck. Vor dem NRW-Waldgipfel am 11. November fordern sie eine CO2-Prämie. Sonst sei die Aufforstung gefährdet.

Kurz vor dem NRW-Waldgipfel am kommenden Montag in Düsseldorf erhöhen die privaten Waldbesitzer ihren Druck auf Bundes- und Landesregierung. Es sei zwar erfreulich, dass die große Koalition in Berlin mehr als 800 Millionen Euro für die von Sturm, Dürre und Borkenkäfer schwer geschädigten deutschen Wälder zur Verfügung stelle, nun müsse aber auch die versprochene Baumprämie eingeführt werden.

„Wenn die öffentliche Hand die Kohlenstoffsenke des Waldes bereits in internationalen Konventionen in die Klimaleistungen der Bundesrepublik einpreist, muss diese auch entsprechend vergütet werden“, forderte Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst, im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Verband vertritt bundesweit 2000 Forstbetriebe. Der Waldbauernverband NRW schließt sich dem Vorstoß an. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es 150.000 private Waldeigentümer.

125 Euro pro Hektar pro Jahr

Die Forstbesitzer halten eine Baumprämie von 125 Euro pro Jahr und Hektar für angemessen. Insbesondere kleinere Betriebe seien auf diese Unterstützung angewiesen.

„Eine CO2-Prämie hilft vor allem den knapp zwei Millionen privaten Waldbesitzern in Deutschland, die ansonsten keine Möglichkeit zur Wiederaufforstung und fortlaufenden Pflege ihrer Bestände haben“, sagte von Elverfeldt. „Und die Gesellschaft bekommt nicht nur eine CO2-Senke, sondern einen von den privaten Eigentümern gepflegten Natur- und Erholungsraum, der allen zugänglich ist.“ Der Bau eines einfachen Fußballplatzes, der ebenfalls einer Fläche von einem Hektar entspreche, koste die Gesellschaft schließlich auch eine viertel Million Euro – plus Unterhalt.

Konferenz „Wald im Klimastress“

Die Familienbetriebe Land und Forst appellieren an die Politik, nun so schnell wie möglich gemeinsam mit der Wissenschaft ein genaues Berechnungsmodell für die Baumprämie zu entwickeln. Von Elverfeldt hat schon eine ziemlich genaue Verhandlungsbasis. „Im Mittelwert werden pro Hektar Wald fünf Tonnen Kohlenstoff im Jahr gespeichert. Bei dem aktuellen Preis eines Zertifikats im Emissionshandel von 25 Euro pro Tonne CO2 ergibt dies eine Honorierung dieser Ökosystemleistung von 125 Euro pro Jahr und Hektar“, sagt er.

Das Landesumweltministerium wird am kommenden Montag bei der Konferenz „Der Wald im Klimastress“ in Düsseldorf gemeinsam mit Wissenschaftlern und Politikern die aktuellen Probleme beleuchten. Die Baumprämie, die auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet unterstützt, dürfte aber eher ein Thema für Berlin sein.

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